Menschen
Countryrocker, Rebell, Großstadtcowboy, Lebemann - Im Gespräch mit Gunter Gabriel -- UPDATE -- PDF Drucken E-Mail
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Freitag, 01. Februar 2013 um 16:05 Uhr

„Ich mach‘s anders!“

Wie wird man vom Schlagersänger und Trucker-Idol zur lebenden Country-Rock-Legende, schreibt mit „Hey Boss, ich brauch mehr Geld“ eine Nationalhymne der Arbeiterklasse, schafft es von ganz unten nach ganz oben, von Hansa Records und als Songwriter für nationale Sänger wie Peter Alexander oder Tom Astor, bis nach Nashville, Tennessee USA, zu einem der wohl berühmtesten und einflussreichsten Country-Legenden der Musikgeschichte : Johnny Cash. Wer hoch fliegt, kann auch tief fallen. Alles verlieren. Manche aber holen sich‘s zurück. Gunter Gabriel (71), Deutschlands „Großstadtcowboy“, erzählt aus seinem Leben, der Freundschaft zu seinem Idol und von seinem neuesten Projekt, dem Musical: „Hello, I´m Johnny Cash.“(Anm.d.Redaktion: Update am Ende des Artikels)

Welche Worte beschreiben Sie am besten?
Gunter Gabriel: Ich bin ehrlich, energisch und romantisch.

Romantisch?
GG: Ja, was meinst Du denn? Ich wohne auf einem Hausboot! Romantischer geht‘s gar nicht!

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 17. Februar 2013 um 13:50 Uhr
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Allerheiligen und die Ehrung der Toten PDF Drucken E-Mail
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Montag, 31. Oktober 2011 um 14:41 Uhr

In Ruhe und Frieden

Füssen. Allerheiligen ist ein christliches Fest, an dem die katholische Kirche ihren Heiligen gedenkt. Dazu zählen nicht nur die Heiliggesprochenen, sondern auch diejenigen Heiligen, die von der Kirche unentdeckt geblieben sind. Das Allerheiligenfest wurde eingeführt, da es unmöglich war, jeden Heiligen an einem bestimmten Tag zu ehren. Um das neunte Jahrhundert herum erklärte deshalb Papst Gregor IV den 1. November zum Stichtag für das Allerheiligenfest. Heutzutage hat sich die Bedeutung des Feiertags etwas geändert, denn viele Gläubige gedenken zu diesem Anlass ihren verstorbenen Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten. Die einen besuchen an diesem Tag den Friedhof, andere stellen eine Kerze auf. Wie sieht es aber bei anderen Kulturen aus? Wie ehren diese ihre Toten? Und was passiert, wenn ein Muslim im Allgäu bestattet werden möchte? Füssen aktuell wagte einen Blick über den Tellerrand und bringt etwas Licht in diese Fragen.

Mit der Verabschiedung am Grab endet längst nicht die Verehrung für die Verstorbenen. Die Grabpflege, die Besinnung an diesem Ort der Ruhe und das Totengedenken haben eine Jahrtausendealte Tradition. Die Ägypter ehrten die Toten, indem sie Kränze auf die Gräber legten. Die Griechen pflanzten Lilien und Myrten auf die letzten Ruhestätten. Die alten Germanen beerdigten ihre Toten in heiligen Hainen, also kleinen Wäldern, die als besondere Kultstätten verehrt wurden. Die ersten Christen kannten mit den Katakomben zuerst nur unterirdische Grabstätten. Später wurden die Toten in der Kirche und dann auf dem Friedhof beerdigt. Erst im späten Mittelalter wurden die Friedhöfe, aus Platzmangel und aus Angst vor Seuchen, vor die Tore der Stadt gelegt und mit Bäumen, Sträuchern und Blumen bepflanzt.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 20. Februar 2012 um 12:37 Uhr
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Über Janet Chvatal und Marc Gremm PDF Drucken E-Mail
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Montag, 31. Oktober 2011 um 13:37 Uhr

Von Engeln und Propheten

Füssen.    Durch die Hauptrollen in dem im Füssener Festspielhaus aufgeführten Musical „Ludwig²“ und dem Kemptener Revival „Ludwig 2 – Der König kommt zurück“ sind Janet Chvatal und Marc Gremm bekannte Gesichter in Füssens Kulturwelt. Im Oktober diesen Jahres sind die beiden Musicaldarsteller als Sänger mit ihrem Projekt „Coram Deo Ensemble“ quer durch Süddeutschland unterwegs, um ihre neue CD zu promoten. Mit Füssen als Wahlheimat fand am 28. Oktober natürlich auch ein Konzert in der St. Mang-Kirche statt. Gemeinsam mit den weiteren internationalen Solisten  Jeff Johnson, Brian Dunning, Wendy Goodwin und Kathy Kelly zelebriert das Künstlersextett die selbsternannte „Musik in der Stille“, einen einzigartigen Mix aus alter sakraler Kirchenmusik, ergänzt mit Elementen aus keltischer, klassischer und gregorianischer Musik.

Ihre Tounee führt das Ensemble durch Städte wie Stuttgart, Würzburg und Saarbrücken. „Füssen ist unsere Heimat, da war es selbstverständlich, dass wir auch hier ein Konzert geben würden“, erklärt Janet Chvatal. „Da in diesem Jahr unser Weihnachtskonzert ausfällt, dient dieser Auftritt quasi als Ersatz.“ Janet und Marc begeistern seit Jahren ihr Publikum in Europa und Nordamerika. Neben ihrer Tätigkeit als Künstler betreibt das Duo eine eigene Produktionsfirma, unter deren Dach sie etliche Veranstaltungen in der Region organisieren. Unter dem Namen „Suite 31 productions“ produzieren Janet und Marc ihre Musicals, organisieren zahlreiche Benefizkonzerte und bieten Gesangs-Workshops für die ortsansässige Musikschule an.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 26. November 2011 um 04:49 Uhr
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Moment mal... PDF Drucken E-Mail
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Dienstag, 30. November 2010 um 17:00 Uhr

Josef KöberleJosef Köberle

Ehrenamtlich, engagiert, unermüdlich

Nesselwang. „O mei, da gibt es doch so viele andere, die das eher verdient haben", entfährt es Josef Köberle schon fast wie ein Stoßseufzer, als wir am Telefon den Termin für den Artikel vereinbaren. Doch mittlerweile „freut er sich wahnsinnig". „Alles, was ich getan habe, habe ich gern getan." Wer den ehemaligen Nesselwanger Bürgermeister kennt, weiß, dass das aus ehrlichem Herzen kommt und nicht aus beifallsheischender Koketterie. Aus Bescheidenheit. Aus dem Wissen, dass er am 11. November mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichneten Leistungen gemeinsam mit vielen Helfern und Partnern erreicht.

In diesem Sinne muss man auch die Aussage werten, dass die hohe Auszeichnung eigentlich seine Frau und seine Familie verdient hätte. Sie hat oft auf ihn verzichten müssen, als er ehrenamtlich für die Allgemeinheit unterwegs war. Denn der 68-jährige Nesselwanger hat sich diese besondere Ehrung nicht als Kommunalpolitiker „ersessen", nur weil er lange genug in Amt und Würden war. Wer ihn für das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland vorgeschlagen hat, kann er nicht sagen. Warum er es verdient hat, fasste Finanz-Staatssekretär Franz Pschierer bei der Verleihung der Ordensinsignien kurz und bündig zusammen: „Eine Anerkennung Ihres engagierten außergewöhnlichen Einsatzes".

Lokalpatriotismus, Kommunikationsbereitschaft, Offenheit, Fleiß und Beharrlichkeit – Einsatz im Großen wie im Kleinen für den Einzelnen führten zu Erfolgen, auf die die Marktgemeinde am Fuße der Alpspitz bauen kann. Eigenschaften, die der ehemalige Vermessungsingenieur für seine Heimatgemeinde mit ihren Bürgern einsetzte. Zwölf Jahre als hauptamtlicher Erster Bürgermeister und zuvor seit 1972 als Marktgemeinderat und Zweiter Bürgermeister. Mit Sicherung von Arbeitsplätzen lässt sich die mit großem Geschick verhandelte Ausweisung der Nesselwanger Gewerbegebiete zusammenfassen. Im weiteren Zusammenhang gehören dazu auch die Neueröffnung des Alpspitz-Bade-Centers 1998, der Ausbau der Alpspitzbahn und die Neuorganisation der Tourismusstruktur. Mit Verbesserung der Wohnqualität, was in den Wohnbaugebieten im „Einheimischenmodell" gelungen ist.

„Der außergewöhnliche Einsatz" wird auch in Köberles ehrenamtlichem Einsatz im Heilig-Geist-Spital-Stift deutlich. Über Jahre hat er Pflegschaften für alte Menschen dort übernommen und sich als Vorsitzender des kleinen Verwaltungsausschusses ständig für das Nesselwanger Altenheim eingesetzt. Die Generalsanierung und Erweiterung zum Senioren- und Pflegeheim zur bedarfsgerechten Versorgung der älteren Mitbürger ist sichtbares und bleibendes Zeugnis dieses Einsatzes. Bei der Umfahrung der Marktgemeinde gab es Widerstand. „Doch die Umfahrung Wank ist mir noch gelungen", bilanziert der Ruheständler. Ebenso wie die Ortskernsanierung und noch viel mehr steht in seiner Bilanz. Was die Nesselwanger zu schätzen wissen und einen oder mehrere Bürger veranlasst hat, ihn für das Verdienstkreuz vorzuschlagen. Wer auch immer?

Text: lck · Bild: oh

 

Felix BrunnerFelix Brunner

Niemals aufgeben – ein neues Leben

Hopferau. „Nach einem großen Schnitt beginnt nun ein neues, tolles Leben", hatte Sabine Brunner ihrem Sohn gesagt. Felix, der Sohn, ist heute schon in diesem „tollen Leben" angekommen, konnte es jedoch anfangs nicht gleich so sehen. „Ich habe meine Mutter gefragt, wann es denn nun so weit ist mit diesem ´neuen Leben´. Erst im Nachhinein habe ich das so verstanden", sagt der 21-Jährige Hopferauer. Denn der Schnitt war groß und tief. Drohte, das Leben des jungen Mannes abzuschneiden. Denn er war so einschneidend, dass die Ärzte den begeisterten Alpinisten und aktives Mitglied des Alpenvereins nicht nur einmal aufgegeben hatten.

Das Leben vor dem tiefen Einschnitt gehörte seiner großen Leidenschaft Bergsteigen und Klettern. In zahlreichen Klettergebieten Europas war der Jugendliche unterwegs und begann bereits als 15-Jähriger die Ausbildung als Bergretter beim Deutschen Alpenverein. Zwei Jahre später hatte er sie erfolgreich abgeschlossen und war damit der jüngste Bergwachtler Bayerns. Seine „soziale Ader" fand neben diesem ehrenamtlichen Engagement auch Ausdruck in seiner Berufsausbildung. Krankenpfleger wollte Felix Brunner werden, konnte die Ausbildung jedoch nicht mehr beenden. Die Ärzte hatten ihn bereits aufgeben. Die Mediziner, die ihn insgesamt für acht Monate ins künstliche Koma versetzt und 30 Mal operiert haben. Die heute sagen, dass noch niemand ein solches Verletzungsbild an der Unfallklinik Murnau überlebt hat.

Felix hat einen unheimlichen Kampfeswillen bewiesen. Das steht außer Zweifel. Er persönlich und seine ganze Familie. Ein Jahr lang bestand nach seinem Absturz im Januar 2009, 30 Meter tief in ein Bachbett, akute Lebensgefahr. Dabei waren Vater oder Mutter ständig am Intensivbett an seiner Seite. „Man darf niemals aufgeben", lautet ein Leitspruch der Eltern. Dem allerdings Felix mit einem außergewöhnlichen Lebenswillen selbst am intensivsten gefolgt ist. Im Februar diesen Jahres hat er das Krankenhaus auf eigenen Wunsch verlassen. 45 Kilogramm „mager" ohne linke Hüfte, die er nicht durch den Unfall selbst verloren hat. Vielmehr handelt es sich um eine der Komplikationen, die seinen Genesungsweg zusätzlich außergewöhnlich machen. Heute freut sich Felix über einen neuen Rollstuhl, der ihn beweglicher macht. Über die zweite Reha an der Fachklinik Enzensberg und natürlich die Aussicht, irgendwann in Zukunft kein Pflegefall mehr zu sein und wieder normal leben zu können.

Was jedoch weiterer Anstrengung und Operationen bedarf. Doch diesen Weg begleiten weiterhin seine Familie und seine Freunde. Auch sie waren immer an seiner Seite, freut sich Felix. Am Samstag, 11. Dezember (siehe Seite 63) ist eine eigene Blutspendeaktion in der Hopferauer Auenhalle. Nicht nur, weil Felix Brunner 300 Blutkonserven brauchte, ohne die er nicht mehr am Leben wäre. Es soll neben der Spende eine Zusammenkunft aller Freunde und Unterstützer und ein Dankeschön an sie sein.

Text · Bild: lck

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:43 Uhr
 
„Ich hatte in meinem Leben Glück“ PDF Drucken E-Mail
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Dienstag, 30. November 2010 um 16:19 Uhr

Soziales Engagement in Indien

Kinder

Füssen. „Auf die Schnauze fallen ist nichts Schlimmes, aber nicht mehr aufstehen, das ist schlimm." Das sind Worte eines Mannes, der durch viele Höhen und Tiefen in seinem Leben gegangen ist. Angst vor der Selbständigkeit hat der Geschäftsmann nie gehabt, vielmehr Respekt. „51 Prozent deiner Entscheidungen und deiner Investments müssen richtig sein, dann klappt es auch." Heute ist Jürgen Dietz 54 Jahre alt. Zufälle gab es in seinem arbeitsreichen Leben keine. „Manche nennen es Zufall, ich nenne es Fügung. Alles kommt so wie es kommen soll. Irgendwie geht es immer weiter."

