geblitzt


2013 2012
2013 2013
2013 Laufen
Menschen
Ein bewegtes Leben PDF E-Mail

... und trotzdem ist es schön

Man nannte sie Schwabenkinder, jene Kinder, die aus dem Vorarlberg, Tirol, Südtirol, der Schweiz und Liechtenstein kamen, und in früheren Jahrhunderten aus Armut alljährlich im Frühjahr durch die Alpen zu den Kindermärkten hauptsächlich nach Oberschwaben zogen, um dort als Arbeitskräfte für eine Saison an Bauern vermittelt zu werden. Die Wege aus Tirol und Vorarlberg bzw. aus der Schweiz nach Oberschwaben waren lang und beschwerlich. Für einen Teil der meist 5- bis 14-jährigen Kinder führte er über Bergpässe wie den Arlberg, die in der Regel im März noch von Schnee bedeckt waren und die viele mit schlechtem Schuhwerk und dürftiger Kleidung zu überwinden hatten. Die Kindermärkte in Oberschwaben fanden meist um Josephi (19. März) statt. Zu „Simon und Juda“ (Ende Oktober) oder an Martini (11. November) ging es wieder in Richtung Heimat. Im Gepäck war dann das sogenannte „Doppelt Häs“, ein doppelter Satz Kleidung von der Kopfbedeckung bis zum Schuhwerk und je nach Alter und ausgehandeltem Preis einige Gulden.

Auch Hans Barbist aus Höfen war ein Schwabenkind. Er hatte das Glück eine gute Bauersfamilie in Schneidbach bei Nesselwang erwischt zu haben. Als er mit seinen Freunden draußen Fußball spielte, kam ein Motorrad mit Beiwagen an, dass anhielt und fragte, ob sie nicht zum Arbeiten ins Allgäu wollten. „Ich wollte sofort mit“, erzählt der heute 85-Jährige, weil ihn die „Pflotter“, wie er das Motorrad nannte, so faszinierte. Sein Vater wollte ihn nicht mitgehen lassen. Zu viel Schlechtes hat er gehört über die Behandlung der Kinder. Manche wurden geschlagen oder wie Tiere behandelt, Mädchen wurden misshandelt. Letztendlich verabschiedete er seinen Sohn, doch nicht ohne seinen Begleitern noch einen Satz für den Bauern mit auf den Weg zu geben: „Wenns dem Bua schlecht goht, dann schneid ich ihm den Grind ra.“ Auf 40 Stück Vieh, Jungvieh, Ochsen und Pferde musste Hans Barbist aufpassen. Um halb sechs fing der Tag für ihn an bis abends um acht. Auch sein Freund, der  Pfaffenmoser Beppi, war mit ihm unterwegs, allerdings bei einem anderen Bauern. „Uns ging es gut, wir hatten genug zum Essen und bekamen zum Schluss noch Schuhe geschenkt.“ Nur mit der Schule hatten die beiden Tiroler Buben Schwierigkeiten. „Der Klassenlehrer hat uns im Klassenzimmer seitwärts sitzen lassen. Die Schüler haben mit Papierkugeln auf uns geworfen. Sie wollten keine Tirolerbeutel. Nach der Schule war es dann obligatorisch, dass wir abgefotzt wurden“, erzählt er heute lachend. Also entschlossen sich die Beiden, abzuhauen. Sie wussten, dass die Zuggleise nach Reutte führten, von dort aus hätten sie es nicht mehr weit bis nach Hause gehabt. „Doch der Bauer hat es mitgekriegt, dass etwas nicht in Ordnung war und dann erzählte ich ihm, dass ich nicht mehr zur Schule will. Auch der Pfaffenmoser Beppi erzählte es seinem Bauern. Zum Glück wurden wir dann vom Schulunterricht befreit, weil unsere Bauern zum Schuldirektor gegangen sind und ihm erklärt haben, wie wichtig unsere Arbeitskraft für ihren Hof ist.“ Nicht ohne Stolz erzählt Hans Barbist diese Geschichte, eine schöne Episode in seinem bewegten Leben, das nicht immer glatt verlief.

Weiterlesen...
 
Im Gespräch mit Rudolf Vieweger PDF E-Mail

Nicht Jedermanns Liebling

Für die Frauen ist er ein Sunnyboy, immer galant und freundlich, besonders wenn sie Modelmaße haben. Politiker finden in ihn einen „harten Brocken“, der bis ins Detail hinterfragt und nichts dem Zufall überlassen will. Für die Einen ist er arrogant für die Anderen kompetent. Manche sehen in ihm sogar den nächsten Bürgermeister. Dass er in Füssen geboren ist, wissen nur Einige. ‚‚Und wenn schon‘‘, meinen seine Gegner. Das berechtigt ihn noch lange nicht, sich als Füssener zu nennen und schon gar nicht in der kleinen beschaulichen Stadt politische Lager aufzubauen. Es scheint so, dass man Rudolf Vieweger entweder sympathisch oder unsympathisch finden kann. „Es ist mir im Prinzip auch egal. Man kann nicht von jedem geliebt werden, das ist unmöglich“, meint er nur dazu.

Aufgewachsen ist Vieweger im Taunus, nachdem seine Eltern aus Füssen weggezogen sind. „Sie waren Arbeiter in den Hanfwerken und haben hier in der Theresienstraße gewohnt. Ich bin in der St. Mang Kirche getauft“, erzählt er mit seiner rauchigen Stimme, die ihm aus der Teenagerzeit blieb. Auf seine Eltern ist er stolz. Die Mutter, eine Banatdeutsche und der Vater aus dem Sudetenland. Getroffen haben sie sich in Füssen und sind zum Schluss wieder zurückgekehrt. „Back to the Roots“ nennt es Rudolf Vieweger, der letztendlich wegen seiner Mutter in seine Geburtsstadt zurückkam, damit sie nach dem Tod des Vaters nicht alleine blieb.

Weiterlesen...
 
Im Gespräch mit Lars Doppler PDF E-Mail

Fast wie im Film - Ein Kinobetreiber vor der Kamera

Wer kann schon sagen wann es zu spät ist, etwas neues anzufangen? Kann es überhaupt zu spät sein, um in ein fremdes Land auszuwandern, sein eigenes Restaurant zu eröffnen oder vielleicht bloß eine neue Sprache oder ein Instrument zu erlernen? Das Gegenteil bewiesen Künstler wie Leonard Cohen, der sein Debütalbum als Musiker mit 33 Jahren herausbrachte, oder der Ire Brendan Gleeson, der sich mit 34 Jahren das erste Mal vor die Kamera stellte und heute mit den Größen Hollywoods mithalten kann. Vor wenigen Jahren entschied sich der Besitzer des Alpenfilmtheaters, Lars Doppler dazu, eine Schauspielschule zu besuchen. Ein Wunsch den er schon von klein auf hatte, sich aber bis dato nie erfüllte. Vor kurzem bekam er sogar seine erste größere Rolle in einem deutschen Kriegsdrama.

