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Frei wie ein Vogel über den Wolken schweben

Wilhelm GuggemosWilhelm Guggemos und die Faszination Segelfliegen

„Man schwebt auf Wolke sieben. Einfach fanstastisch.”. Das sind die Erinnerungen, die Wilhelm Guggemos an seinen ersten Segelflug vor über 51 Jahren hat. Mittlerweile ist der gebürtige Füssener 73 Jahre alt, aber mit dieser schönen Sportart aufzuhören, daran denkt er noch lange nicht.

 „Für’s Segelfliegen interessiert habe ich mich bereits als kleiner Junge. Damals habe ich Modelle von Flugzeugen zusammengebaut und davon geträumt, selbst einmal in so einem durch die Lüfte zu schweben“, erinnert sich Wilhelm Guggemos. Bis es soweit war, vergingen aber zunächst noch einige Jahre. Erst in seiner Ausbildungszeit ergab sich für ihn die Möglichkeit, seinen Traum vom Fliegen Flügel zu verleihen. „Mein damaliger Chef war selbst Segelflieger und hat mich letztendlich dazu gebracht, mit dieser tollen Sportart anzufangen“, weiß der 73jährige noch ganz genau. “Der allererste Flug war dann am 20. Juni 1957”, zeigt er in seinen sehr ordentlich geführten Flugbüchern. Jeder Segelflieger muss ein solches selbständig führen, um einen Nachweis über seine Flugstunden zu haben. Bei Wilhelm Guggemos belaufen sich diese insgesamt schon fast auf 5.000. Zusammengerechnet mehr als ein halbes Jahr in der Luft.
Kritische Situationen gab es dabei für den dreifachen Vater  allerdings nie. „Ich bin kein Risikomensch und hatte immer absoluten Respekt vorm Fliegen. Man muss einfach alle Sinne beisammen haben und hundertprozentig dabei sein. Eine kleine Portion Glück gehört aber natürlich auch dazu“, weiß der Profi.

Jeder Flug ist einzigartig

Die Frage, was ihn an dieser luftigen Sportart fasziniert, beantwortet der sportliche Rentner mit einem Glänzen in den Augen: „Jeder Flug ist einzigartig. Man ist ganz für sich allein und kann die Welt einfach mal aus einem anderen Blickwinkel sehen“. Mit 21 Jahren hat der heute 73jährige diese Faszination für sich entdeckt und viel trainiert. So kam es dann auch, dass er 1984 zum ersten Mal bei einer Deutschen Meisterschaft im Segelflug antreten konnte. Im Doppelsitzer erreichte er mit seinem damaligen Partner  gleich den fünften Platz. Da war der Ehrgeiz natürlich geweckt. 1986 standen die beiden dann schon auf dem dritten Platz und 1988 erreichte Wilhelm Guggemos als Vize-Deutscher Meister den Höhepunkt seiner bisherigen Karriere. Letztes Jahr konnte er sich als Co-Pilot seines Partners Robert Schröder nun wieder für eine Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Vielleicht klappt es ja diesmal mit dem ersten Platz. Wenn dieser Fall eintritt, wäre das Team automatisch auch für die Weltmeisterschaft qualifiziert, bei der der sportliche Füssener dann selbstverständlich auch dabei wäre. Das ist für ihn gar keine Frage. Herausforderungen scheut Wilhelm Guggemos nämlich absolut nicht. So nimmt er nicht nur an Meisterschaften teil, sondern auch an Cups, wie es bei den Segelfliegern heißt. Dazu gehört unter anderem der „EuroCup“, bei dem er schon seit 1995 jedes Jahr dabei ist. „Piloten aus der ganzen Welt fliegen mit. Dabei geht es aber nicht um einen besonderen Preis, sondern um den Spaß am Fliegen und die Geselligkeit”, erzählt der Segelflieger. Der Kurs dieses Cups ist immer eine Wanderflug, dessen Strecke nur vom Wetter bestimmt wird. “Wir fliegen also nur dort, wo das Wetter schön ist“, erzählt der aktive Sportler. Im Zuge dieser Cups hat Wilhelm Guggemos schon viele Länder bereist. Polen, Finnland, Norwegen, oder Frankreich sind dabei nur einige Ziele.  Aber auch privat kennt der fünffache Großvater, wenn es um das Fliegen, geht keine Grenzen. Ein einmonatiger Aufenthalt in Namibia ist für den Segelflieger beispielsweise ein fester Punkt in seiner Jahresplanung. Im Juni 2009 steht  diesmal außerdem eine ganz besondere Reise an. Da fliegt Wilhelm Guggemos nach Nevada, auf die Flying-M Ranch. „Letztes Jahr kamen Robert Schröder und ich unter die besten Neun des Barron Hilton Cups, und der zweiwöchige Aufenthalt in Nevada ist unser Preis“, erklärt Guggemos und die Vorfreude ist ihm bereits an den Augen abzulesen.

Ein Tipp vom Profi
Flugangst, das ist für Wilhelm Guggemos ein Fremdwort. “Trotzdem habe ich aber eigentlich mit der Höhe ein Problem. Auf ein Dach kann ich zum Beispiel nicht steigen”, schmunzelt der Flugsportler.  Einen Tipp für Menschen mit Flugangst hat er trotzdem: “Einfach mal ausprobieren und unvoreingenommen einsteigen. Der Rest ergibt sich von selbst!”
Text:msc, Bild: privat

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