Im Geschäftsleben ist es heutzutage nicht normal oder alltäglich, wenn man sich zu seinem Glauben bekennt. Geschäft und Glauben passen irgendwie nicht zusammen. Es ist wie Feuer und Wasser und doch braucht man beides. Für Jürgen Dietz ist das keine Frage. Er steht zu seinem Glauben, die Zwiesprache mit Gott. „Ich glaube nicht mehr oder weniger als alle anderen. Glauben gibt mir Kraft genauso wie meine Familie." Viele Jahre war Jürgen Dietz Betreiber der Phönix Seniorenheime. Eigentlich hätte er sie als Bauträger „nur" bauen sollen. Doch aus dem Bauen wurde mehr. „Meine Großeltern waren der Auslöser dafür. Wir haben einen Seniorenheim-Platz gesucht, aber es gab nichts, was unseren Vorstellungen entsprach. Also entschlossen wir uns die Seniorenheime nicht nur zu bauen, sondern auch zu führen." Doch was nützt einem die beste Idee, wenn die Banken nicht das nötige Geld bereitstellen. Erst die fünfte Bank hat das Potenzial hinter der Idee gesehen und finanzierte das Vorhaben.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:42 Uhr
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Fest verwurzelt PDF Drucken E-Mail
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Dienstag, 30. November 2010 um 13:41 Uhr

Dr. Susanne LederleDr. Susanne Lederle, Assistenzärztin der Klinik Füssen

Füssen. Irren ist menschlich. Familiennamen, die nett mit einem „le" endenn sind vor allem im schwäbischen Raum und besonders in Stuttgart geläufig. Somit deutet „Lederle" – der Nachname einer Assistenzärztin am Füssener Krankenhaus – auf die Herkunft aus Baden-Württemberg hin. Das ist aber eine total falsche Annahme, wie sich sehr schnell herausstellen sollte. „Ich bin eine waschechte Tirolerin und lebe wieder in Reutte", beantwortet Dr. Susanne Lederle die Frage nach ihren Wurzeln. Dass sich der Reporter von „Füssen aktuell" seine Überraschung auch noch anmerken lässt, amüsiert die schlanke 28-Jährige, bevor sie konzentriert auf die nächsten Fragen wartet.

Die Innere Medizin ist das weite Gebiet, auf das sich die Tirolerin spezialisiert hat. Der Übergang vom Studium in Innsbruck ans Füssener Krankenhaus erfolgte vor drei Jahren „ruckzuck", wie sie sagt. Professor Dr. Heinrich Kremer, der mittlerweile im Ruhestand ist, holte Dr. Susanne Lederle im März 2007 in die Abteilung „Innere".

Im Füssener Assistenzarzt-Team ist die angehende Fachärztin so ziemlich am längsten dabei. Hier kann sie ihre medizinischen Kenntnisse vertiefen und sich besonders einem modernen Gebiet widmen. Als Kremers Nachfolger kam bekanntlich Dr. Martin Hinterseer nach Füssen, er ist Herzspezialist. Das passt. Die Ärztin unterstreicht: sie interessiere sich „hauptsächlich für die Kardiologie". Ihre Doktorarbeit schrieb sie an der Universität Innsbruck über das Thema zum „Blutdruck". Nach unseren Fragen zum beruflichen Werdegang und Zielen – sie kann sich gut vorstellen, im Krankenhaus tätig zu bleiben – lässt Dr. Susanne Lederle auch einige Seiten des „Familienalbums Lederle" aufblättern.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:46 Uhr
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Lehrer lernen Migrantensprachen PDF Drucken E-Mail
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Dienstag, 30. November 2010 um 10:41 Uhr

Die Schulen auf neuem Kurs

München/Füssen. „Didaktik als Zweitsprache", so nennt sich das Studienfach von Carina Brenner, die an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Lehramt für Grundschule studiert. Der Studiengang „Didaktik des Deutschen als Zweitsprache" (DDaZ) befasst sich mit der „Multikulturalität" in der Gesellschaft und mit Chancen und Herausforderungen, die sich daraus für die Schule und den Unterricht ergeben. Das heißt nichts anderes, als dass man sich rechtzeitig mit Fragen auseinandersetzt, die die Vielfalt von Sprachen und Kulturen in einer Schulklasse mit sich bringen. Somit kann erreicht werden, dass interkulturelle Themen im Deutschunterricht besser verstanden werden. Zusätzlich sorgt das Erlernen eine „Partnersprache" dafür, dass die angehenden Lehrer und Lehrerinnen sich mit einer „Migrantensprache" auseinandersetzen.

Für die Integration ist das ein großer Schritt nach vorne. Deutschlands Carina BrennerGrundschulen stellen sich somit auf die gesellschaftliche Realität der Kinder ein. Vor allem gelingt es den Schulen, Kinder aus sozial schwachen Familien sowie Migrantenkinder so besser zu fördern, damit sie ähnliche Bildungserfolge haben wie die anderen Schüler. Die 21-jährige Füssenerin Carina Brenner hat als Partnersprache Türkisch gewählt. Warum gerade Türkisch, erklärt die junge Frau so: „Wir haben in Deutschland viele türkische Kinder und Kinder mit Migrationshintergrund. Deswegen empfinde ich es als das Sinnvollste, auch etwas Türkisch sprechen zu können." Ihr Lehrer an der Uni ist Türke und legt großen Wert darauf, dass seine Studenten nicht nur die Sprache, sondern auch die Kultur ein wenig kennen lernen. „Das, was ich bis jetzt gelernt habe, ist gut. Es macht Spaß und ist sehr interessant", so die Studentin.

Die Studenten können unter Arabisch, Neugriechisch, Italienisch, Kroatisch, Persisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch, Spanisch und Türkisch wählen. Im Seminar von Carina Brenner sind 30 angehende Lehrer und Lehrerinnen, die dieses Unterrichtsfach gewählt haben, wobei nur vier Studenten Grundschullehramt studieren. Die meistgewählten Sprachen sind Russisch und Türkisch. „Deutschland ist ein Land, in dem sehr viele Kulturen leben. Wenn Lehrer das ausblenden, ist das fatal. In einem Land wie Deutschland ist es wichtig, dass die Kinder die Interkulturalität vermittelt bekommen. Ich bin der Meinung, dass wir die Kinder und deren Denken verstehen müssen. Das ist aber nur dann möglich, wenn wir ihre Sprache kennen. Ich muss nicht fließend Türkisch sprechen, aber ich finde es wichtig, dass ich eine Ahnung von der Sprache habe und sie auch nutzen kann", erklärt Carina Brenner.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:41 Uhr
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Montag, 15. November 2010 um 16:22 Uhr

Julia Hiemer

Kreative Babypause

Füssen.    Leben und leben lassen. Julia Hiemer liebt es, unkonventionell zu leben. Die 35-jährige Künstlerin hat ihren eigenen Rhythmus im Leben gefunden. Doch nun wird es nach den Jahren der Rastlosigkeit Zeit Pause zu machen, denn die studierte Bildhauerin erwartet mit Freude ihren Nachwuchs.

Schon in ihrer Kindheit wusste Julia, dass sie einmal Künstlerin werden wollte. Entweder das oder Erfinderin. Damals hat sie wie jedes Kind gern gemalt, gebastelt und gezeichnet. Julia ist gebürtige Füssenerin, ging hier zur Schule und war eigentlich ein Teenager unter vielen. Doch direkt nach ihrem Abitur entschloss sie sich spontan, an die renommierte Holzbildhauerschule in Oberammergau zu gehen. Dort absolvierte sie eine dreijährige Ausbildung. Anschließend verschlug es sie nach Wien, um an der „Akademie der bildenden Künste“ ihr Diplom abzulegen. Im Rahmen des Erasmus-Austausch-Programms der EU, welches Studenten ermöglicht, für ein halbes Jahr im Ausland zu studieren, ging Julia nach Venedig. Sie verlängerte ihren Aufenthalt in der barocken Metropole auf ein Jahr, denn die Stadt faszinierte sie sehr und gab ihr genügend Freiraum, um sich künstlerisch weiterzuentwickeln.

Direkt nach dem Studium fand Julia eine Anstellung bei einer großen Theaterservicefirma für Bühnenausstattungen. Schnell merkte sie, dass sie dieser Art von Arbeit nicht ihr Leben lang nachgehen wollte. Darum brach sie ihre Zelte in Wien ab, um für zwei Jahre ins Ausland zu gehen. Denn Julia hatte noch einen weiteren großen Traum. So wollte sie immer mit einem alten VW-Bus durch die Welt reisen. Da es zum Lebensmotto der umtriebigen Künstlerin gehört, sich alle Träume zu verwirklichen, kaufte sie sich also nach dem einjährigen Ausflug in die Arbeitswelt einen Bus. Ihr Weg  führte sie nach Südfrankreich und später Spanien, wo sie sich mit kleineren Auftragsarbeiten den Lebensunterhalt finanzierte. In Barcelona stahl man ihr sämtliche Papiere und alles Geld, das sie noch hatte. Aber eine Lebenskünstlerin wie Julia lässt sich von solchen Umständen nicht unterkriegen. Seit 2009 lebt sie wieder mit ihrem Freund in Füssen.

Wenn man der zierlichen jungen Frau auf der Straße begegnet, würde man ihr kaum einen solchen Lebensweg zutrauen. Und noch weniger würde man vermuten, wie sie ihre Werke erschafft. Mit Motorsäge und Eisen bewaffnet haucht sie gefällten Baumstämmen neues Leben ein. Am Ende entstehen Skulpturen, menschliche Silhouetten, die dem Betrachter einen Spiegel vorhalten sollen. „Die Figuren spiegeln meinen Charakter wider. Ich bin halt keine Perfektionistin“, verrät die Künstlerin. Sie lassen ihrem Betrachter den nötigen Freiraum zur Inspiration, genau so, wie Julia Hiemer ihr Leben führt. Momentan gönnt sich die Künstlerin eine Pause, freut sich auf den Nachwuchs und den damit verbundenen neuen Lebensabschnitt. Aber ans Aufhören denkt sie nicht, denn ihre Arbeiten sind sehr erfolgreich. Bei den letzten Allgäuer Festwochen gewann sie den Publikumspreis mit der Figur eines kleinen Mädchens, genannt „Grün hinter den Ohren“. An diesen Erfolg will Julia im nächsten Jahr anknüpfen.

 

Pfarrer Bernd Leumann
Frohsinn und christliche Nächstenliebe

Pfronten.    Ein junger Pfarrer, der mit frischen Ideen und Aufgeschlossenheit seinen Beruf meistert. „Es ist immer wichtig, dass das Menschliche stimmt“ meint Bernd Leumann, der seit über zwei Jahren Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Pfronten ist.

Pfronten.    Ein junger Pfarrer, der mit frischen Ideen und Aufgeschlossenheit seinen Beruf meistert. „Es ist immer wichtig, dass das Menschliche stimmt“ meint Bernd Leumann, der seit über zwei Jahren Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Pfronten ist.

Der 35-jährige liebt seinen Job. In der Freizeit erkundet er gern mit dem Fahrrad die Gegend. Dabei begibt er sich meist gemeinsam mit dem Füssener Stadtpfarrer Frank Deuring auf Entdeckungstour. Ausgiebige Bergtouren sind sein zweites Steckenpferd. „Pfronten ist dafür der ideale Ort“, ergänzt Leumann lächelnd. Mit einer Gruppe von Leuten macht er auch gelegentlich Musik. Das Instrument seiner Wahl ist die Geige. Öffentlich auftreten würde er aber nie, da er das Musizieren zum reinen Vergnügen betreibt. Denn seine eigentliche Passion hat er zum Beruf gemacht. Bernd Leumann ist Pfarrer aus Leidenschaft.

Ausschlaggebend für seine Berufswahl war eine Begebenheit aus der Schulzeit. In der 11. und 12. Klasse hatte der gebürtige Wertacher einen Lehrer für Deutsch und Religion, der oft Diskussionsrunden über die Sinnfragen des Lebens führte. Das hatte den Schüler Bernd sehr beeindruckt, denn in ihm reifte nach und nach der Wunsch, sein Wissen über das Leben zu vertiefen. Also studierte er direkt nach dem Abitur Theologie in Augsburg. Die Menschen in Pfronten, die den Gottesdienst von Pfarrer Leumann besuchen, schätzen seine erfrischende Art. Zu Beginn der Messe schafft er es häufig, mit einer witzigen Anekdote die Kirchengänger aufzuheitern. Dies gelingt ihm natürlich nicht immer. Aber das muss es auch nicht. Nach dem Studium war Leumann ein halbes Jahr als Praktikant in Frankreich tätig. Dort fiel ihm direkt die fröhliche Atmosphäre auf, die im Gottesdienst herrschte. „Wie dort die frohe Botschaft verkündet wurde, fand ich sehr ansprechend“, äußert sich der junge Geistliche dazu. „Das war komplett gegensätzlich zu den Messen, die ich bis dato kannte. Der Beruf des Pfarrers ist eine enorme Herausforderung, denn der Zeitgeist geht in eine andere Richtung. Wenn man als Pfarrer etwas bewegen will, muss man offen sein für Neues.“ Im Zuge dessen setzt Leumann seine persönlichen Schwerpunkte. So fördert er die ehrenamtliche Seniorenarbeit und setzt sich selbst bevorzugt für die Jugendarbeit ein. Etwa bei Jugendgottesdiensten oder indem er Ferienausflüge ins In- und Ausland organisiert. Im nächsten Sommer ist eine Fahrt  ins Partner-Bistum auf Ibiza geplant. „Viel Werbung musste ich dafür nicht machen, um genügend Teilnehmer zu finden“, erzählt Bernd Leumann lachend. Außerdem ist für November ein Filmgottesdienst geplant. Dabei wird zur Unterstützung seiner Predigt ein kleiner Film vorgeführt.

Seine besondere Aufmerksamkeit gilt aber nicht nur den Pfrontenern. Im Rahmen der Pfrontener Ghana-Hilfe reiste er vergangenen August in das afrikanische Land, um sich vom Fortschritt der Aufbauarbeiten in den Pfrojekten zu überzeugen. „Denn diese Arbeit macht das Pfarrerleben erst glaubwürdig“, so der engagierte Priester.