Es ist schon ein paar Jahre her, seit Lars Doppler das Alpenfilmtheater in Füssen übernahm, als ein Anruf seiner alten Lehrerin Gisela Panitz reinkam, mit der der gebürtige Kasseler bis heute noch stetigen Kontakt hält. Doch dieses Telefonat verlief etwas anders als sonst und sollte eine Veränderung in seinem Leben einleiten. Sie sprachen nämlich über Lars damaligen Wunsch Schauspieler zu werden. Ein Wunsch, der ihn trotz Familie und festem Job nie los ließ und so schaffte es die pensionierte Lehrerin nach einem langen Gespräch den Kinobesitzer zu überreden, sich an einer Schauspielschule zu bewerben, um, falls es auch scheitern würde, einen Haken daran setzen zu können. So bewarb sich Lars Doppler, trotz großer Zweifel aufgrund seines Alters, an der Schauspielschule der Münchener Film Akademie (MFA). Und das mit Erfolg.
Noch einige Jahre zuvor, als der heutige Vater dreier Kinder das erste Mal den Wunsch Schauspieler zu werden gegenüber seinen Eltern äußerte und sie mit großer Skepsis und den üblichen Leiern wie: „Aus dir soll doch etwas richtiges werden“ erwiderten, mussten seine eigentlichen Ambitionen vorerst ruhen. So begann er eine Lehre bei Volkswagen in Kassel, die er aber schnell abgebrochen hatte, um danach in einem Kino zur Zeit-überbrückung auszuhelfen. Dort gefiel es ihm, wohl sicherlich auch, weil es ihn ein paar Schritte näher an die Welt der Schauspielerei brachte. Und so entschloss er sich eine Ausbildung als Filmtheaterkaufmann anzunehmen. Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung bei „Mathäser“ in München folgten die Führung einer Handvoll Kinos in Worms, Sigmaringen, im Schwarzwald und schließlich in Füssen, wo der heute 41-Jährige bis heute blieb.

Weiterlesen...
 
Im Gespräch mit dem künstlerischen Leiter der Geierwally-Bühne in Elbigenalp PDF E-Mail

„Für mich ist es keine Bürde“

Wer sich „Feinripp Ensemble“ nennen kann, der muss ganz schön schräg oder gewitzt sein. Bernhard Wolf, der mit Markus Oberrauch und Thomas Gassner das Ensemble bildet, ist beides: schräg und witzig und mit ausgefallenen, guten Ideen. Im Kellertheater in Innsbruck sind ihre Vorstellungen oft ausverkauft. Mit „Die Bibel leicht gekürzt“ wagten sie sich an ein sehr heikles Thema, das sie den Zuschauern auf eine amüsante, leichte Weise zeigten. Wer sich an solch gewagte Themen traut und ein schauspielerisches Können hat, kann auch die Leitung der Geierwally-Freilichtbühne übernehmen, dachte sich wohl die Vorstandschaft der Freilichtbühne und engagierte den jungen Bernhard Wolf. 

Für Bernhard Wolf war die Geierwally-Freilichtbühne das Sprungbrett in die Schauspielerei. 1996 spielte er die Hauptrolle in „Die Schwabenkinder“. Seitdem war er immer wieder auf der Freilichtbühne präsent. Der gebürtige Lechtaler hat zuerst Elektroniker gelernt, bevor er 2001 auf die Schauspielschule nach Innsbruck ging. Gleich darauf wurde er für das Tiroler Landestheater engagiert. „Ich habe mich durch die Klassik gespielt, was manchmal schwer war, weil ich so jung aussehe“, lacht Wolf.  Danach wagt der junge Lechtaler den Schritt in die freie Szene, den er bislang nicht bereut hat. „Ich habe interessante Menschen kennengelernt, mit denen ich auch zusammen arbeiten durfte.“ Eine davon ist die junge Regisseurin Susi Weber, die Ruth Drexl protegierte. Für Bernhard Wolf ist es nicht verständlich, warum man immer der Kulturszene in Wien hinterher hascht. „Wir haben hier in Tirol eine wunderbare Theaterszene, ein gehobenes Volkstheater. Es ist überraschend, was für tolle Laiendarsteller wir hier im Lechtal haben, das Potenzial ist groß“, blickt er auf die Darsteller der Geierwally-Freilichtbühne.

Weiterlesen...
 
Verlorenes Stück Heimat PDF E-Mail

Erinnerungen

Millionen Deutsche aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches, die die Naziherrschaft miterlebt und den anschließenden Zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945 überlebt hatten, erlitten auch danach noch schlimme Schicksale: Nach dem sowjetischen Vormarsch ab Oktober 1944 setzten sich gewaltige Flüchtlingstrecks zunächst aus Ostpreußen, dann aus Schlesien, Pommern und Ostbrandenburg, später aus dem annektierten Sudentenland in Richtung der westlichen Reichsgebiete in Bewegung. Im Anschluss an die individuelle Flucht erfolgte nach den Potsdamer Beschlüssen unter internationaler Aufsicht die Zwangsaussiedlung ab Anfang 1946. Ungefähr 12 Millionen Ost- und Sudetendeutsche verloren ihre Heimat und wurden in der Bundesrepublik Deutschland, der DDR und Österreich aufgenommen. Mancherorts, wie zum Beispiel in Mecklenburg, verdoppelte sich die Einwohnerzahl und stellte alle Beteiligten vor eine enorme Integrationsleistung durch unterschiedliche Tradition, Konfession und Lebensstil.

Über 2 Millionen Flüchtlinge und Heimatvertriebene fanden in Bayern ihre neue Heimat. Die Besatzungsmächte leiteten gezielt Vertriebene in das damals dünn besiedelte Bayern, vor allem in kleinere Orte mit unter 5.000 Einwohnern. Die Bevölkerungszahl wuchs in den 1940er und 1950er Jahren um ein Viertel an, vielerorts mussten die Menschen anfangs in Lagern und Notwohnungen ausharren, manche sogar jahrelang.

Weiterlesen...
 
Im Gespräch mit Tim Kindle PDF E-Mail

„Ich kann mir nichts Besseres vorstellen!“

San Diego liegt an der Küste des Pazifiks in Südkalifornien. „America’s Finest City“, wie sie gerne von den Bewohnern genannt wird, ist mit seinen langen Stränden ein heißbegehrter Ort für Surfer. Warum also eine Stadt wie San Diego, in der täglich die Sonne scheint, gegen das kalte Allgäu mit seinen fünf Wintermonaten und verregneten Sommern eintauschen? Das fragte ich Tim Kindle, momentaner Verkaufsleiter des Luitpoldpark-Hotels in Füssen, der seine alte Heimat, San Diego, vor zwanzig Jahren hinter sich ließ, um nach Bayern zu kommen. Einem Ort, den er lieb gewonnen hat und bis heute nicht aufgab.

Als Tim 24 Jahre alt war hatte er genug von San Diego. Damals war er Bankettmanager eines Fünf-Sterne-Hotels und arbeitete in der Woche schon mal bis zu 70 Stunden. Als auch noch seine Wohnung ausgeraubt wurde, ließ er alles hinter sich, um seine Eltern für ein paar Wochen in Deutschland, die zu jener Zeit in Bremen und Hamburg für die amerikanische Wehrmacht und die Nato arbeiteten, zu besuchen. Aus dem kurz gedachten Aufenthalt ergab sich jedoch eine mehrere Monate lange Reise quer durch Europa, die ihn unter anderem durch Italien und Polen leitete. Nach einiger Zeit, bei der Tim in den Genuss der Vielfältigkeit Europas kam, begann er durch Zufall in einem der drei AFRC-Hotels (Armed Forces Recreation Center) in Berchtesgaden als Restaurantmanager zu arbeiten. Die Unterkünfte wurden in der Nachkriegszeit errichtet und standen nur für amerikanische Soldaten, die in Bayern stationiert waren, zur Verfügung. Schnell begeisterte er sich für die bayerische Kultur und das Skifahren, worauf Tim dort mehrere Winter verbrachte, bis er schließlich durch einen Freund ins Ostallgäu gelang und nun seit 14 Jahren für das Luitpoldpark-Hotel arbeitet.

Weiterlesen...
 
Wenn ein Traum zur Leidenschaft wird PDF E-Mail

Musical Colors - die Liebe zur Musik

Es gibt Millionen Menschen, die davon träumen ein Star zu werden. Und sie tun alles dafür um das Scheinwerferlicht zu spüren, auf den großen, internationalen  Bühnen zu stehen und um ihrem Ziel näher zu kommen. Für sie gibt es nichts anderes als das Showbusiness. Andere wiederum träumen diesen Traum realistischer. Sie wollen unabhängig sein von Engagements, Eltern und Freunden. Sie haben oder lernen einen Beruf, auf den sie sich stützen können und basteln trotzdem unaufhörlich an ihrer Karriere – vielleicht, irgendwann haben sie die Audition, in der sie ihre Rolle bekommen. 

Tanja Versal, Melanie Patzner, Louise Lawson und Mario Ruschel träumen auch, ohne jedoch den Boden unter den Füßen verloren zu haben. Sie haben es geschafft eine kleine Fangemeinde um sich zu scharren, wenn sie von Liebe, Leid und Leben singen. Sie sind die Musical Colors, ein Quartett, das Musicals liebt und lebt. Ihren Traum bei Auditions mitzumachen und eine Rolle zu bekommen, haben sie nicht aufgegeben. Sie sind nur etwas realistischer geworden, ehrlicher zu sich selbst und sie wissen was sie können oder woran sie noch arbeiten müssen. „Klar denke ich ab und zu daran mein Hobby zum Beruf zu machen. Doch so einfach ist das nicht. Man muss etwas vorweisen können. Ohne eine Ausbildung an einer renommierten Schule ist das fast unmöglich“, erzählt Tanja Versal, „und die ist sehr teuer“.

Weiterlesen...
 
Walter Bläs: Aus einer Millionenstadt nach Füssen PDF E-Mail

„Ich bin nicht der typische Mexikaner“

Als „upper middle income country“ steht Mexiko an vierzehnter Stelle der größten Volkswirtschaften der Erde und ist zwölftgrößte Handelsnation. Mexiko ist zudem die Nummer Sieben unter den Öl-exportierenden Staaten der Welt. Die mexikanische Volkswirtschaft erwirtschaftet ihr BIP schwerpunktmäßig in den Bereichen Dienstleistungen, Industrie und Handel. Und dennoch leben etwa 37 Prozent der Mexikaner unter der Armutsgrenze. Die Schere zwischen Arm und Reich ist groß, genauso wie die Kriminalität. Allein in Mexiko-Stadt werden täglich mehrere Hundert kriminelle Delikte gemeldet, die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher liegen. Dies ist vor dem Hintergrund einer Großstadt von etwa 25 Mio. Einwohnern zu sehen, heißt es beim Auswärtigen Amt.

„Ich kenne mein Land sehr gut und deswegen ist mir vielleicht noch nie etwas passiert. In jeder Großstadt kann einem was passieren. Hamburg, München, Stuttgart. Natürlich ist es problematischer wegen den Drogen. Eine Frau sollte nicht mitten in der Nacht durch Mexiko-City laufen. Da kann es gefährlich werden. In Füssen ist das schön, da passiert im Regelfall nichts.“

Weiterlesen...
 
Ein kleiner Ausritt in die Vergangenheit mit Franz Keller PDF E-Mail

Vom Schalengga und andere Geschichten

Kappel, ein kleiner Ortsteil von Pfronten mit etwa 300 Einwohnern, darunter sogar ein paar Einwanderer. Für Viele eher nichtssagend, für Andere weit aus mehr als nur eine kleine Ortschaft. Zu sehen sind manche Straßen, noch zu eng für große Neuwägen, einige Häuser dreimal so alt wie ihre Besitzer und Bewohner, noch im selben Haus sesshaft wie der Urgroßvater. Wir durften einen Nachmittag bei Franz Keller verbringen. Ein Urgestein Kappels, mit, für Urpfrontner typisch eigenem Hausnamen (der „Siasse Hans“) und über Jahrhunderte lang nachweisbarem Stammbaum, um uns über das jährlich stattfindende „Schalenggenrennen“ in Pfronten-Kappel, zu unterhalten. Doch der jahrelange Mitveranstalter, „Historiker Kappels“ und Hobbyfotograf konnte uns neben den wirklich tiefen Wurzeln dieser Faschingsveranstaltung weitaus mehr erzählen, als wir zunächst eigentlich erwartet haben.

Seit 1976 findet das Schalenggenrennen, mit ein paar seltenen Ausfällen, jährlich am Faschingssamstag, statt. Über 200 verkleidete Teilnehmer treten in Teams an, um den 1.000 Meter langen Hang vor Kappel auf einem über 15 Kilogramm schweren hölzernen Hörnerschlitten, dem „Schalengga“, hinunterzurasen. Der Original-Schlitten, wie früher, beladen mit Holz oder Heu, ist hierbei ein Muss. Spektakuläre Szenen, aber vor allem die manchmal wildererartig verkleideten Fahrer auf ihren Großschlitten, ganz ohne Lenkhilfen und Bremsen, sichern hundertfache Zuschauerzahlen. Doch woher kommt diese ausgefallene Faschingsgaudi? Und wozu dienten die Schalengga eigentlich ursprünglich? Franz Keller konnte uns mit seinen 80 Jahren an Erfahrung weiterhelfen und wir ließen ihn ein wenig in der Vergangenheit schwelgen.

Weiterlesen...
 