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Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:40 Uhr
 
Quatsch-Comedy zum 5. Mal PDF Drucken E-Mail
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Montag, 15. November 2010 um 15:32 Uhr

Monika Gruber zu Gast bei Herrmannsvon links: Produzent Manuel Menges, Thoams Herrmanns und Eventmanager Dirk Pfeifer (www.event-fuessen.de)

Füssen.   Das Festspielhaus ist ein Rohdiamant der schläft, so bezeichnete Thomas Herrmanns im Gespräch mit Füssen aktuell das Festspielhaus. Kein anderer Ort sei so gut geeignet für solche hochwertigen Aufzeichnungen wie das Juwel am Forggensee. Weil es den Machern der Quatsch Comedy im Festspielhaus und Füssen so gut gefällt, kommen sie dieses Jahr zum fünften Mal. Ein Jubiläum, wenn auch ein ganz kleines.

Unter dem Titel „Die große uatsch Variety Show“ lädt der Meister der Stand-up-Comedy die besten Komiker ins Allgäu ein um mit ihnen Deutschlands witzigste Party zu feiern. „Wir haben dieses Mal eine Showtreppe, ein Fernsehballett kurzum Füssen goes Las Vegas“, erzählt Herrmanns. Ob der Superstar aus Amerika schon zugesagt hat, nach Füssen ins Festspielhaus zu kommen, wusste man bis zum Redaktionsschluss noch nicht. Falls er doch zusagt, sollte man sich für ihn freuen, dass er einmal die Möglichkeit bekommt sicherlich vor einem vollen Haus sein „Friedenslied“ zu singen.

Warum Thomas Herrmanns gerade auf das Festspielhaus kommt, hat er Georg Ucker zu verdanken. Der Schauspieler aus der Lindenstraße war zu Besuch in Füssen und dem Festspielhaus und träumte Herrmanns von der herrlichen Lage vor. „Wir sind mittlerweile richtige Fans von Füssen geworden“, so Herrmanns, der regelmäßig seinen Urlaub mit dem der Aufzeichnungen legt. Eine Woche in Füssen gönnt sich der Profi mit seiner Familie. „Dann gehen wir zum Italiener. Meine Eltern freuen sich jetzt schon darauf“.

Dieses Jahr präsentiert Thomas Herrmanns die größte Besetzung auf der Bühne, die er bislang hatte. „Wir betreiben wirklich viel Aufwand, es ist wie mit einem Theaterstück. Was mir an diesem Haus so gut gefällt ist die Konzeption. Es ist sehr gut gebaut und durchdacht“, lobt Herrmanns. Das sie auch die nächsten Jahre nach Füssen kommen wollen, ist für den Moderator eine bereits geregelte Sache. Schade findet der Comedy-Star, dass das Musical nicht mehr aufgeführt wird. „Vielleicht sollten wir ein großes Quatsch Musical produzieren. Cindy macht die Sissy und ich bin der Ludwig. Das wäre doch eine schöne Sache“.

Wie auch die letzten Jahre über, wird auch dieses Jahr die Creme de la Creme der Comedians im Festspielhaus auftreten. „Wir haben zum ersten Mal die Monika Gruber dabei. Sie hat einen Dialekt – da braucht man Untertitel. Die finde ich zum Beispiel super gut. Hier wird sie jeder verstehen. Im Norden könnte sie ja dann mit einem Simultan Dolmetscher auftreten“, bemerkt Herrmanns. Seine weiteren Gäste sind in diesem Jahr: Oliver Pocher, Simon Gosejohann, Carolin Kebekus, Matze Knop, Bülent Ceylan, Johann König, Olaf Schubert, René Marik und Dave Davis.

Text · Bild: rie          

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:34 Uhr
 
Wenn die Seele Kunst spricht PDF Drucken E-Mail
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Montag, 15. November 2010 um 15:24 Uhr

Steinmetz und Bildhauer Franz ProbstKunst bedeutet Franz Probst sehr viel. Sie gehört zu seinem Lebensinhalt. Für Füssen „baute“ er am Forggensee ein großes Tor aus Steinen. „Der Platz hat mich schon sehr fasziniert. Es ist ein Punkt, an dem ich das Wasser sehe, die Silhouette von Schwangau. Das hat mich bewegt, man wird verabschiedet oder empfangen. Das inspiriert unheimlich.“

Füssen.   „Künstler sind anders, sie denken anders, sie haben eine andere Wertschätzung. Wer sich mit Kunst auseinandersetzt, bekommt einen anderen Zugang zum Wert.“ Franz Probst weiß, wovon er spricht. Die Kunst ist ihm in die Wiege gelegt worden. Seit Generationen sind die Probsts Steinmetze und Bildhauer. Für Franz Probst ist Stein etwas Lebendiges: Er spiegelt das Leben von Jahrhunderten und Jahrtausenden wider. „Stein kann berühren, er spricht, Stein riecht. Stein ist Leben aus alten Zeiten. Stein ist nicht vergänglich und nicht mystisch.“

Franz Probst ist ein Steinmetz und Bildhauer, der den Spagat zwischen dem Kommerziellen und der Kunst wunderbar meistert. „Ich habe die Chance bekommen, Dinge zu erkennen, die anderen Menschen verborgen bleiben. Ich freue mich wie ein Kind, wenn ich auf eine Ausstellung gehen kann oder wenn ich auf einem Berg stehe und in die Ferne blicke. Das ist so fantastisch. Diese Symbiose zwischen Natur und Leben ist einfach etwas Besonderes.“ Man versteht sofort, was er meint. Nicht umsonst hat er vergangenes Jahr den Betzigauer Kulturpreis bekommen. Andere haben sich bestimmt dabei an den Kopf gefasst und gemeint, was für ein Spinner, dieser Probst. Denn nur so einem kann es einfallen, eine 2-Zimmer-Wohnung in einem Bach einzurichten. Dabei wollte der 62-jährige mit dieser Aktion, die anlässlich der Betzigauer Kunsttage „Kunst im Bach“ stattfand, auf die Verdrängung der Natur durch den Menschen hinweisen. „Wir Menschen bauen überall, ohne auf die natürlichen Lebensräume Rücksicht zu nehmen. Später wundern wir uns, warum Katastrophen passieren“, erzählt er. Die ersten, die es begriffen haben, waren die Kinder. Sie wussten, was er damit meinte. „Kinder sind für mich die Leitfigur der Gesellschaft. Sie sind das Fundament. Wir haben es verlernt, mit unseren Augen richtig zu sehen.“

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:40 Uhr
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Die Weizenguys - eine musikalische Erfolgsgeschichte PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Montag, 15. November 2010 um 14:57 Uhr

Eisenberg/Zell.    Sie stehen mit beiden Beinen auf dem Boden. Sie sind auf bayerisch gesagt „gestandene Mannsbilder“. Was sie von vielen anderen Männern unterscheidet ist, dass sie fast so etwas wie „Stars“ in ihrer Gemeinde Eisenberg, einem kleinen Dorf im Ostallgäu, sind. Wo sie auftreten, füllen sich die Säle und jeder lauscht ihnen. Dass sie es einmal zu regionalen Ruhm bringen, hätten sie nicht gedacht. Sie wollten eigentlich „nur“ singen, ohne Schnick-Schnack, einfach mit ihren Stimmen. A cappella nennt man diese Musikart, die nicht instrumental begleitet wird.

Als sich die sechs Musiker im September 2007 zum ersten Mal zu einer Probe trafen, brachten alle Gesangserfahrung mit. „Fast alle von uns kannten sich aus dem Männerchor in Eisenberg“, erzählt Richard Köpf. Mit drei Liedern fingen die a cappella-Musiker an. Ihr erster Auftritt war im Januar 2008 bei den „Kistenkramern“, einer Faschingsveranstaltung im Ort. „Keiner wusste, was wir wirklich machen. Umso größer war die Überraschung, als wir auftraten und unsere Lieder sangen“, so Edi Linder, Sprecher der Gruppe. Die sich im übrigen „Weizenguys“ nennt, abgeleitet von ihrem Lieblingsgetränk „Weizenbier“ und angelehnt an ihre Idole, die „Wise guys“. Sechs Mal traten sie bei den „Kistenkramern“ auf und das Publikum war mehr als begeistert. „Mir schlotterten so die Knie“, erinnert sich Konstruktionsleiter Richard Köpf. Mittlerweile haben die sechs Jungs ein abendfüllendes Programm, das bei Fans und Publikum bestens ankommt. Aufgeregt sind sie nach wie vor, allerdings etwas anders. „Nach der Pause sind wir dann alle etwas ruhiger“, so die Musiker.

Für ein neues Lied brauchen die „Weizenguys“ mindestens drei bis vier Proben, bis es in ihren Ohren so klingt, dass sie daran arbeiten können. „Man braucht ein gutes Gehör und man muss Noten lesen können“, erklärt Herbert, der „Bass“ der Gruppe. Einmal in der Woche treffen sie sich bei einem Bandmitglied, um drei bis vier Stunden zu proben. Jochen, der früher Schlagzeug bei einer Jazz-Bigband spielte, drückt es so aus: „Es ist einfach toll. Man verbindet das Nützliche mit dem Angenehmen. Es ist die Freude an der Musik.“ Ein Schlagzeug braucht der zugezogene Schwabe bei den „Weizenguys“ nicht, dafür aber sein Taktgefühl und die Stimme. Er ist der Tenor der Gruppe. „Für eine a cappella-Gruppe ist ein Tenor zu wenig, üblich sind drei bis vier“, meint Edi, der jahrelang bei einer Rockband Keyboard spielte.

Ihre größten Fans sind die

eigenen Frauen und Kinder


„Meine Frau findet toll, was wir machen. Und wenn meine Kinder Zeit haben, kommen sie auch gerne zu einem Konzert“, so Florian, einer der vier Baritone. Ihr Publikum ist bunt gemischt, genauso wie ihre Auftrittsorte. Ob bei einer Geburtstagsfeier, Hochzeit, im Schloss zu Hopferau, Festspielhaus oder Lokalen und Diskotheken – sie sind da, wo sie eingeladen werden. „Bislang hatten wir das Glück, dass wir uns selbst noch um keinen Auftritts-Termin bemühen mussten. Die Veranstalter sind auf uns zugekommen“, so das Sextett. Geld spielt bei der Eisenberger-Gruppe nicht die wesentliche Rolle. „Es hängt von der Veranstaltung ab. Generell ist es so, dass unsere Kosten gedeckt sein müssen. Vorrangig ist aber immer noch der Spaß“, so das einheitliche Credo. Sobald die sechs Familienväter auf der Bühne stehen, springt auch gleich der Funken von Spaß und guter Laune auf das Publikum über. Die Liedtexte sind frivol, gesellschaftskritisch, mit viel Ironie und das alles auf Deutsch.

Wer die netten Jungs aus dem Ostallgäu gerne live sehen möchte, hat am 28. November  (1. Advent) in der Fachklinik Enzensberg in Hopfen am See die Möglichkeit.
Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Name ihres Programms ist wunderbar zu merken: Volles Programm!

www.weizenguys.de

Text · Bild: rie

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:41 Uhr
 
Dr. Enno Behrends, Chefarzt der Gynäkologie an der Klinik Füssen, privat PDF Drucken E-Mail
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Montag, 15. November 2010 um 14:36 Uhr

Füssen.    Die Abteilung Gynäkologie am Füssener Krankenhaus ist für die Familien in der Region mit zwei Namen verbunden: Dr. Otto Ruff und Dr. Enno Behrends. „Bei Dr. Ruff habe ich als Assistenzarzt zwei Jahre wirklich sehr viel lernen können. Das war von 1977 bis 79. Er holte mich dann später aus Erlangen, wo ich meine Weiterbildung zum Facharzt machte, als Oberarzt nach Füssen zurück. Das war 1982. Als sein direkter Nachfolger leite ich schon seit 1992 die Abteilung, sie ist in den vielen Jahren sozusagen zu meinem Kind geworden“, erklärt der Chefarzt in seinem Büro. Nach diesem skizzierten beruflichen Werdegang des im Jahr 1947 geborenen Gynäkologen möchte Füssen aktuell mehr über den privaten Dr. Enno Behrends erfahren. Und dieser gibt ganz entspannt spannende Antworten auf unsere vielen Fragen.

Auf der Visitenkarte des Chefarztes steht natürlich auch der Vorname. „Wissen Sie, warum Sie Enno heißen?“, beginnen wir neugierig das Gespräch mit Dr. Behrends. Des Rätsels Lösung: Seine Wurzeln sind väterlicherseits in Ostfriesland zu finden. Der Papa Enno Behrends war im Zweiten Weltkrieg als Soldat in Schwaben im Einsatz, wo er nach Kriegsende in Wehringen eine Familie gründete. „Dass ich selbst Arzt werden würde, wurde mir nicht unbedingt in die Wiege gelegt“, erzählt Dr. Behrends, der Humanmedizin in München studierte.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:41 Uhr
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Moment mal... PDF Drucken E-Mail
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Montag, 04. Oktober 2010 um 16:41 Uhr

Markus Dörre: „Der Neue“ in der

neuen Pfarreiengemeinschaft

In einer Gemeinschaft aktiv zu sein und mit anderen etwas zu bewegen, dafür hat sich der Kauferinger mit dem verschmitzten Lachen schon in jungen Jahren begeistert. So verwundert es nicht, dass Markus Dörre in seiner Heimatgemeinde als Ministrant, in der Jugendarbeit und im Pfarrgemeinderat aktiv mitgewirkt hat. Er selbst bezeichnet das als „langsames Hineinwachsen in die Kirchengemeinde“. Im Alter von 18 Jahren stand dann sein Berufswunsch Priester fest. „Von diesem Entschluss war meine Mutter anfangs so gar nicht begeistert“,erinnert sich Markus Dörre schmunzelnd. Seine Freunde überraschte er mit seinem Berufswunsch nicht besonders. Diese reagierten beispielsweise mit „War doch eh klar“, erzählt der 35-jährige.

Nach dem Studium der Theologie in Augsburg und Würzburg folgten auf dem Weg zur Priesterweihe Stationen in Marktoberdorf, Weißenhorn und Schwabmünchen. Nach drei Jahren als Stadtpfarrer in Illertissen wirkt er nun seit fast vier Wochen in der neuen Pfarreiengemeinschaft. Schon vor seinem Umzug ins Allgäu hatte der Pfarrer Bekannte in der Umgebung. So lebt sein früherer Heimatpfarrer Ludwig Epp, dem er bereits selbt als Ministrant diente, als Ruhestandsgeistlicher in Bayerniederhofen. Sein Studien- und Weihekurskollege Bernd Leumann ist Pfarrer in Pfronten.