Ein Unikat namens Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kapelle PDF E-Mail

Die Kaiserlichen mit den schrägen Tönen

Noch länger als Schloss Neuschwanstein existiert der Fasching in Schwangau, das eben nicht nur als das Dorf der Königsschlösser, sondern wohl auch die Faschingshochburg in der näheren Umgebung bezeichnet werden darf. Denn obwohl sich die viel größere Nachbarsstadt Füssen seit einigen Jahren wieder sehr redlich bemüht, beim närrischen Treiben der fünften Jahreszeit ein gewichtiges Wörtchen mitzureden, kann sie Schwangau vermutlich noch lange nicht das Wasser reichen. Kein Wunder, kann der Ort zu Füßen von Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau salopp gesprochen doch auf eine wahrhaft königliche Karnevalstradition zurückblicken. Waren nämlich „im Jahr 1869 während des Baues von Schloss Neuschwanstein Münchner Künstler und Handwerker die Initiatoren des Schwangauer Faschings“, wie der Schriftführer des Faschingsvereins Schwangau, Hansjörg Lederer, erklärt.

Eine Einmaligkeit des Schwangauer Faschings ist neben den Gunglhosabenden mit Sicherheit die KWGK, die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kapelle, eine Kapelle der gekonnt schrägen Töne, die 1977 gegründet wurde. 24 Mann gehören der Kapelle an, die alle eines gemeinsam haben, nämlich die ausgeprägte Geselligkeit, die während dem Fasching fünf Tage lang dauert. Ihr Markenzeichen: Messing Feuerwehrhelme und Feuerwehrjacken wie sie einst die Schwangauer Feuerwehr trug. 

Weiterlesen...
 
Auf dem Weg für ein gemeinsames Füssen PDF E-Mail

Migration und Integration sind in den letzten Jahren zu einem großen Thema auf den politischen Bühnen in Deutschland geworden. Man spricht von Intoleranz, mangelndem Interesse am Zusammenleben, von Menschen zweiter Klasse. Je nachdem aus welchem Blickwinkel man die Vorwürfe sieht, könnte es auf beide Lager zutreffen.

Solange das Thema noch so präsent ist, wird es immer Probleme geben, sagen die Deutschen und die Migranten. Manche Kommunen und Städte haben es geschafft, beide Parteien an einen Tisch zu setzen, um über ein gemeinsames „Wir“ zu sprechen. Füssen auch.

Doch wenn man die Zahlen sieht, wie viele ausländische Mitbürger zu dem Migrationstreffen kommen, könnte man annehmen, dass es in Füssen keine Probleme gibt. Denn nur Wenige kommen zu den Treffen um sich auszutauschen oder gar Projekte für die Zukunft zu planen. Die Initiative dazu ging von der SPD aus. Der Vorsitzende des Migrationsbeirats Lothar Schaffrath sieht die Sache mit gemischten Gefühlen.

Füssen aktuell traf sich zu einem Gespräch mit dem Stadtrat und Mustafa Türkmen, der sich seit Jahren für einen kulturellen Austausch in Füssen einsetzt.

Weiterlesen...
 
Sternsinger - eine Hilfsaktion von Kindern für Kinder PDF E-Mail

2013 für Tansania

Mit dem Ausklingen der Weihnachtstage vom 25. Dezember bis 6. Januar, dem Dreikönigstag, sind auch dieses Jahr wieder zahlreiche Kinder unterwegs für einen guten Zweck. Als Capsar, Melchior oder Balthasar verkleidet wird von Tür zu Tür gegangen, um im Namen der Sternsingeraktion Geld für Menschen in Not zu sammeln und den göttlichen Haussegen an die Türstöcke der Hereinlassenden zu schreiben.

Der Brauch ist schon seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar und neben Deutschland auch in Österreich, Südtirol und der Schweiz wohlbekannt. Früher galt der Segen als Bannmittel gegen Böses, heute jedoch als Segensbitte, um den Segen Gottes auf das Haus und seine Bewohner herabzurufen und sie vor Unglück zu schützen.

Weiterlesen...
 
Aberglauben in der Weihnachtszeit PDF E-Mail

Aberglauben, abergläubische Vorstellungen und Bräuche gab es zu allen Zeiten. Zu bestimmten Ereignissen des Lebens- und Jahresablaufs traten sie besonders häufig auf. So auch in den langen Winternächten um die Wintersonnenwende. Schon in vorchristlicher Zeit fürchtete man sich vor den bösen Geistern der Rauhnächte, und der Glaube an die Wunderkraft der Weihnachtstage hat christliche Vorstellung damit vermischt. Reste des Aberglaubens sind bis heute erhalten.

So unternahm man lärmende Umzüge mit Schießen und Peitschenknallen, um böse Geister zu vertreiben. Davon stammt auch das heute noch bekannte Perchtenlaufen ab. In Schwaben nannte man die entsprechende Figur Pelzmärte und in Niederösterreich Budelfrau. Diese Figuren bestraften die Kinder mit der Rute, wenn sie nicht brav waren, und belohnten sie, wenn sie fleißig waren. Früher schloß man die Haustüre ab, damit das ‚Wilde Heer‘ nicht herein konnte. Auch mussten alle unnötigen Arbeiten wie Spinnen, Wäschewaschen, Schuhputzen, Haarschneiden und dergleichen unterbleiben, um die Aufmerksamkeit Frau Holles und ihres Gefolges nicht auf sich zu lenken.

Weiterlesen...
 
Im Gespräch mit Gabriele Roth-Winter PDF E-Mail

Wenn fremde Mütter helfen

Füssen.    Wie sind heutzutage die Vorstellungen einer ganz normalen Familie? Geregeltes Einkommen? Heiraten? Vielleicht Kinder? Nicht immer läuft alles wie geplant und oftmals müssen die eigenen Kinder darunter leiden. Dann kann es aus verschiedensten Gründen vorkommen, dass Eltern ihrer Rolle als versorgende, schützende Hand nicht gerecht werden. Die betroffenen Kinder brauchen in solch schwierigen Situation deshalb Unterstützung von jemand Anderem. Wenn Sie Glück haben, bekommen sie die von helfenden Verwandten oder gar engen Freunden, wenn nicht, sind es Fremde. Fremde, die selbst keine Kinder haben, oder sich einfach dazu in der Lage fühlen, ein Kind in die Pflege zu nehmen.
So auch Gabriele und Claus Winter. Sie sind selbst Eltern von vier Kindern und haben sich vor einiger Zeit dazu entschlossen, noch zusätzlich Pflegekinder für gewisse Zeiträume zu sich zu nehmen. Im Moment sind zwei weitere Kinder bei ihnen in Obhut und zählen somit schon fast zu einer Großfamilie. Aber an zu wenig Auslastung der Besitzer und Betreiber der „Ritterstub’n“ in Füssen kann es wohl kaum liegen, eine solch mühevolle Aufgabe auf sich zu nehmen. Wir fragen uns deshalb, warum man eine so verantwortungsvolle Entscheidung trifft und wie man als Gastronom mit sechs Kindern im Alltag zurechtkommt.

Frau Winter, war schon im Vorhinein klar, wie viele Kinder Sie mal haben möchten?
Nein, war es nicht. Das hat sich nach und nach so ergeben.

Weiterlesen...
 
Die etwas andere Adventsfeier PDF E-Mail

Akustische Rockklassiker mit Polt & Co.

Schwangau.  „Fünf Kilo Echo und gut ist es“, das will Mike Ostrowski nicht. Seine Musik muss „handgemacht“ sein, so wie die von „December Project“. Ostrowski ist Jazzer, einer wie aus dem Bilderbuch. Dass er nun bei den früheren „Aliens“ dabei ist oder zumindest bei Dreien davon und guten alten Rock spielt, hat etwas mit Klaus Görne zu tun, der eines Tages vor seiner Tür stand und ihm seine Band vorstellte: „December Project“, eine Musikgruppe, die schon lange kein Projekt mehr ist und mit guten alten Klassikern brilliert.

Der Name „December Project“ entstand vor einigen Jahren und wurde von Wolfgang Sauter als Musikerprojekt ins Leben gerufen. Im Hotel Hirsch in Füssen sollte eine Weihnachtsfeier für die Allgemeinheit stattfinden, jedoch nicht mit herkömmlichen Weihnachtsliedern, sondern mit einer etwas anderen Musik. Gesagt, getan. Was als Projekt anfing, etabliert sich nun allmählich. „Es ist eine andere Art von Weihnachtsfeier“, sagt Silvia Zeilmeier, die für die satirischen Geschichten zuständig ist. Ringelnatz, Loriot, Polt, ... für die Frau des Schwangauer Faschings gehört das zum Programm des „December Project“ dazu. „Sie macht die Satire, wir machen die Musik“, so Klaus Görne, der mit Wolfgang Sauter und Daniele Granito nicht nur die akustischen Gitarren spielt, sondern auch für den dreistimmigen Gesang zuständig ist. Jeden Mittwoch treffen sich die Herren bei Smuty Brückner um zu proben, allerdings ohne Silvia Zeilmeier. „Ich probe alleine.

Weiterlesen...
 
Offene Gruppe für pflegende Angehörige PDF E-Mail

Hilfe für die Helfer

Füssen.    Viele pflege- oder betreuungsbedürftige Menschen werden in der Familie versorgt. Anfangs sind meist nur kleine Hilfestellungen nötig, doch mit dem Fortschreiten der Pflegebedürftigkeit oder einer Demenz sind die pflegenden Angehörigen recht schnell rund um die Uhr gefordert. Wie geht man nun mit dieser Situation um, in der die eigenen Interessen und das eigene soziale Leben permanent in den Hintergrund rücken, in der jede freie Minute für die Pflege des geliebten Menschen aufgeopfert wird? Genau hier springt das Angebot des BRK ein. Seit Juli 2011 wird vom Bayerischen Roten Kreuz in Füssen ein offener Gesprächskreis für pflegende Angehörige angeboten.

Jeden zweiten Dienstag im Monat veranstaltet Initiatorin Annett Krüger um 19 Uhr im Rotkreuzhaus Füssen ein Gruppentreffen. „Die BRK-Fachstelle für pflegende Angehörige betreut in Marktoberdorf seit vielen Jahren erfolgreich eine solche offene Gruppe. Dazu kommen noch eine Betreuungsgruppe für Demenzkranke sowie ein Helferkreis, der pflege- und betreuungsbedürftige Menschen daheim stundenweise unterstützt“, erklärt die Pflegesachverständige des BRK. „Als es uns gelang, auch in Füssen einen Helferkreis aufzubauen, wollten wir hier ebenfalls unser Angebot komplettieren und widmeten uns somit dem Aufbau einer Offenen Gruppe für pflegende Angehörige.“

Weiterlesen...
 
Michaela Waldmann: Die Frau an der Spitze in Pfronten PDF E-Mail

„Ich bin neugierig auf Menschen und Themen“

Aitrang.    Der 18. November 2012 wird Michaela Waldmann für immer in Erinnerung bleiben. In ihrem Leben ist es ein ganz besonderer Tag, fast genauso wichtig wie ihr Hochzeitstag mit Hans-Peter Waldmann, mit dem sie seit 2004 verheiratet ist. Ihre Eltern wären sicherlich sehr stolz auf sie gewesen, die jetzt die „First-Lady“ in Pfronten ist und nun für die Belange der Ostallgäuer Gemeinde zuständig ist. Ab Mitte Januar zieht sie in die Allgäuer Straße 6 ein, als Bürgermeisterin der 13-Dörfer Gemeinde. 

Dass sie so ein tolles Wahlergebnis erzielen würde, war der 44-Jährigen nicht bewusst. „Ich bin froh, dass es so gut geklappt hat. Mit 72,8 Prozent habe ich aber nicht gerechnet“, sagt sie ehrlich. Viele Glückwünsche kamen schon am Wahlabend, jetzt erreichen sie die Karten und Briefe, E-Mails und SMS. Alle vier Gemeinderatsfraktionen hatten die Diplom-Verwaltungswirtin als gemeinsame Kandidatin aufgestellt. Ein Novum, das es bislang so in Pfronten nicht gab. Man zieht plötzlich politisch an einem Strang. Für sie alle ist sie die Top-Kandidaten, eine Frau aus Aitrang, die sich auf der Bühne der Kommunalpolitik wohlfühlt, die sich mit Zahlen und Förderprogrammen bestens auskennt und der Tourismus für sie ein breites Themenfeld ist, das wunderbar bearbeitet werden kann. Sie kann fliesen und pflastern, Steckdosen setzen, kochen und backen, sie liebt Selbstauslöser-Bilder und fährt eine Yamaha 600 XJ. Da stellt sich einem die Frage, was ist das für eine Frau? Füssen aktuell traf sich mit Michaela und Hans-Peter Waldmann bei ihnen zu Hause in Aitrang. Zur Begrüßung kamen Herr Rossi, Corki, Luigi und Fritzi, die drei Kater mit der Katze der Waldmanns.

Weiterlesen...
 
Eine Organisation für Menschen in Not PDF E-Mail

Hilfe zur Selbsthilfe

Für Andere etwas Gutes tun ist nicht schwer, jedoch dafür die Initiative zu ergreifen, schon. Vor allem jetzt zur Weihnachtszeit steigen wieder die Aufrufe zu Spenden für verschiedenste wohltätige Zwecke. Egal ob Länder mit kürzlich eingetroffenen Naturkatastrophen, Wohlfahrtsverbände oder Hilfsaktionen für Dritte-Weltländer, die Auswahl Bedürftige zu unterstützen ist groß. 