Leibspeise Kässpatzen


Markus Dörre fühlt sich sichtlich wohl. „Die Landschaft hier ist einfach wunderschön und von meinem Balkon habe ich sogar Schlossblick“, berichtet er lachend. Das berühmte Schloss hat er zwar noch nicht besichtigt, dafür war er bereits auf der Marienbrücke. Den Tegelberg hat der begeisterte Wanderer und Bergsteiger auch schon erklommen und der Säuling soll demnächst folgen. Doch nicht nur was die Natur betrifft, ist Markus Dörre im Allgäu gut aufgehoben. Sein Leibgericht sind Kässpatzen und die „Allgäuer Kässpatzen“ sind bekanntlich besonders gut. Wenn er neben seinen Aufgaben als Seelsorger Zeit findet, zieht er sich auch gerne einmal mit einem guten Buch zurück. Vor allem die Romane von Franz Werfel und Nordische Krimis haben es dem passionierten Leser angetan.

Markus Dörre, der sich selbst als Realist bezeichnet, schätzt an seinen Mitmenschen besonders Pünktlichkeit, da diese Eigenschaft für ihn viel mit Wertschätzung zu tun hat. Der junge Pfarrer ist sich durchaus bewusst, dass sich die Gemeindemitglieder erst einmal an die Situation in der neu gebildeten Pfarreiengemeinschaft gewöhnen müssen. Er möchte an allen Orten gleich präsent sein und eine Basis aus Vertrauen und Glaubwürdigkeit schaffen. Dabei möchte er den Menschen Anlaufstelle in der Not sein und damit die Pfarreiengemeinschaft auf einen guten Weg bringen.

Text · Bild: mm

 

Veronika Kunz-Radolf: Liebe zur Kultur

 

Reutte.    Waren Sie schon einmal bei einem Gartenzwerg-Casting dabei? Nein? Veronika Kunz-Radolf auch nicht. Aber das hielt die Künstlerin und Obfrau der Außerferner  Kulturinitiative  Huanza nicht davon ab, es als eines der vielen Programmpunkte in das Programm der 21. Außerferner Kulturzeit aufzunehmen.


Veronika Kunz-Radolf ist eine Künstlerin par excellence oder zumindest so, wie man sich vielleicht eine vorstellt. Künstler sind nicht alltäglich, sie sind anders als andere – aber genau das ist es, was sie so besonders macht. So wie Veronika Kunz-Radolf: Ihre rauchige Stimme, die schwarz geschminkten Augen, ihre leicht burschikose Art und ihre Kopfbedeckungen lassen sie selbst wie ein Kunstwerk erscheinen. Ein höchst interessantes sogar, weil man wissen möchte, was diese Frau ausmacht. Es sind die bunten, vielfältigen Ideen, der Mut Unmögliches möglich zu machen.

Veronika Kunz-Radolf lehrt den Betrachter die Kunst aus verschiedenen Perspektiven zu sehen und sie bringt ihn auch dazu sich auf ungewöhnliche Kunst-Projekte einzulassen, vorausgesetzt er will es. „Vaginas im Dirndl“ ist so eines. Schon alleine der Titel des skurillen Theaters macht stutzig. „Das ist gut so. Es soll die Leute neugierig machen“, so der Kommentar der Künstlerin. Veronika Kunz-Radolf bemalt Huanzen“ also Holzgestelle zum Trocknen von Heu. Ihre Kunstobjekte sind am Sonntag, 3. Oktober um 14 Uhr in Vils auf der Wiese des keltischen Baumkreises zu sehen. Das Rund des Labyrinths und sein Zugang sind mit roten, gelben, grünen und blauen Huanzen eingefasst.

Seit 2009 ist Veronika Kunz-Radolf Vorsitzende der Außerferner Kulturinitiative Huanza, die ihre Gründungsstunde anlässlich der 500-Jahr-Feierlichkeiten der Markterhebung von Reutte hatte. Seit der Gründung des Vereines ist sie die zweite Frau, die den Vorstand führt. Seit 1997 ist sie dabei, aus der „Liebe zur Kultur“, wie sie selbst sagt. Mit 16 Jahren machte  Veronika Kunz-Radolf eine Lehre zur Buchhändlerin. Sie lernte einen Goldschmied kennen und kam so in die Kunstszene. Die Mutter zweier erwachsener Söhne kann man in keine Schublade pressen. Sie überrascht immer wieder mit Neuem, wie zum Beispiel zur diesjährigen  Eröffnung der Außerferner Kulturzeit in Vils. „Herr Bürgermeister Keller war sehr offen gegenüber unseren Ideen“, so Veronika Kunz-Radolf. So wurde dann auch gleich das Wahrzeichen von Vils, das Betonwerk Schretter, von der Wiener Lichtkünstlerin Victoria Coeln in Szene gesetzt.

Übrigens: Wer die „Lichtfabrik“ bei der Eröffnung noch nicht gesehen hat, kann sie sich noch bis zum 9. Oktober ansehen.

Kunst zu präsentieren kostet allerdings auch viel Geld. „Manchmal habe ich schlaflose Nächte, weil ich überlege, ob ich wohl das gesamte Geld zusammen bekomme, das wir für die Künstler brauchen“, erklärt sie. Sie und der Verein schaffen es immer wieder – zum Glück und Dank den Sponsoren, sonst würde man so vieles Interessantes, Skurriles und auch Verrücktes nicht sehen können.

Text: rie · Bild: oh

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:38 Uhr
 
Ein Fest mal anders oder ein Fest erst recht mal anders PDF Drucken E-Mail
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Montag, 04. Oktober 2010 um 15:11 Uhr

Matthias Stroeher und „seine“ SeniorenMatthias Strhoeher

Füssen.    Man kennt sie, diese „berüchtigten“ Seniorenfeste, zu denen Enkelkinder und Familien zu Besuch kommen, um mit dem Opa, der Oma, dem Vater oder der Mutter bei Kaffee und Kuchen den Nachmittag zu verbringen. Muss-Feste, die zur Pflicht gehören. Etwas, das man organisieren sollte oder muss. Manches mal sogar lieber vermeiden möchte. Zugeben? Nein, zugeben will man das nicht. Es ist nicht moralisch vertretbar. Die Angst vor einem Seniorenheim, früher hießen sie noch Altenheime, ist groß. 

Schlechte Luft, schlürfende Schritte, Augen, die einen beobachten, leere, oft hilflose Gesichter, das und noch viel mehr trägt dazu bei, die Barriere zwischen Seniorenheim und der Welt draußen zunehmend größer werden zu lassen. Der Raum „Seniorenheim“ ist kein Lebensraum. Für viele hier wohnhaften alten Menschen und deren Besucher ist es die letzte Station eines Lebens. Danach gibt es nichts mehr, außer dem Tod und vielleicht dem Glauben an ein jenseitiges Leben. Gerade deswegen trägt jeder die Pflicht in sich, diesen vermeintlich letzten Lebensabschnitt lebenswert zu gestalten. So jedenfalls auch die Meinung von Matthias Stroeher, Leiter des Heilig-Geist-Bürgerspitals und des Seniorenheims St. Michael in Füssen.

Neue Wege


Stroeher geht dabei neue Wege, um den Menschen die Schwellenangst vor einem Seniorenheim zu nehmen. „Es ist sehr wichtig, dass hier ein Dialog entsteht“, ist sich der Leiter sicher. Wie? „Wir möchten unsere Häuser nach außen hin attraktiver gestalten. Das bedeutet nicht nur bauliche Komponenten zu ändern, sondern vielmehr das, was bei uns hier passiert, nach außen zu tragen. Die Menschen müssen neugierig gemacht werden.“ „Zeitlos“ heißt die kommende Veranstaltung am Sonntag, 16. Oktober im St. Michael. Kein ungewöhnlicher Name für eine Veranstaltung, wenn man weiß, was Matthias Stroeher damit bezwecken möchte. „Unsere Senioren  haben viel Zeit, ihre Besucher eigentlich weniger. An diesem Tag soll die Zeit los gelassen werden, einfach nur zeitlos genießen und erleben. Das tut uns allen gut und insbesondere unseren Senioren.“

Zeitlos


Am 16. Oktober ist ab 11 Uhr ein kunterbuntes Fest mit Speisen aus der ganzen Welt, Musik, Tanz und eine Modenschau von Wilma Rösch geplant. Sie war es auch, die sich für diese „Location“ entschied. Ungewöhnliche Schnitte, Farben und Muster, die ebenso ungewöhnlich sind wie ein Seniorenheim als Ort für eine Modenschau. „Sicherlich werden sich die Meinungen da teilen. Aber warum soll man immer nur stur konservativ voran gehen?“ Für Matthias Stroeher ist diese Frage nicht schwer zu beantworten. „In der Alterszeit wird viel reflektiert, weil die Zeit dafür da ist. Man fragt sich, warum man dies oder jenes sein Leben lang nicht gemacht hat. Man findet es schade, dass man sich vielleicht nicht getraut oder sich nicht die Zeit dazu genommen hat. Wenn man dann in einem Seniorenheim lebt, sollten Alter oder Scham am besten keine Rolle mehr spielen und die eigene Biographie genau ausgelotet werden. Warum also nicht Salsa oder Trommeln lernen, statt Walzer und Küchenschürze? Weg vom Gewohnten, hin zur Erfüllung unerfüllter Lebenswünsche. Das halte ich für wichtig – ein Weg zu Glück im Alter.“
Die Heimbewohner sind Matthias Stroeher für seine Offenheit dankbar. Sie fühlen sich wohl.

Programmpunkte


Travelartist und Designerin Wilma Rösch zeigt zu ihrer Modekollektion eine Performance. Mit dabei sind Max Eichhorn, Ellen Benson an Klavier und Percussion, Alberto Cirilo mit seiner Dancecompany,  die Sopranistin Britta Stroeher, und vieles mehr. Kulinarisch geht die Reise durch Thailand, Spanien, Türkei, Griechenland, Deutschland, Brasilien ... bis hin zum Kuchenbuffet. Eine zeitlose Gaumenreise, mit sehr viel Zeit und Raum für gemeinsame Stunden.
Text · Bilder: rie


Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:38 Uhr
 
Lehrerin aus Faszination und Leidenschaft PDF Drucken E-Mail
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Montag, 04. Oktober 2010 um 13:46 Uhr

10 Jahre Ballettschule ZahariaAngelica Zaharia

Füssen.    Die Energie, die von Tanz ausgeht, und die Möglichkeit jegliche Emotion tänzerisch auszudrücken ist es, was Angelica Zaharia am Ballett von Kindesbeinen an fasziniert. Nach neun Jahren Studium an der staatlichen Ballettschule in Bukarest zog es die gebürtige Rumänin mit 18 Jahren hinaus in die Welt. Engagements an verschiedenen Theatern standen auf dem Programm. Dass sie einmal eine eigene Ballettschule leiten würde, das hätte sie damals nie gedacht. Mittlerweile sind zehn Jahre vergangen, seitdem Angelica Zaharia die Ballettschule von Elisabeth Holzammer in Füssen übernommen hat. Zehn Jahre, von denen die leidenschaftliche Balletttänzerin keinen einzigen Tag bereut hat.

Angelica Zaharia hat es geschafft, ihre Leidenschaft zum Tanz zum Beruf zu machen. Eine Leidenschaft, die sie mit viel Liebe und Herz nun seit mehr als zehn Jahren an ihre mittlerweile fast 200 Schülerinnen und einige Schüler in Füssen weitergibt. „Ich genieße die Arbeit mit den Kindern. Es ist einfach toll, die Entwicklung zu verfolgen und zu sehen, welche Fortschritte sie machen“, erzählt sie von ihrem Berufsalltag.

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Kameramann Siegfried Braun: Auf den Spuren der Schneeleoparden PDF Drucken E-Mail
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Montag, 04. Oktober 2010 um 13:16 Uhr

 

 

Hopferau.   Ulan Bator, übersetzt „Roter Held“, ist die Hauptstadt der zentralasiatischen Republik Mongolei. Sie hat 845.000 Einwohner und liegt in einer Höhe von 1.352 Meter über Normal Null am Fuße des 1.914 Meter hohen Berges Bogd Khan Uul. Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von -2 Grad gilt Ulan Bator als die kälteste Hauptstadt der Welt. Dort, etwa drei Stunden davon entfernt, leben die Schneeleoparden. Ihre Körper sind an das Leben in der eisigen Wildnis von atemberaubender Schönheit und Gefährlichkeit angepasst. Nur wenige haben es geschafft den Schneeleoparden in der Wildnis zu fotografieren. Sigi Braun (rechts im Bild) ist einer von ihnen. Vier Wochen lang war er mit Florian Hipp im Auftrag des Bayerischen Fernsehens in der Mongolei um einen Schneeleoparden zu besenden.

Eiskalt war es als Sigi Braun und sein kleines Team in Ulan Bator landeten. Dass es noch kälter werden würde konnte er sich fast gar nicht vorstellen. „Die Mongolen sagten uns, dass es einer der härtesten Winter ist. Selbst sie hatten es noch nicht so erlebt. Wenn die Frauen an der Quelle das Wasser holten gefroren die Wasserspritzer in der Luft. Es ist eine trockene, harte Kälte“, erzählt der Kameramann.

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Die Tür muss von innen aufgehen PDF Drucken E-Mail
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Montag, 04. Oktober 2010 um 13:05 Uhr

Integration, aber wie? Lotahr Schaffrath und Johanna Bobinger

Füssen.    Integration hat es immer schon gegeben und das nicht nur in Deutschland. Heute wird dieses Thema wieder stark thematisiert. Gründe gibt es viele, hauptsächlich ist es aber die Unzufriedenheit und die Suche nach Halt – und das auf beiden Seiten. Leben zwischen zwei Kulturen war noch nie einfach, besonders dann nicht, wenn sie so verschieden sind wie die der Christen und der Moslems. Sich in eine Gemeinschaft einbinden und dazu gehören ist vor allem für junge Menschen sehr wichtig. Die Schule spielt dabei eine zentrale Rolle. Hier soll unter anderem Integration stattfinden und das Miteinander gefördert werden. Denn 20 Prozent aller Kinder aus Einwandererfamilien verlassen in Deutschland die Schule ohne Abschluss. Lothar Schaffrath, Lehrer an der Anton-Sturm-Mittelschule in Füssen und Johanna Bobinger, Sozialpädagogin, sehen die Integration der Schüler auf der Hauptschule positiv entgegen. 