Unterstützung muss aber nicht immer gleich mit Geld spenden verbunden sein. Das erkannte auch Verena Poltmann, eine Studentin aus Schwangau, die über eine Freundin einen Monat als Volontärin bei Project COLORS International in Südafrika mitmachte. „Da ich Lehramt für Grundschule im siebten Semester studiere, also in geraumer Zeit mit Kindern zusammenarbeiten werde, dachte ich mir, ein bisschen Praxiserfahrung im Umgang mit Kindern, vor allem denen, die besondere Hilfe benötigen, ist genau das Richtige“, sagte sie über ihre Entscheidung. Project COLORS International ist eine gemeinnützige Organisation aus Kanada, die auf internationaler Basis Kinderhilfsprojekte leitet und momentan im Haupteinsatzgebiet Südafrika arbeitet.
Die Gründerin, Sunyata Angelina Burrell Choyce aus Halifax, Kanada, rief die Organisation 2004 in George, Südafrika, ins Leben, als sie zuvor Zeuge  der immensen Hilfsbedürftigkeit von über 50 Aids-Waisen wurde, mit denen sie in einem Kinderheim in einem der zahlreichen Townships zusammenarbeitete. Oftmals kamen Spenden bei den bedürftigen Kindern nicht direkt an, weswegen Choyce ihr eigenes Projekt, mit dem Vorsatz, dass Förder- und Hilfsmittel direkt in die Hände derer gelangen, die sie benötigen, gründete.
Das Ziel von Project COLORS ist, Kindern und Familien in Not auf erzieherischer und sozialer Basis zu helfen, indem lokale Organisationen und Aktionen durch Freiwilligenarbeit und Beförderung von Hilfsmitteln wie Essenspakete oder Medizin unterstützt werden. So wird den Einheimischen, die kostenlos ihre Gemeinde unterstützen, geholfen, ihre Ziele zu erreichen.

Weiterlesen...
 
Beim Fußball spricht man eine Sprache PDF E-Mail

Im Gespräch mit Matthias Günes

Hohenschwangau.    Fußball ist zweifellos einer der beliebtesten Sportarten der Welt. Vor allem während der WM-Zeit, bei der manche teilnehmende Länder sich schon fast im Ausnahmezustand befinden, wird dies einem immer wieder bewusst. Auch in Deutschland, einem Land, dass an großer kultureller und religiöser Vielfalt verfügt, ist der kleine runde Ball, kaum wegzudenken. Dass diese Vielfalt, egal ob in weltweit beliebten Fußballclubs oder auch nur im lokal bekannten Dorfverein, aufeinander trifft, sollte für uns alltäglich sein. Wir fragen uns ob Fußball eine Stütze für Emigration in Deutschland bildet und ob so verschiedene Kulturen durch Erfahrung in Vereinen näher zusammengebracht werden können. Deshalb haben wir mit Matthias Günes, 29 Jahre alt und Mittelfeldspieler beim Lokalverein FC Füssen, über Fußball und Migration gesprochen. Matthias Günes ist Aramäer und lebt seit seiner Geburt in Füssen. Nach dem Statistischen Bundesamt ist er also „Deutscher mit Migrationshintergrund“, was für ihn aber keine Relevanz hat, da er sich zu 100 Prozent aramäisch und deutsch sieht. „Ich habe beide Kulturen verinnerlicht“, sagt er von sich selbst. Wenn er nicht gerade auf dem Rasen ist und Bälle kickt, arbeitet er als Marketing- und Verkaufsleiter im Hotel Müller in Schwangau. Seit über 20 Jahren nun engagiert er sich mit Leidenschaft für seinen Verein und weiß, dass Fußball auch eine wichtige Rolle beim Thema Migration spielt.

Herr Günes, ist Fußball ein interkultureller Sport? Definitiv, Fußball ist der einzige Sport, den man auf der ganzen Welt kennt und bei dem alle Kulturen mitspielen. Das Schöne ist, dass in der Mannschaft die Herkunft nicht relevant ist. Es ist kulturverbindend, das hört sich ganz groß an, aber es ist wirklich so und das ist das Tolle daran.

Wie viele haben denn ungefähr einen Migrationshintergrund beim FC Füssen? Schwer zu sagen. Wir haben Aramäer, Serben, Kroaten, Türken.. – der Verein ist quasi ein Spiegelbild Deutschlands.
Stehen denn die Leistung oder der Hintergrund des Spielers an erster Stelle? Die Leistung ist das Einzige was zählt. Beispielsweise haben wir momentan einen türkischen Trainer und  davor war es mein Bruder. Wir hatten aber auch einen deutschen Trainer und auch einen bulgarischen. Die Nationalität hat hier keine Relevanz.

Weiterlesen...
 
Die Hemmschwelle ist noch da PDF E-Mail

Tafel unterstützt bundesweit 1,5 Millionen Menschen

Füssen.    „Essen, wo es hingehört“, so lautet der Leitspruch der circa 900 Tafeln in ganz Deutschland. Die Idee dieser Hilfsorganisation ist es, überschüssige aber qualitativ noch einwandfreie Lebensmittel aus dem Handel oder bei den direkten Herstellern zu sammeln und diese an sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen, kostenlos oder gegen einen geringen Betrag von einem Euro zu verteilen. Seit 2008 gibt es auch eine Tafel in Füssen. Füssen aktuell sprach mit Gaby Müller, Leiterin der Tafel in Füssen, über Zahlen und Fakten dieser ehrenamtlichen Einrichtung.

Seit 2008 gibt es die Tafel in Füssen?
Die  Tafel ist eine feste Größe in Füssen und nicht mehr wegzudenken. Es ist ein beklemmendes Gefühl zu sehen, wie sehr die Zahl der hilfsbedürftigen Menschen in Füssen und Umgebung gewachsen ist. Die Grafik verdeutlicht es. Laut Prognosen werden immer mehr Menschen in Deutschland  auf staatliche Grundversorgung angewiesen sein. Wir sind froh, dass viele , die bedürftig sind, die Hilfe der Tafel in Anspruch nehmen. Wir versorgen jeweils donnerstags ca. 130 – 160 Menschen mit Lebensmitteln, darunter ca. 30-60 Kinder.

Weiterlesen...
 
Im Gespräch mit Alberto Cirilo PDF E-Mail

„Ich bin ich - ein Mensch, der das Alleinsein braucht“

Füssen.    Ohne das Engagement am Festspielhaus in Füssen bei der ersten Produktion des Ludwig Musicals wäre Alberto Cirilo wahrscheinlich nicht ins Allgäu gekommen. Heute lebt er seit elf Jahren in Füssen und ist bekannter denn je. Seine Schüler/Innen finden ihn ganz „cool“, auch wenn er sehr viel Disziplin verlangt. In seiner Wohnung waren bislang nur die engsten, wirklich guten Freunde. Sonst, so der schwarz gekleidete Künstler, ist er lieber alleine und ganz für sich. „Ich bin ein Einzelgänger, ich brauche das Alleinsein“, sagt er offen. Über sein Leben will Alberto Cirilo nicht viel erzählen und über sein Alter schon zwei Mal nicht. „Ich bin ich - Alberto Cirilo. Das muss reichen“, sagt er lachend. Seine Sprüche sind manchmal zum Lachen und ein anderes Mal philosophisch, so ganz unbedarft in seinem Dialekt aus einer Mischung amerikanischen Slangs, Allgäuer Wörtern und Hochdeutsch. Füssen aktuell lud Alberto Cirilo in die Redaktion zu einem Gespräch ein. 

Seit wann lebst Du in Füssen? Seit elf Jahren.

Wie kamst Du zum Tanzen? Ich habe im Fernsehen immer die Leute im Fernsehen tanzen gesehen. Und wenn man in New York lebt, dann sieht man die Schauspieler, die Broadway Tänzer – und ich habe mir immer gedacht, wie kann ich das schaffen? Und so hat es angefangen.

Wer hat Dir letztendlich dabei geholfen? Das war Gene K. Hammet. Sein Auto blieb auf der Straße plötzlich stehen. Ich war in der Nähe und er rief mir zu, ob ich ihm nicht helfen könnte, sein Auto von der Straße weg zu schieben. Ich half ihm natürlich. Als Dank lud er mich zum Essen ein. Während dem Essen stellte sich heraus, dass er Direktor einer Tanzschule ist. Ich habe ihm dann erzählt, dass Tanzen mein Traum ist, ich aber für eine Schule kein Geld habe. Er hat mich dann eingeladen, am nächsten Tag zu kommen und meinte, wenn ich regelmäßig, dass heißt täglich, komme und sich herausstellt, dass ich Talent habe, dann würde er mir die Schule zahlen.

Weiterlesen...
 
„Ich möchte etwas zurück geben“ PDF E-Mail

Sherpas auf Tirols Hütten

„Nepal hat mir persönlich so viel gegeben. Ich habe dort viele Berge bestiegen, sehr viele Freunde verloren, aber auch noch mehr Freunde gewonnen. Also habe ich gesagt, ich möchte dem Land, das mir so viel gegeben hat, auch etwas zurückgeben. Mit der Nepalhilfe und vor allem dem Sherpa-Projekt kann ich das erreichen.“ 

Der Tiroler Wolfgang Nairz leitete 1972 seine erste Himalaya-Expedition zur Südwand des Manaslu. 1978 war er Leiter der ersten österreichischen Expedition zum Mount Everest. Vor etwa zehn Jahren hat er den Verein Nepalhilfe Tirol gegründet, der auch das so genannte „Sherpa-Projekt“ startete. Seit einigen  Sommersaisonen helfen auf Tirols Hütten Sherpas, Sherpani und Nepalesen aus. Im Interview spricht Wolfgang Nairz über die Motivation, seine nepalesischen Freunde nach Tirol zu bringen, über faire Arbeitsbedingungen und darüber, was Tiroler Hüttenwirte von ihren Mitarbeitern aus dem Himalaya-Gebiet lernen können.

Vor über zehn Jahren haben Sie den Verein Nepalhilfe gegründet. Was war der Hintergrund, diesen Verein zu gründen?
Es hat in Tirol sehr viele befreundete Bergsteiger gegeben, die oft in Nepal waren und vereinzelt Hilfe geleistet haben. Der Eine hat einen Sherpa finanziell unterstützt, damit er seine Kinder in die Schule schicken kann oder hat eine Patenschaft für Kinder übernommen. Der Nächste hat Medikamente mit nach Nepal gebracht. Jeder hat irgendwas anderes gemacht. Wir wollten diese Kräfte alle bündeln und ganz gezielt Projekte fördern. Das war eigentlich der Grund, dass sich einige Freunde zusammengetan und den Verein Nepalhilfe Tirol gegründet haben. Inzwischen zählen wir 150 Mitglieder und haben in den letzten zehn Jahren ca. 520.000 Euro Hilfe direkt und indirekt nach Nepal gegeben.

Weiterlesen...
 
Sajimon Vargese - Der Pfarrer aus Stötten PDF E-Mail

Stötten am Auerberg.   Indien ist mit über 1,2 Milliarden Einwohnern der zweitbevölkerungsreichste Staat der Erde. Das Land gilt auch, gemessen an seiner Einwohnerzahl, als die größte Demokratie der Welt. Indien ist ein Vielvölkerstaat, ohne weiteres vergleichbar mit der Vielfältigkeit des gesamten europäischen Kontinents. Es werden weit über 100 verschiedene Sprachen gesprochen, die vier verschiedenen Sprachfamilien angehören. Ein Land der Superlativen, mit vielen Facetten und unterschiedlichen Religionen. Mit 80,5 Prozent ist der Hinduismus die am weitesten verbreitete Religion im Land, gefolgt vom Islam mit 13,4 Prozent und auch das Christentum ist mit 2,3 Prozent vertreten. Obwohl Indien ein hinduistisch geprägtes Land ist, hat Indien mit 140 Millionen Anhängern die weltweit drittgrößte muslimische Bevölkerung vorzuweisen. Das Christentum kam durch frühe Missionierungen im ersten Jahrhundert und später durch den Kolonialismus ins Land.

Einer dieser wenigen Christen, die in Indien leben, ist Sajimon Vargese. Der gebürtige Inder lebt seit 2003 in Deutschland, seit 2009 stellt er den Pfarrer in Stötten am Auerberg. „Meine ganze Familie ist katholisch geprägt. Meine Großeltern, meine Eltern und letztendlich auch ich“, erklärt er. Geboren wurde er 1970 in Kerala, einem kleinen Bundesstaat in Südindien. Schon als Kind wusste er, dass er einmal Kirchenarbeit leisten wolle. „Am meisten geprägt hatte mich mein Pfarrer während meiner Jugendzeit. Ich war Ministrant und entwickelte mit der Zeit den Wunsch, Missionar zu werden. Ich las damals viele Zeitschriften, die mich inspirierten. Ich wollte dann vor allem den Armen helfen und die Liebe Gottes unter die Leute bringen.“ Indien ist ein sehr armes Land. 44 Prozent der Bevölkerung haben weniger als einen Dollar pro Tag zum Leben zur Verfügung. Mehr als ein Viertel ist zu arm, um sich eine ausreichende Ernährung leisten zu können. Vor allem in den ländlichen Gebieten sind Unter- und Fehlernährung ein weit verbreitetes Problem. Nach Angaben von Unicef sterben in Indien jährlich 2,1 Millionen Kinder vor dem fünften Lebensjahr. „Da das Einkommen vieler Bauernfamilien nicht zum Überleben ausreicht, werden die Kinder nicht in die Schule geschickt, sondern zum Arbeiten“, berichtet Sajimon. „Ich hatte da mehr Glück. Nach Abschluss der 10. Klasse suchte ich den Thomasorden auf, den mir ein damaliger Freund empfahl, und bei dem ich schließlich 1997 nach 12 Jahren Ausbildung meine Priesterweihe erhielt.“

Weiterlesen...
 