Sechs Jahre war Johanna Bobinger als Sozialpädagogin in der Praxisklasse an der Hauptschule in Füssen. Etwa 30 Prozent der Schüler waren ausländischer Herkunft. „Die Praxisklasse diente dazu, schulisch schwache Schüler mit problematischem Hintergrund zu fördern beziehungsweise zu unterstützen. Da waren auch viele deutsche Jugendliche dabei“. In einer Kleinstadt wie Füssen scheint die Problematik der Integration nicht so groß zu sein wie in Großstädten, wo Anonymität herrscht. Immer wieder wird beklagt, dass Eltern von Migrantenkindern kein Interesse an den schulischen Leistungen haben. Das können Lothar Schaffrath und Johanna Bobinger nicht bestätigen. „Immer mehr Schüler machen bei uns den Qualifizierenden Hauptschulabschluss oder auch den M-Zug. Sie streben alle eine Ausbildung an“, so Schaffrath. „Ich glaube nicht einmal, dass die Eltern kein Interesse haben – sie haben Vertrauen zu uns Lehrern und wissen, dass ihre Kinder bei uns gut aufgehoben sind“, fügt Johanna Bobinger hinzu. Als Sozialpädagogin bekommt sie öfters die Lebenssituationen mit, in denen die Eltern auch dankbar für die Bemühungen sind. Allerdings kann man niemanden zu einer Integration zwingen, weiß auch die Sozialpädagogin. „Man muss schon selbst auch dafür bereit sein“.

Schulen als Instrument

zur Integration


Auch in Füssen gibt es Ganztagsklassen, in der die Kinder gefördert und beaufsichtigt werden. „In den Ganztagsklassen  sind sowohl Migranten- als auch deutsche Kinder. Egal, welcher Nationalität sie sind, hier wird die Gemeinschaft gefordert und auch einige Benimmregeln gelehrt. Viele Kinder kennen es nicht, dass man gemeinsam isst, sich vorher die Hände wäscht oder wie sie Messer und Gabel halten sollen“, erzählt Schaffrath. Auf der Mittelschule in Füssen sind etwa 25 Prozent der Schüler Ausländer. Nicht mitgerechnet sind die, die einen Migrationshintergrund haben. Die meisten von ihnen sprechen Deutsch, einige eher schwach. Den Grund darin sieht Schaffrath in ihrer Wohnumgebung und dem wenigen Kontakt zu deutschen Kindern und Jugendlichen. Sie leben dort in ihrer eigenen Welt. Um das zu verhindern und den Kindern und Jugendlichen faire Chancen in der Ausbildung zu ermöglichen findet Lothar Schaffrath, dass  mehr getan werden muss. „Die Kinder müssen in den Kindergarten gehen. Ein Pflichtjahr für alle wäre zwingend notwendig. Integration muss bereits in der Grundschule anfangen. Die Kinder müssen mehr gefördert werden, allerdings in kleineren Klassen“. Der Pädagoge ist sich sicher, dass solche Prävention den Staat aus langer Sicht weniger Geld kosten würde. Das Integration nicht von heute auf morgen stattfinden kann, ist allen bekannt. „Integration findet über Generationen statt. Doch ohne gegenseitigen Respekt und Achtung ist das nicht möglich. Integration eröffnet allen die Möglichkeit, nicht ausgeschlossen zu werden. Ob man diese Gelegenheit nutzen will, bleibt jedem Einzelnen überlassen “, so Johanna Bobinger.

Text · Bild: rie

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:37 Uhr
 
„Wir sind wie eine italienische Familie“ PDF Drucken E-Mail
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Montag, 30. August 2010 um 14:03 Uhr

Andrea und Marco Ulloth Ehepaar Ulloth auf ihrer Dachterrasse in Füssen.

Füssen.    „Als Kind wollte ich eigentlich immer Banker werden, denn Mathematik und mit Zahlen spielen habe ich damals geliebt“, erzählt Marco Ulloth. Als Börsianer, so sah er sich oft in der Zukunft. Der gebürtige Nordhesse entschied sich dann allerdings ganz anders und machte die Orthopädie-Schuhtechnik zu seinem Metier. Über diese Entscheidung ist er bis heute sehr froh: „Ich bin zufrieden, weil ich weiß, dass ich Menschen helfen kann. Genau das ist es, was ich will.“ Denn wie wichtig Gesundheit ist, hat der 40-jährige schon in jungen Jahren festgestellt. Nach mehreren Stationen am Bodensee hat der orthopädische Schuhmachermeister im Jahre 2006 zusammen mit seiner Frau Andrea und Tochter Eileen sein Zuhause in Füssen gefunden.

Aufgrund einer schweren Krankheit verbrachte Marco Ulloth den Großteil seiner Kindheit und Jugend im Krankenhaus. Insgesamt 30 Operation musste er in dieser Zeit über sich ergehen lassen. Heute ist er beschwerdefrei, doch damals hatte er zu kämpfen: „Meinen Schulabschlüssen bin ich immer etwas hinterhergehechelt“, erinnert er sich. Durch Ehrgeiz und einen starken Willen hat er trotzdem seinen Weg gefunden. Seine persönlichen Erfahrungen ließen den ersten Berufswunsch „Bankkaufmann“ dann aber schnell in den Hintergrund rücken.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:37 Uhr
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„Als Bub wollte ich Kinderarzt werden“ PDF Drucken E-Mail
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Montag, 30. August 2010 um 13:26 Uhr

Orthopäde und Unfallchirurg – Dr. Dieter Jelitte privatDr. Dieter Jelitte mit seiner Frau Jelica 2009 in Südkorea.

Füssen.    Kleine Buben, die nach ihrem Traumberuf gefragt werden, haben verständlicherweise oft überhaupt noch keine Vorstellung von ihrer persönlichen Zukunft oder sie wollen zum Beispiel ein mutiger Feuerwehrmann werden. Auch „Pilot“ ist eine Antwort, die gern gegeben wird. „Ich habe keine blasse Ahnung, wie ich als Volksschüler damals auf Kinderarzt gekommen bin“, berichtet Dr. Dieter Jelitte, Jahrgang 1959. „Füssen aktuell“ besuchte ihn in seiner Praxis für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Rechts erreichen Patienten und Besucher den Krankenhaus-Haupteingang. Links – wo es hinunter zum Parkplatz geht – ist ein Schild nicht zu übersehen. Es weist den Fußweg zur „Orthopädie“. Der erste niedergelassene Arzt auf dem Füssener Krankenhausgelände ist seit 2009 Dr. Dieter Jelitte. „Geworden bin tatsächlich ein Arzt“, so nimmt er den Faden unseres Interviews wieder auf. Aber nach dem Studium in Frankfurt am Main hat er direkten Kurs auf die fachärztliche Weiterbildung als Chirurg genommen. „Später kam meine Gebietsspezialisierung auf Orthopädie hinzu.“

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:36 Uhr
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„Es war die richtige Entscheidung“ PDF Drucken E-Mail
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Montag, 30. August 2010 um 13:13 Uhr

Seit einem Jahr ist Stefan Fredlmeier Tourismus-Chef in FüssenStefan Fredlmeier und seine Frau Christa Fredlmeier

 Füssen.    Füssen hat gesucht und es scheint so, dass die Stadt dieses Mal Glück bei der Wahl ihres Tourismusdirektors hat. Seit einem Jahr ist Stefan Fredlmeier Tourismus-Chef in Füssen und kaum wie ein anderer Tourismusdirektor zuvor, hält er die Balance zwischen Hoteliers, Einzelhandel und Verwaltung. Er will Füssen auf dem großen Tourismusmarkt etablieren. Füssen aktuell traf sich mit dem 45-jährigen und seiner Frau Christa Fredlmeier zum Gespräch.

Sie sind seit einem Jahr in Füssen. Wie fühlen Sie sich? Großartig! Ich bin sehr gerne hier. Es war die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt. Ich kann mir nichts anderes vorstellen.

Als Sie den Job als Tourismusdirektor hier annahmen, gab es viele Baustellen, wie Sie es kürzlich nannten. Wie sieht das Resümee nach einem Jahr aus? Ich glaube, dass wir viele Dinge auf pragmatischer Weise gelöst haben, die anfangs sehr schwer schienen, wie zum Beispiel die Kurtaxe, der Informator an der Morisse, die Touristinformation in Hopfen. Die Zusammenarbeit hat sich mit den Akteuren sehr verbessert. Sie ist konstruktiv und kooperativ, dadurch wurden viele Altlasten abgebaut. Wenn mir etwas noch im Magen liegt, dann ist es definitiv die Königskarte.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:36 Uhr
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Das Pfrontener Jugendforum PDF Drucken E-Mail
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Montag, 30. August 2010 um 12:35 Uhr

Der Jugend-Bürgermeister und sein Team„Es wäre gut, wenn es mehr solcher Netzwerke gebe, in denen sich Jugendliche zusammentun könnten“. Josef Zeislmeier

Pfronten.    Polit-Power haben, Ideen realisieren und sich repräsentieren, das ist für Linus Jehle und Sabrina Haslach seit einem Jahr zur Normalität geworden. Als Jugend-Bürgermeister und Stellvertreterin engagieren sie sich für die Kinder- und Jugendlichen in ihrer Gemeinde Pfronten und arbeiten eng mit Bürgermeister Josef Zeislmeier und den Gemeinderäten zusammen.  

Die Idee, Jugendliche mit in die Gemeindearbeit einzubinden, kam von Bürgermeister Josef Zeislmeier. „Jugendliche sind für eine gute Gemeindearbeit sehr wichtig. Man muss sie und ihre Wünsche ernst nehmen, schließlich sind sie es, die sich später einmal für ihre Gemeinde stark machen werden“, ist sich der Gemeindechef sicher. Das Jugendforum wird von der Pfrontener Jugend in einem geheimen Wahlverfahren gewählt. Es besteht aus einer Jugend-Bürgermeisterin beziehungsweise einem Jugend-Bürgermeister und zehn Jugendgemeinderäten im Alter von zwölf bis 20 Jahren.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:36 Uhr
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Die Kinder der ersten Gastarbeiter PDF Drucken E-Mail
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Montag, 30. August 2010 um 12:22 Uhr

Arbeiten für ein besseres LebenDebora Bozzon

Füssen.    Bayern und Italien verbinden nicht nur die Kultur und die Handelsstraße  Via Claudia, sondern auch ein Vertrag, der vor 50 Jahren geschlossen wurde. Er regelte die massenhafte und organisierte Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften. Möglich gemacht hatte dies das erste Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und Italien. Viele Italiener, ob nun aus Nord- oder Süditalien, haben sich in der Lechstadt angesiedelt. Die einen früher, andere wiederum später. Sie haben eines gemeinsam: Sie wollten Geld verdienen, um zu Hause ein gutes Leben führen zu können. Dabei vernachlässigten sie sich selbst, ihre Gesundheit und die Familie.  

Debora Bozzon lebt als Gastarbeiterkind der zweiten Generation in der Lechstadt. Ihre Eltern kamen Ende der 60er Jahre nach Deutschland. Seit fast 30 Jahren besitzen sie die Eisdiele Dolomiti in der Füssener Reichenstraße. Seit ihrem 14. Lebensjahr arbeitet Debora Bozzon in der Eisdiele ihrer Eltern. Sie war es gewohnt, ihre Bedürfnisse in den Hintergrund zu stellen. Erst kommen das Geschäft und die Kunden, dann vielleicht sie selbst. Doch seit ihr kleiner Sohn Luca auf der Welt ist, gibt es für Debora Bozzon mehr, viel mehr als nur die Wünsche ihrer Gäste. Sie möchte erleben, wie ihr kleiner Sohn aufwächst und welche Fortschritte er macht. Ihre Mutter bekam nie richtig mit, wie es ihr und ihrem Bruder ging. „Sie hat immer viel gearbeitet, irgendwie war das zu der Zeit ganz selbstverständlich“, erzählt die junge Mutter.

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Narkose-Pionier an Ostallgäuer Kliniken PDF Drucken E-Mail
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Dienstag, 03. August 2010 um 14:13 Uhr

Oberarzt Dr. Martin Kumpf privatDr. Martin Kumpf mit seinen beiden Enkelkindern Philip (5 Jahre) und Eva (1 1/2 Jahre).

 Füssen/Biessenhofen.    „Dieser Espresso geht auf Dr. Kumpf.“ In der Cafeteria des Füssener Krankenhauses fühlt man sich bei einer aromatischen Tasse bestimmt nicht wie im Wartezimmer, bis das vereinbarte  Interview mit dem 63-jährigen Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin beginnen kann. Die Zeit, bis der OP  Dr. Martin Kumpf frei gibt, könnte zum Beispiel dafür genutzt werden, um einen Flyer anzuschauen. Das Faltblatt informiert über die Zentrale Anästhesieabteilung der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, die schon  im Januar 1978 gegründet worden ist. Als einer der damaligen Pioniere stellt sich im Gespräch in seinem Büro auch Dr. Martin Kumpf vor. Gern kam er aus München ins Ostallgäu, obwohl er Bayerns Hauptstadt seit Sommer 1968 als Student und danach als Assistenzarzt die Stationen seines beruflichen Werdegangs genossen hat. „Wenn ich auf dem Weg nach Füssen zur Arbeit bin, fahre ich jeden Tag wie in den Urlaub“, beschreibt er das positive Gefühl, das ihn nunmehr seit 32 Jahren begleitet.

„Die damaligen Chefärzte der Abteilung kannten mich aus Pasing“, erzählt er. „Sie haben mir eine Stelle angeboten, als sie hier die komplett neue Abteilung aufbauten, die für die Kliniken in Füssen, Marktoberdorf und Obergünzburg sowie das Klinikum Kaufbeuren zuständig ist.“ Zeitgleich – wie Dr. Kumpf berichtet – wurden auch die ersten Intensivstationen im Landkreis (Klinik Füssen) und in der Stadt Kaufbeuren (Klinikum Kaufbeuren) eingerichtet, die unter der ärztlichen und organisatorischen Leitung der Abteilung Anästhesie stehen. Mittlerweile habe die Abteilung rund 40 ärztliche Mitarbeiter. „Trotz langjähriger Erfahrung können wir vorher nie wissen, wie lange wir als Team im OP arbeiten“, nimmt er Bezug auf die Verspätungen, mit denen seine Familie klar kommen muss. „Die Arbeit ist beendet, wenn es dem Patienten gut geht. Das musste meine Frau unseren beiden nun längst erwachsenen Kindern oft erklären, wenn sie abends ungeduldig gefragt haben, wann der Papa denn nach Hause kommt.“

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:35 Uhr
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Ein Traum wurde wahr – Meeressäuger helfen der kleinen Doreen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, 03. August 2010 um 14:06 Uhr

Großzügige Spendenbereitschaft ermöglicht Delphin-Therapie

Reutte/Jalta.    Eine Delphintherapie, das war der größte Wunsch, den Maritta Moosbrugger für ihre Tochter Doreen hatte. Doreen hat Trisomie 21 und gerade Kinder mit Down Syndrom sprechen besonders gut auf Interaktionen mit Delphinen an. Durch viele Spenden und die Unterstützung vieler Menschen wurde ihr dieser lang gehegte Wunsch nun erfüllt. Zwei Wochen lang waren Doreen und ihre Mutter Maritta nun in Jalta auf der Insel Krim in der Ukraine, wo sie die so genannte Alphatherapie durchgeführt hat.

„Schon nach ein paar Tagen haben wir die ersten Veränderungen bemerkt“, erzählt Maritta Moosbrugger „Doreen war auf einmal viel ruhiger und vor allem auch aufmerksamer“. Aber nicht nur im Verhalten der kleinen Doreen hat sich einiges getan. Auch auf sprachlicher Ebene hat sie einen merklichen Sprung nach vorne gemacht. „Es sind ein paar Worte dazu gekommen. Beispielsweise Hunger, schneiden und natürlich der Name Luna“, erzählt die junge Mutter weiter mit einem Lächeln im Gesicht. Luna, der Name der kleinen Freundin von Doreen, die Tochter von Karin Kühbacher. Da es der Familie von Maritta Moosbrugger nicht möglich war, sie in die Ukraine zu begleiten, hat sich Karin Kühbacher angeboten und die junge Mutter auf ihrer Reise unterstützt. Flug, Unterkunft und alles Weitere hat sie selbst bezahlt.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:35 Uhr
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Mit Pumps auf der Alm PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, 03. August 2010 um 13:59 Uhr

Heidi Pohler, die Almhirtin von der EdenalpeHeidi Pohler, die Hirtin von der Edenalpe

Füssen.  Ihre Markenzeichen sind Pumps, Jeans und ein fröhliches Wesen. Dabei hat Heidi Pohler manchmal wirklich nicht viel zu lachen. Ihr Job ist knochenhart und spielt sich ganz oben in den Bergen auf 1.671 Metern ab. Sie ist die Hüttenwirtin der Edenalpe und zugleich auch Hirtin von 64 Kühe, davon 26 Jungtieren. Jeden Morgen ist sie mindestens zwei Stunden unterwegs, um nach den Tieren zu schauen. Ob es regnet, neblig oder schön ist, ist für diese Art von Arbeit nicht relevant. „Wichtig ist, dass man es gerne macht“, so Heidi Pohler. 

Zäune reparieren ist für die Almhirtin und Wirtin ganz normal. In ihrem Tragegestell sind die Zaunpfähle, Hammer, Nägel und alles, was man noch brauchen könnte. „Für mich ist das keine Last. Es ist eine ganz normale Arbeit wie jede andere auch“, erzählt Heidi Pohler. Wer sich jetzt eine burschikose Frau  vorstellt, liegt ganz falsch. Ihre gute Figur hat sie der vielen Arbeit zu verdanken und auf weibliche Accessoires mag die Mutter zweier Söhne nicht verzichten. Ihre Pumps gehören zu ihr, wie das Landleben, auf das sie nicht verzichten möchte. Ein wenig verwundert schauen die Gäste schon, wenn sie auf die Edenalpe kommen und Heidi Pohler mit Pumps sehen. „Ich entspreche äußerlich nicht ganz dem Klischee der Almwirtin“, meint sie lachend.

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Leben am Limit PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, 03. August 2010 um 13:40 Uhr

Freestyle-Rider Dominik Csauth im Porträt

Dominik Csauth

Kempten/Ebenhofen.    Für Dominik Csauth gibt es nur noch eine Sache, die seinen Alltag beherrscht: ein Leben für das Motorradfahren. Und das im absoluten Grenzbereich. Dominik Csauth ist Freestyle-Rider. Eine Motorrad-Sportart, die in Deutschland noch relativ unbekannt ist. Die aber jeden in ihren Bann zieht, wenn man sieht, was fahrerisches Können gepaart mit grenzenloser Leidenschaft möglich macht.

Schon als kleines Kind wurde Csauth von Vater und Großvater vorgelebt, was es heißt Motorrad zu fahren. Es wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt. Der motorsportbegeisterte Vater Manfred Csauth, heutiger Leiter der TÜV-Außenstelle in Füssen, schenkte seinem Sohn zum sechsten Geburtstag ein altes 50 Kubik Moped. Großvater Franz Holzmann war früher selbst erfolgreicher Speedway-Fahrer. Speedway-Rennen werden mit speziell konstruierten Motorrädern auf flachen ovalen Strecken durchgeführt. Die ersten dokumentierten Rennen fanden bereits in den frühen 30er Jahren in den USA und Australien statt.
Mit 14 Jahren fuhr Dominik Csauth eine 280er Gas Gas. Dieses Motorrad sollte die Grundlage für eine erfolgreiche Trial-Karriere bilden. Nach fünf Jahren konnte Csauth bereits auf sechs Platzierungen unter den ersten drei Plätzen zurückblicken, darunter zwei Mal den ersten und drei Mal den zweiten Platz. Die Spitze seiner Trial-Laufbahn bildete der zweite Platz bei einer Europameisterschaft. In diesen Jahren war er viel unterwegs. An jedem Wochenende nahm er an Wettkämpfen teil, tingelte durch ganz Deutschland, um sein Talent unter Beweis zu stellen. Am Ende schaffte er es nur noch an einem Wochenende im Jahr nicht unterwegs zu sein und zu Hause zu bleiben. In dieser Zeit arbeitete er ausschließlich für den Sport. Da sein teures Hobby kaum anders zu bezahlen war, steckte er jeden Cent, den er bei seiner regulären Arbeit verdient hatte, in sein Motorrad.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:35 Uhr
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„Man muss die Menschen lieben, um Politik machen zu können“ PDF Drucken E-Mail
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Dienstag, 03. August 2010 um 13:31 Uhr

Im Gespräch mit Günter Keller, Bürgermeister der Gemeinde VilsBürgermeister Günter Keller

Vils.    Seit einem Jahr ist Günter Keller Bürgermeister der kleinsten Stadt Tirols. Jahrelang engagierte sich Keller in der Kommunalpolitik. Erst als Gemeinderat, dann als 2. Bürgermeister. Jetzt leitet er die Geschicke von Vils. Sein Amt ist für den 51-jährigen keine Bürde sondern vielmehr ein Geschenk. Füssen aktuell traf sich mit dem sympathischen Gemeindechef zu einem Interview.

Sie sind seit einem Jahr Bürgermeister in Vils. Wie geht es Ihnen dabei? Ich habe diesen Posten wirklich angestrebt, weil ich etwas bewirken, die Menschen erreichen will. Dafür muss man bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Bis jetzt bereue ich nichts. Seit 18 Jahren engagiere ich mich in der Kommunalpolitik.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:34 Uhr
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„Der Mensch steht im Vordergrund, nicht die Position“ Hans Achatz, kaufmännischer Direktor der Fac PDF Drucken E-Mail
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Dienstag, 03. August 2010 um 13:04 Uhr

Langweilig kann man Hans Achatz nicht nennen. Er ist für jeden Spaß zu haben. Für Füssen aktuell springt er mit seiner Frau Uschi auf dem Trampolin. Hopfen am See.    Bodenständig, naturverbunden und sehr offen, so könnte man Johann Baptist Achatz, kaufmännischer Direktor der Fachklinik Enzensberg in Hopfen am See, beschreiben. Seit über 18 Jahren ist der gebürtige Brannenburger für die Fachklinik Enzensberg tätig.  Nicht nur jetzt als käufmännischer Direktor, sondern auch schon als Personalleiter standen die Menschen für ihn immer  an erster Stelle. „Die Position ist nicht maßgebend für eine gute Zusammenarbeit“, so Achatz.

Die Fachklinik Enzensberg ist das Stammhaus der m&i-Klinikgruppe Enzensberg. Sie bildet das Dach eines privatwirtschaftlichen Unternehmens, zu dem fachübergreifend ausgerichtete Fachkliniken und Gesundheitszentren an zehn Standorten in Deutschland gehören. Ihr Leiter ist Hans Achatz, 51, Diplom-Kaufmann. Mit 500 Mitarbeitern auf 420 Betten ist die Klinik dazu in der Lage, ihren Patienten die bestmögliche Qualität an medizinischer Behandlung zukommen zu lassen. Seit August 2008 wird die Klinik um einen Anbau erweitert, durch den allen Patienten mehr Einzelzimmer zur Verfügung gestellt werden sollen, ohne die Bettenanzahl zu erhöhen. Das heißt, dass ab dem voraussichtlichen Bauende im März 2011 weniger Doppelzimmer, aber dafür mehr Einzelzimmer angeboten werden können. Diese Einzelzimmer sind sowohl für Privatversicherte als auch für gesetzlich versicherte Patienten aufschlagsfrei vorgesehen. Der Umbau soll die Wettbewerbsfähigkeit der Klinik auf dem Markt erhöhen sowie den Klinikstandard der aktuellen Entwicklung anpassen. Die Patienten der Klinik kommen meist aus der Region, einige wenige aus Hamburg oder Schleswig-Holstein. Insgesamt acht Häuser umfasst die Klinikgruppe mittlerweile, wobei die Zentrale ihren Sitz in Hopfen hat.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:33 Uhr
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Am 11. August beginnt der Ramadan Der Fastenmonat der Muslime PDF Drucken E-Mail
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Dienstag, 03. August 2010 um 12:57 Uhr

Ostallgäu/Außerfern.    Wenn am 11. August die  Neumondsichel am Abendhimmel erscheint, beginnt für die Muslime der Fastenmonat Ramadan – eine religiöse Übung, die Europäern schwer verständlich ist. „...esst und trinkt, bis ihr in der Morgendämmerung einen weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden könnt! Hierauf haltet das Fasten durch bis zur Nacht!“ So steht es im Koran.

Den ganzen Tag verzichten die Muslime auf Essen und Trinken, Sex, Rauchen, angenehme Gerüche – eigentlich auf alles, was den Körper oder die Seele erfreuen oder berauschen könnte. Neben diesen praktischen Aspekten der Fastenpflicht gibt es mehrere ethisch-moralische Komponenten, die der Muslim im Ramadan zu beachten hat. Unbedingt zu vermeiden sind üble Nachrede, Verleumdung, Lügen, Beleidigungen aller Art und Handlungen, die zwar nicht verboten sind, die aber zu Unachtsamkeit führen könnten.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:33 Uhr
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Auf ein Wort – Im Gespräch mit Dr. Martin Beyer PDF Drucken E-Mail
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Montag, 05. Juli 2010 um 18:10 Uhr

Füssen.    Im Februar 2009 wurde aus den CSU-Ortsverbänden Füssen, Hopfen am See und Weißensee ein gemeinsamer Dr. Martin Beyer im GesprächOrtsverband. Zum Vorsitzenden wählten die Mitglieder Dr. Martin Beyer. Ein Mann, der für seine Rhetorik und Motivationfähigkeit bekannt ist. Mit Beyer weht nun ein frischer Wind bei den Christsozialen. Arbeitsgruppen wurden gebildet, um die hochgesteckten Ziele zu realisieren. Seitdem sind 15 Monate vergangen. Vom politischen Verdruss, weder in seiner Partei noch als Stadtrat, dem er seit September 2009 angehört, ist bei dem Mediziner nichts zu spüren. Im Gegenteil, die kommunale Politik scheint dem 53-jährigen richtig Spaß zu machen. Füssen aktuell traf sich mit dem Kommunalpolitiker zu einem Interview.

Wenn Sie Ihre Parteiarbeit der letzten 15 Monate betrachten, zu welchem Zwischenresümee kommen Sie? Bestätigt hat sich die Vorstellung, dass es eine sehr interessante Aufgabe ist. Interessant deshalb, weil die Unterschiedlichkeit der Positionen und Meinungen in dieser Volkspartei, aber auch die Gemeinsamkeiten, die die Mitglieder mit dieser Partei verbinden, gravierend sind.

Gravierend inwiefern?
Es gibt viele Themen, die diese Stadt betreffen und somit auch unterschiedliche Meinungen. Eine praktische Umsetzung bedeutet daher, viel Geduld haben zu müssen. Meine Aufgabe als Vorsitzender ist es, diese Verschiedenartigkeit an Menschen und Meinungen zusammen zu führen und zusammen zu halten. Alleine der Generationswechsel in unserer Partei ist ein großer Schritt auf dem Weg, den sie in Füssen zu gehen hat.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:32 Uhr
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Wir wurden herzlich aufgenommen PDF Drucken E-Mail
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Montag, 05. Juli 2010 um 16:22 Uhr

Dr. Thomas Koeth, Chirurg

Füssen.    Menschen, die in einer besonders schönen Region oder Stadt geboren wurden, gehen zwar oft zwangsläufig zum Studieren und zur Weiterbildung für ein paar Jährchen in die Fremde, kehren als Erwachsener aber gern zu ihren Wurzeln zurück und bleiben dort, wo sie sich zugehörig fühlen - von Anfang an. Bei Dr. Thomas Koeth jedoch liegt der Fall ganz anders. Der 46-jährige Facharzt, der erst seit knapp über zwei Monaten im Füssener Krankenhaus im OP arbeitet, hat seinen Eltern einen von Sonne verwöhnten Geburtsort zu verdanken, denkt aber nicht einmal im Traum daran, als Chirurg nach Kalifornien auszuwandern. „Ich bin 1963 in der Universitätsstadt Stanford geboren, aber daran habe ich keine Erinnerungen“, sagt er und lächelt. Im Büro von Chefarzt Dr. Kai Scriba berichtet der „Kalifornier“ über die wichtigsten Stationen auf seinem Weg, der in Füssen ein Ziel gefunden hat. Es ist nicht nur die Stellung als Leitender Arzt, die ihm hier Zufriedenheit schenkt, weil er mit chirurgischem Know-how das „denkbar Sinnvollste“ für erkrankte oder verletzte Menschen leisten kann - wie er erklärt. „Es passt hier für mich alles, die überschaubare Stadt und ihre Gassen, die von Bergen und Seen geprägte Landschaft und dass wir sehr herzlich aufgenommen worden sind.“

Dr. Thomas Koeth kam nicht allein. „Ich bin schon länger geschieden, zweifacher Vater und allein erziehend“, legt er die Karten offen auf den Tisch. Mit den Buben – sie sind elf und zwölf Jahre alt – praktiziert er auch am neuen Wohnort in Schwangau-Horn den „Männerhaushalt“, der schon immer gut funktioniert hat. Ein Beispiel: „Wir haben gemeinsam die neue Wohnung gesucht und gefunden“, so der dieses Frühjahr aus Hessens Hauptstadt Wiesbaden „zugereiste“ Wahl-Allgäuer über den Status quo. „Der Zeitpunkt des Wechsels der Arbeitsstelle und des Orts liegt günstig für meine schulpflichtigen Kinder. Das ist wichtig.“

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:32 Uhr
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„Ich habe es mir gewünscht, so zu leben“ PDF Drucken E-Mail
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Montag, 05. Juli 2010 um 16:15 Uhr

Ein Porträt der Gänsemutter Angelika HoferAngelika Hofer

Füssen.    Wenn sie lacht, muss man unwillkürlich mitlachen. Es ist ihre gute Laune, die kindliche Unbeschwertheit, die sie sich bewahren konnte und die andere Menschen fasziniert. Fast alles, was sie bislang gemacht hat, machte sie aus ihrem Bauchgefühl – manche nennen es Emotion. Angelika Hofer nennt es Intuition. Im Füssener Land ist die Biologin die, „die mit den Gänsen aus dem Wasenmoos“. Deutschland nennt sie die „Gänsemutter“. Die Frau, die gezeigt hat, wie eine Kommunikation zwischen Mensch und Tier aussehen kann – nämlich schön und natürlich.

Es gibt Menschen, die planen ihr Leben bis aufs Letzte. Angelika Hofer nicht. Nein, nicht, dass sie planlos wäre. Ganz im Gegenteil. Sie hat sich bislang auf das Leben verlassen, es so genommen, wie es ist. Ihre große Liebe hat ihr dabei geholfen dieses unglaubliche Glück von Lebensträumen verwirklichen zu dürfen. „Ich war der Rucksack und Günter hat mich überall mitgenommen. Er hat geplant, und ich habe es erleben dürfen.“ Günter Ziesler ist Angelika Hofers Mann. Seit 30 Jahren sind sie ein Paar, das durch Höhen und Tiefen, durch Regenwälder und Schnee miteinander gegangen ist. Sie sind ein Paar, das andere vielleicht sein möchten. Nicht einengen, Freiraum lassen, Atmen für sein eigenes Ich. Wenn sie über ihren Mann spricht, sagt sie: „Günter ist meine große Liebe. Es ist so, wie ich es mir gewünscht habe. Günter ist ein Mann, mit dem ich nicht nur privat zusammen sein wollte, sondern mit dem du auch eine breite Basis an Interessen hast, die du teilst oder die dich ergänzen. Wir sind total gegensätzlich, aber genau das macht unsere Beziehung so interessant und erfüllend.“ Er drückt es so aus: „Ich bin introvertiert und meine Frau extrovertiert.“ Als sie Günter Ziesler 1979 kennen lernt, ist sie 22 und er 39 Jahre. Ihr Diplomvater hat sie bei einem Ornithologen-Treffen in München miteinander bekannt gemacht. „An diesem besagten Tag hat mein Professor einen Vortrag gehalten und da musste ich hingehen, obwohl ich gar nicht wollte. Günter kam frisch aus Papua Neuguinea zurück und er kannte ihn recht gut, weil sie gemeinsam ein Buch gemacht haben“, erzählt sie. Geredet haben sie nicht. Angelika Hofer bot ihm nicht einmal die Chance dazu, weil sie heim wollte. Es war ja zwei Tage vor Weihnachten. Trotz der kurzen Vorstellung hinterließ die damals 22-jährige einen bleibenden Eindruck bei dem Tierfotografen.

Eine große Liebe beginnt
Als kurze Zeit später Angelika Hofer ihre Diplomarbeit fertig stellen musste, brauchte sie Tierbilder. Ihr Professor versprach sich darum zu kümmern und empfahl ihr Günter Ziesler. „Wir verabredeten uns bei mir. Günter meinte, dass ich ihn an seinem grünen VW-Bus erkennen würde. Ich weiß noch gut: Ich habe da aus dem dritten Stock herausgeguckt, da ist er gerade um sein Auto gegangen und er entsprach überhaupt nicht dem Bild von einem Tierfotografen, so wie ich es mir vorstellte“, erinnert sie sich schmunzelnd daran. Biologisch-dynamisch und mit Vollbart, so stellte sie sich einen Tierfotografen vor. Irgendwie nicht so gepflegt, sondern eben wie aus dem Busch. „Dass er gut aussieht, habe ich gleich gesehen. Ich war total verblüfft. Wir waren essen und dann hat es schon ziemlich gefunkt“.

20 Jahre lang waren sie ein Paar. Sie, die Gänsemutter, und er, der Tierfotograf, bis sie den Bund der Ehe eingingen. Es war um fünf Uhr früh als sie den Heiratsantrag bekam, so ganz unverhofft. „Wir waren zwei Jahre in Australien. Ich flog etwas früher zurück. Als Günter später nachkam, ich erinnere mich noch ganz gut. Es war fünf Uhr in der Früh, als er mich von der Seite anstieß und fragte, ob ich ihn heiraten will. Ich sagte ja und meinte, falls es wegen dem Jetlag ist, könnte er das noch revidieren.“

Seinen Antrag nahm Günter Ziesler nicht zurück. Obwohl Angelika Hofer jahrelang auf diesen Augenblick gewartet hat, bekam sie es plötzlich mit der Angst zu tun. „Ich wollte ihn eigentlich heiraten, weil ich wusste, dass er mich nie heiraten wollte. Man kann ja etwas wollen, wenn man weiß, das passiert doch nie. Und dann wurde es ernst. Dann dachte ich mir, Himmel noch mal, du bist ja eine Lustige. Ich hatte tatsächlich Muffe vor dem Heiraten.“ Geheiratet hat das Paar weit weg in Australien, ohne Familie. Sie wollte diesen Augenblick für sich haben, ihn genießen, keine blöden Sprüche hören. Ein anglikanischer Pastor hat sie getraut. „Ich brauche nicht den Staat und das Brimborium, um zu heiraten – ich wollte den kirchlichen Segen. Das Gute ist, dass es in Australien keine Standesämter gibt. Du kannst dort unter Wasser, in der Luft oder wo auch immer heiraten. Dass heißt im Klartext, dass wir dort kirchlich geheiratet haben und es hier in Deutschland staatlich anerkannt ist.“ Ihre Trauzeugen waren Chari, die sie in der Fachklinik Enzensberg kennen gelernt hatte, und Peter, ein Aborigini.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:44 Uhr
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Burn out und Coaching geht uns alle an PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Montag, 31. Mai 2010 um 14:10 Uhr

Monika Treppte und ihr Buch „Coaching mit Alien“Monika Treppte

Füssen.    Es gibt sehr viel Fachliteratur, wenn es um das Thema Burn out und Coaching geht. Kein Schriftsteller hat sich allerdings bislang daran gewagt, diese beiden Elemente in einem Roman zu verpacken. Monika Treppte hat das getan. In ihrem Roman „Coaching mit Alien“ hält sie uns den Spiegel der neuen, erfolgreichen und schnellen Welt vor. Was dieses Buch so faszinierend macht, sind die vielen hintergründigen Gespräche, die einen dazu verleiten darüber nachzudenken. Monika Treppte wohnt in Füssen. Sie hat Betriebswirtschaft studiert und Praktika in Amerika, Schweiz und Thailand absolviert. Sie arbeitete bei der Boston Consulting Group und machte später die Trainerausbildung für Systemisches Coaching, Gewaltfreie Kommunikation und Emphatisches Coaching. Monika Treppte ist 45 Jahre alt. Füssen aktuell traf sich mit der Schriftstellerin und sprach über ihr Buch.

Warum haben Sie gerade diese beiden diffizilen Themen Burn out und Coaching für ihren Roman gewählt?Das Coaching ist mir sehr nahe, weil ich selber Coach bin. Diese beiden Themen bewegen uns alle. Viele fragen sich immer wieder, was der Beruf für sie bedeutet, was der Reiz und die Wirksamkeit dieser Arbeit sind.

Weshalb haben Sie dann kein Sachbuch geschrieben? Sachbücher gibt es viele. Der besondere Reiz daran ist, dass man schreiben kann, was man will. In einem Fachbuch ist eine Liebesgeschichte tabu.

Hatten Sie selber ein Burn out?
Nein. Ich hatte aber jahrelang das Gefühl, dass ich noch was anderes kann. Erst als ich von meiner Firma ein Coaching spendiert bekam, heute wäre das nicht mehr so einfach, war ich fasziniert von dem, was mir mein Coach zeigte, wie sie mit mir sprach. Sie unterstützte mich in meinem Werdensprozess. Denn ich wollte das Gleiche machen wie sie. Ich wollte ein emphatischer Zuhörer sein.

Das heißt, Sie waren auch gefangen in dieser schnelllebigen Zeit?
Nein, nicht ganz. Viele Jahre hatte ich Angst vor Menschen. Ich wollte mich nicht höher oder kleiner darstellen – ich wollte ich sein. In den letzten Jahren wuchs dieser Wunsch der Authentizität. Jetzt habe ich es vielleicht erreicht so zu sein wie ich bin. Das Buch hat mir dabei sehr geholfen. Viele bekommen Panik, wenn man Seele und Gefühl im Business zeigt. Ich glaube, das es ein ganz zartes Band zwischen uns ist, die Seele in der Arbeit sprechen zu lassen. Heute kann ich das ansprechen. Früher hätte ich es mir nicht zugetraut.

Im Buch lebt Ihre Hauptfigur Roman Koch in Osterreinen und sein Coach Antjana in Füssen. Ist das eine Hommage an Füssen? Definitiv ja. Wir haben uns vor vier Jahren entschlossen nach Füssen zu ziehen. Es ist eine schöne Stadt und wir leben gerne hier.

 

Das Interview führte Sabina Riegger

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:44 Uhr
 
Aufgeben kann jeder PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Montag, 31. Mai 2010 um 13:55 Uhr

Helmut Brückner: Es passiert nichts ohne einen GrundHelmut Brückner

Füssen.    Manchmal gibt es Momente, Sekunden im Leben, die man sich immer wieder durch den Kopf gehen lässt. Man würde sie gerne ungeschehen machen. Aber wenn das ginge, dann wären es Wunder und die gibt es nur ganz selten. Sich mit einer Situation zu versöhnen, gelingt nicht jedem. Helmut Brückner schon. Er ist seit 2009 querschnittsgelähmt und dennoch sagt er immer wieder, es könnte schlimmer sein. „Es könnte ja sein, dass ich mich gar nicht bewegen kann. Ich kann meine Hände benützen, ich spüre Schmerz, ich kann denken, ich kann sprechen.“ 

Im Zimmer von Helmut Brückner ist eine große 4 Kanal Bandmaschine. Es ist ein Profigerät, das er bei ebay ersteigert hat. „Ich brauche Beschäftigung. Dieses Gerät war kaputt. Ich habe es repariert und restauriert“, so der 54-jährige. Musik spielt eine große Rolle im Leben von Helmut Brückner. Er war Schlagzeuger bei diversen Musikgruppen. Den Anstoß eine eigene Gruppe zu gründen gaben die „First of second“, mit Paul Iacob als Sänger. „Sie spielten damals im Jugendhaus. Jedes Mädchen schien sich nur für die Band zu interessieren. Wir anderen wurden gar nicht registriert. Also beschlossen wir, auch eine Band zu gründen. Wir nannten sie „Van Gogh“, die kam beim Publikum sehr gut an“, erinnert sich Brückner lachend. Brückner war erst Bassist bevor er sich dann für das Schlagzeug entschied. Rhythmus hat Brückner alias Smuti, wie er von seinen Freunden genannt wird, im Blut. Bei den CD-Aufnahmen von seinen Gruppen „Alien“ oder „Alpha Projekt“ war er mit dabei. Er spielte das Schlagzeug. Perfektionistisch nannten ihn manche, wohl zu recht, denn das war und ist er heute noch. „Man macht nicht irgend etwas nur so.“ Helmut Brückner will irgendwann wieder einmal Schlagzeug spielen. Seine Beine kann er zwar nicht bewegen „aber meinen Mund“, meint er. Auf einer Messe sah er einen Querschnittsgelähmten Schlagzeug spielen. Er war fasziniert von der Technik. „Der Musiker hatte einen Sensor im Mund. Dieser ist in ein kleines Gehäuse eingegossen, das aus einem speziellen Kunststoff besteht, das auch von Zahntechnikern verwendet wird. Der Sensor sieht ähnlich aus wie eine Trillerpfeife und wird auch so getragen, ist allerdings kaum zu sehen, weil er so klein ist. Seine ergonomische Form gibt ihm sicheren Halt durch eine Kontur für die Unterlippe. Eine kleine Zunge befindet sich nun so zwischen den Zähnen - und - indem man sie an die oberen Zähne drückt und mit den unteren gegen sie tickt, triggert man die Elektronik. Das heißt jedes Ticken mit den Zähnen bewirkt einen Basstrommelschlag“, erklärt Brückner.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:32 Uhr
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„Meine Heimat vergesse ich nie“ PDF Drucken E-Mail
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Montag, 31. Mai 2010 um 13:48 Uhr

Else Kümmerle erinnert sich Die 19-jährige Else in einem selbstgenähten Kleid.

Schwangau.    „Es war am 21. Januar 1945 während der Mittagszeit. Die Nudelsuppe stand schon auf dem Tisch, als plötzlich unsere Nachbarin herein kam. ‚Wenn ihr hier weg wollt, dann müsst ihr sofort an den Ring. Dort stehen die letzten Wagen zur Abfahrt bereit‘, sagte sie. Wir haben nur die notwendigsten Sachen gepackt und alles stehen und liegen gelassen“, erinnert sich Else Kümmerle noch genau. 19 Jahre war die heute 85-jährige damals, als sie mit ihrer Familie gegen Ende des Zweiten Weltkriegs aus ihrer Heimat Proskau in Oberschlesien flüchten musste. In Schwangau hat sie vor mehr als 65 Jahren ein neues Zuhause gefunden. Ihre Heimat wird sie aber trotzdem nie vergessen.

„Meine Mutter hat immer gesagt, dass sie aus ihrem Haus keine zehn Pferde wegbringen. Wir haben alle immer geglaubt und gehofft, dass wir unsere Heimat nicht verlassen müssen“, erzählt Else Kümmerle. Ein kleines Einfamilienhaus mit großem Obst- und Gemüsegarten und vielen Blumenbeeten bewohnte sie zusammen mit ihrer Familie in Proskau. Umgeben von großen Wäldern und vielen Getreideäckern verbrachte sie hier zusammen mit ihren zwei Brüdern und ihrer Schwester eine behütete Kindheit. Bis plötzlich alles anders war. „Mein Bruder war auf Kurzurlaub vor dem Fronteinsatz zu Hause und während dieser Zeit hat sich alles geändert. Plötzlich hatten wir keinen Strom mehr, kein Radio, nichts mehr. Wir waren total abgeschnitten und wussten überhaupt nicht mehr, was vor sich geht“, erinnert sie sich. „Wir hörten Detonationen in der Ferne. Die russischen Truppen waren vielleicht noch zwölf Kilometer von uns entfernt“, erzählt sie weiter von dieser schrecklichen Zeit. Um sich selbst zu schützen, blieb der Familie keine andere Wahl, als ihr kleines Paradies zurück zu lassen und zu flüchten.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:45 Uhr
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Moment mal... PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, 04. Mai 2010 um 14:14 Uhr

Christiane Dehn: Die PowerfrauChristiane Dehn

Füssen.    Christiane Dehn gehört zu den Frauen, die wunderbar Beruf und Kinder unter einen Hut bringen können. Als Krankenschwester und seit 2006 Fachkraft für Überleitung gehört sie zum Krankenhaus-Personal das sehr nah am Menschen arbeitet.

Immer wieder wird sie gefragt, was eine Fachkraft für Überleitung zu machen hat. Aus dem Wort allein, kann man nicht ableiten, welche Tätigkeitsfelder des sozialen Berufes hier abgedeckt werden. „Meine Aufgabe ist es, mich um die Weiterversorgung der Patienten nach dem Krankenhausaufenthalt zu kümmern“, erklärt Christiane Dehn. Die 45-Jährige kümmert sich um eine eventuelle Rehabilitationsmaßnahme, Hilfsmittel, sozialen Dienst, Pflegestufe, Kurzzeitpflege oder ob der Patient sogar ein Pflegeheim benötigt. „Ich arbeite viel mit Angehörigen zusammen und bekomme auch sehr viel über die soziale Situation der Familie mit. Manchmal macht man sich Gedanken über das eine oder andere. Aber mit der Zeit lernt man damit umzugehen“, erklärt die dreifache Mutter.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 04. Juli 2010 um 19:40 Uhr
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Soziale Kompetenz am Arbeitsplatz PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Montag, 03. Mai 2010 um 19:04 Uhr

Dr. Brigitte Buchwald-Lancaster

Füssen.   Es spricht sich allmählich herum: Mit Privatdozentin Dr. Brigitte Buchwald-Lancaster hat erstmals eine Chefärztin am Füssener Krankenhaus Verantwortung übernommen. Sie leitet die geriatrische Reha. Die Abteilung, die ihren Patienten nach Schlaganfall, Operation am Herzen oder schweren Stürzen wieder das Leben in größtmöglicher Selbstständigkeit ermöglichen soll. Für die heute 42-jährige Fachärztin mit Wurzeln im Allgäu war es seit ihrem Berufsstart 1993 möglich, ganz unterschiedliche Bereiche miteinander zu verbinden: die Forschung und die Arbeit am Krankenbett. Im Frühjahr 2009 wechselte sie nach Füssen. Dr. Brigitte Buchwald-Lancaster hat sich von der Forschung verabschiedet und ist nun mit ihrem Team für ältere, erkrankte Menschen da. Sie erklärt den Entschluss: „Mir haben doch die Patienten gefehlt.“

Wer dieser schlanken, groß gewachsenen blonden, Stil und Eleganz ausstrahlenden Ärztin die Hand geschüttelt hat, kann es kaum glauben, was die Wahl-Füssenerin über ihre „Mindelheimer Mädchenzeit“ erzählt: „Ich war als Kind stämmig und ziemlich burschikos. Wir kletterten auf Bäume. Puppen haben mich überhaupt nicht interessiert.“ Interessant war auch, was Großmutter zu erzählen hatte. „Ich hatte sogar noch eine liebe Urgroßmutter. Wir haben gebastelt und gesungen.“ Die berufstätigen Eltern vertrauten ihr Einzelkind oft „der Oma“ an.

Mutter von dreijährigen Zwillingen
„Weil ich erlebt habe, wie schön es ist, miteinander Zeit zu gestalten, bin ich in meiner Freizeit für unsere Buben da. Es wird dann nicht nebenbei telefoniert und gebügelt.“ Sie käme nie auf die Idee, am Samstag mit Kind in einem Supermarkt einkaufen zu gehen. „Das erledigen wir bequem im Internet und lassen uns die Lebensmittel und alle Sachen, die man immer braucht, ins Haus liefern.“
Dr. Brigitte Buchwald-Lancaster räumt ein: „Ich habe sicher den großen Vorteil, dass wir - wie früher üblich – sozusagen als Großfamilie leben können.“ Für die Buben sei es schön, dass sie daheim noch andere Bezugspersonen als Mama und Papa haben. Wie „Lancaster“ vermuten lässt, stammt ihr Ehemann aus England „Durch den Umgang mit den Kindern wächst eine soziale Kompetenz. Diese brauche ich am Arbeitsplatz. Dadurch kann ich den erkrankten Menschen und seine Angehörigen viel besser verstehen.“Zur Entscheidung, künftig nicht mehr in der mir zahlreichen Reisen verbundenen internationalen Forschung, sondern als Krankenhausärztin tätig zu sein, sei sie „über die Kinder“ gekommen.
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 04. Juli 2010 um 19:39 Uhr
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Das Volksfest vereint Tradition und Kultur PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Montag, 03. Mai 2010 um 18:48 Uhr

Die Festzelt-Wirte Michaela und Christian KrämmerDie Krämmers finden ihre Arbeit sehr abwechslungsreich und spannend. Dass sie oft auch anstrengend ist, gehört einfach dazu.

Füssen/Landshut.    Wohl kaum ein anderes Bundesland richtet im Jahr so viele große, kleine und unterschiedliche Volksfeste aus wie Bayern. Hier gehen Brauchtum und Kultur nahtlos ineinander über und schaffen viel Anlass für weltberühmte bayerische Lebensfreude. 

In Füssen ist es nicht anders. Seit über hundert Jahren gibt es das Volksfest. Hier treffen sich alle, ob jung oder alt, um zünftig zu feiern. Musik darf dabei nicht fehlen. Genau so wenig wie Bier und das typisch bayerische Essen. Michaela und Christian Krämmer kennen sich mit Volksfesten bestens aus. Sie sind nämlich Festzelt-Wirte, ein Beruf der viel abverlangt, aber auch viel Spaß macht. Michaela Krämmer war nicht immer Festzelt-Wirtin. Als sie ihren Mann Christian kennenlernte, arbeitete sie als Reisebürokauffrau. Missen möchte sie ihre jetztige Arbeit nicht. „Jeder Tag bringt etwas Neues. Es ist immer wieder eine Herausforderung und genau das macht unsere Arbeit so spannend und attraktiv“, erklärt die Tochter des legendären National-Eishockeyspielers Alois Schloder. Christian Krämmer war immer schon im Betrieb seiner Eltern tätig. „Ich habe es von der Pike auf gelernt“, so der sympathische Niederbayer. 2004 übernahm er mit seiner Ehefrau den Festzeltbetrieb der Eltern.
Immer wieder lassen sich die Krämmers etwas Neues einfallen. Denn nicht jeder Programmpunkt ist auf alle Orte umsetzbar. „Wir bemühen uns immer, ein abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen“, so Michaela Krämmer. In Füssen ist es ihnen geglückt. Egal ob Jung oder Alt, alle mögen das Volksfest. Keine Altersgruppe wird vergessen. Da gibt es den Seniorennachmittag für die älteren Bürger oder die Miss-Wahl, wo sich auch sehr viele junge Leute eintreffen, um die Miss Füssen zu küren.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 04. Juli 2010 um 19:29 Uhr
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Loskaufen, aber nicht verweigern PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Montag, 03. Mai 2010 um 18:40 Uhr

Der türkische Wehrdienst und seine ProblematikThomas Reger, leiter der Ausländerbehörde

Marktoberdorf/Füssen.   In der Türkei besteht für alle Männer ab dem 20. Lebensjahr ohne Altersgrenze Wehrdienstpflicht zwischen acht und 15 Monaten. Ein Recht auf einen zivilen Ersatzdienst gibt es nicht. Für dauerhaft als Arbeitsmigranten im Ausland lebende türkische Staatsbürger, nicht aber für Studierende, gibt es die Möglichkeit einer finanziellen Ersatzleistung vom türkischen Militärdienst. Die Ersatzleistung beträgt 5.112,92 Euro und erhöht sich nach Überschreiten der Altersgrenze von 38 Jahren auf 7.668 Euro sowie bei über 40-jährigen auf 10.000 Euro. Zusätzlich zur Zahlung der Ersatzzahlung muss ein dreiwöchiger Militärdienst abgeleistet werden. Wird die Ersatzleistung nicht gezahlt entstehen Probleme, auch mit den deutschen Behörden. 

Besonders hart trifft es Auslands-türken über 38 Jahren. Sollten diese bis dahin ihren Wehrdienst nicht geleistet oder die Ersatzleistung gezahlt haben, werden ihre Pässe konsularisch nicht verlängert. Plötzlich stehen die Betroffenen ohne gültigen Pass da. Der Aufenthaltstitel des Ausländers kann in diesen Fällen von der Ausländerbehörde widerrufen werden. Aus Angst in der Türkei festgehalten zu werden, trauen sich viele wehrpflichtige Männer nicht in die Türkei. Der Reisepass verfällt und somit auch eine Reisepassverlängerung. Thomas Reger, Leiter der Ausländerbehörde im Landratsamt Marktoberdorf, kennt die Problematik, die daraus entsteht. „Sowohl Ausländer als auch Deutsche unterliegen in Deutschland der Passpflicht“. Ein Verstoß gegen die Passpflicht hat aber bei ausländischen Mitbürgern häufig strafrechtliche Konsequenzen. Keine gute Sache, zumal sich viele der türkischen Mitbürger teilweise über Jahre mit einem abgelaufenen Pass in Deutschland aufhalten. Besonders Füssen und Buchloe, die einen hohen Anteil an türkischen Mitbürgern haben, sind gerade mit diesem heiklen Problem betroffen. Wie reagieren die deutschen Behörden auf diese Problematik und was können die Betroffenen dagegen tun? Füssen aktuell sprach mit Thomas Reger über diese Thematik.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 04. Juli 2010 um 19:48 Uhr
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Man muss sich selber treu bleiben PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Montag, 03. Mai 2010 um 18:28 Uhr

Eine Geschäftsfrau mit FormatEin starkes Team: Seit 26 Jahren sind Ursula und Otto Mendler verheiratet. Vertrauen und Achtung  sind die Quintessenz ihrer glücklichen Beziehung.

Füssen.    Noch vor einigen Jahren hätte sich Ursula Mendler nicht vorstellen können, die Leitung des BMW-Autohauses Mendler zu übernehmen. „Ich war mir nicht sicher, ob ich dieser Aufgabe gewachsen bin“, erwidert sie heute lächelnd. Bedenken, die grundlos waren. Schließlich hatte sie 26 Jahre lang in ihren Mann‚ Otto Mendler, einen guten Lehrer, der ihr alles über das Autogeschäft beibrachte bevor er aus der Firma ausschied. Heute ist das Autohaus Mendler ein Teil einer Gruppe, die aus fünf Betrieben besteht: Widmann und Winterholler in Dachau, Fürstenfeldbruck und Karlsfeld (MINI-Betrieb) sowie das Autohaus Merkhoffer in Herrsching. „Im Team sind wir stärker“, so die Geschäftsfrau.

Teamfähigkeit ist eine große Stärke von Ursula Mendler. Sie weiß zu relativieren, Sachen auf sich beruhen zu lassen, die unwichtig sind. Letztendlich zählt das Ergebnis und das sollte für alle gut sein. Positiv voran, das war immer schon ihr Lebensmotto, denn Optimismus hat noch Niemanden geschadet. Seit 26 Jahren ist die gebürtige Füssenerin mit Otto Mendler verheiratet. Es sind Jahre des Glücks, der Zufriedenheit, des Respekts, wie sie liebevoll sagt. Sie gehört wahrscheinlich zu den wenigen Frauen, die gerne den Arbeitsplatz mit ihrem Mann teilten. „Ich hatte noch nie ein Problem damit – im Gegenteil. Es baut sich sehr viel Vertrauen und Verständnis auf. Wenn man 24 Stunden zusammen ist, dann muss die Kommunikation stimmen und die passte bei uns immer.“ Ursula Mendlers Augen leuchten, wenn sie über ihren Mann spricht. Es schwingt eine Sinnlichkeit, eine Vertrautheit in ihrer Stimme mit, so dass man sich einfach fragen muss, ob es denn möglich ist nach 26 Ehejahren in den gleichen Mann verliebt zu sein.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 31. Januar 2011 um 19:43 Uhr
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