Die Reuttener Station der ARA Flugrettung PDF E-Mail

RK-2 - Die roten Engel

Reutte.    An insgesamt 31 Stationen setzt die DRF Luftrettung in Deutschland, Österreich und Dänemark rund 50 Hubschrauber für Notfalleinsätze und den Transport von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein. Die ARA-Flugrettungs GmbH als Teil der DRF Luftrettung wurde 2001 gegründet und betreibt in Österreich an zwei Standorten professionelle Notfallmedizin mit Notarzthubschraubern. Einer dieser Standorte ist die ARA-Luftrettungsstation in Reutte. Hier verrichten abwechselnd zwei Piloten, elf Notärzte, drei Notfallsanitäter und 16 Flugretter ihren Dienst. Füssen aktuell stattete dem diensthabenden Personal einen Besuch ab, um sich ein Bild von der täglichen Arbeit verschaffen zu können.

Weiterlesen...
 
Der Straßenreiniger Luis Gast PDF E-Mail

„Von Mülltrennung verstehen viele Menschen nichts“

Füssen.      Es gibt Menschen, die gehören einfach zu einem Stadtbild dazu, so wie Luis Gast, der jeden Tag seinen Müllwagen vor sich her schiebt, den Müll einsammelt und die Mülleimer leert.  Keine angenehme Arbeit, ganz zu schweigen von den Gerüchen. Luis Gast nimmt das gelassen hin – für ihn ist es eine Arbeit, die ihm Spaß macht. „Ich bin draußen an der frischen Luft, und das gefällt mir“, so der gebürtige Riedener, der eigentlich Alois heißt.

Es gibt keinen Winkel der Lechstadt, den der Straßenreiniger nicht kennt. 1963 zog er mit seiner Mutter nach Füssen, in die Hanfwerksiedlung. Auch heute noch ist dort sein Zuhause. „Ich fühle mich hier wohl“, sagt er lachend. Luis Gast entgeht nichts, auch wenn er manchmal so tut, als ob er das eine oder andere nicht sehe. Es ärgert ihn, wenn die Menschen Brot und ähnliches in die Mülleimer werfen. „Ich kann das nicht verstehen. Brot schmeißt man nicht weg. Andere Menschen hungern“, sagt er verärgert.  Von Mülltrennung verstehen viele Menschen nichts und dass der Hausmüll in den Mülleimern der Stadt nichts verloren hat, genauso wie Kartonagen, scheint in den Köpfen mancher nicht angekommen zu sein.  Wenn es um das Thema Müll in der Innenstadt geht, versteht der Straßenreiniger keine Entschuldigung. „Vieles vom täglichen Müll könnte man reduzieren“, meint Luis Gast – nur müssten alle mitmachen.

Weiterlesen...
 
Gymnasium mit Internat Hohenschwangau PDF E-Mail

Leben und Lernen zu Füßen der Königsschlösser

Hohenschwangau.    Die Geschichte des Gymnasiums Hohenschwangau begann bereits vor 125 Jahren. Nach dem Tod Ludwigs II. im Jahre 1886 und der Öffnung des Schlosses Neuschwanstein für Besucher öffnete die „Villa Schwansee“ 1887 erstmals ihre Pforten. Aus der Herberge wurde Anfang des 20. Jahrhunderts das „Hotel Schwansee“. In den Wirren des Zweiten Weltkriegs erwarb der Staat um 1941 das Anwesen, um hier bis zum Kriegsende eine Marineunteroffiziers-Vorschule zu unterhalten. Diese Marineschule war letztendlich der Grund dafür, dass man sich 1947 entschloss, eine Heimschule in dem ehemaligen Hotel zu eröffnen. Das Schülerheim diente vor allem Kindern aus Flüchtlingsfamilien als Unterkunft. Nach einigen Anbau- und Modernisierungsmaßnahmen entstanden unter anderem das heutige Schulgebäude, eine Mensa, zwei Sporthallen und eine Außensportanlage. Derzeit besuchen 860 Schüler das Gymnasium, 90 davon sind im zugehörigen Internat untergebracht.

Sowohl das Gymnasium, als auch das Internat sind nach wie vor staatliche Einrichtungen. Die Gründe, warum Schüler nach Schwangau kommen, sind genauso vielfältig wie die Orte, aus denen sie kommen. So gibt es familiäre oder schulische Gründe, aber auch Leistungssportler, die den Eishockey-Standort Füssen zum Training nutzen möchten. Viele Schüler stammen aus der näheren Umgebung wie Würzburg oder Ulm. Einige kommen auch von weiter her - deutschlandweit aus Hamburg und Dresden, oder aber aus dem benachbarten Ausland wie Frankreich und Spanien.

Weiterlesen...
 
Rudolfo Lena und sein Engagement PDF E-Mail

„Wir müssen für unsere Kinder eine Zukunft aufbauen“

Füssen.   Dass er irgendwann einmal als Bürgermeister nach Füssen kommen sollte, hätte Rudolfo Lena nicht gedacht. „Sicher, gewünscht habe ich es mir – aber Wünsche gehen ja nicht immer in Erfüllung“, erzählt der symphatische Bürgermeister der Füssener Partnerstadt Palestrina.

Mit 12 Jahren war Rudolfo Lena zum ersten Mal nach Füssen gekommen. Sein Vater war zweiter Bürgermeister, so dass Rudolfo Lena in die Zusammenarbeit der Städtepartnerschaft bereits involviert war. „Als ich das erste Mal nach Füssen kam war ich ziemlich neugierig was mich da erwarten würde. Ich war begeistert. Natürlich hatte ich einen großen Respekt und vor allem hatten wir Jungen damals eine große Verantwortung zu tragen. Wir mussten unsere Stadt nach außen präsentieren“, erzählt der heute 47-Jährige. Heuer war es das siebte Mal, dass er nach Füssen gekommen ist. Das es dazu noch ein Jubiläum ist, freute den Familienvater umso mehr. „Wenn ich das nächste Mal nach Füssen komme, bin ich kein Bürgermeister mehr“, erzählt er. Denn in Italien läuft alles ein bisschen anders als in Deutschland. Nicht nur weil dort die Sonne öfters scheint und die Menschen das Leben entspannter sehen, sondern auch die Kommunalpolitik unterscheidet sich sehr von unserer.

Weiterlesen...
 
Das Urspringer Fischerfest ist bekannt im Allgäuer Land PDF E-Mail

An Peter und Paul wird Fisch gegessen!

Urspring.    Fährt man von Lechbruck über die Brücke nach Steingaden, kommt man durch ein kleines, unscheinbares Dorf, das in den letzten Jahren eine gewisse Berühmtheit erlangt hat. Die Leute pilgern in Scharen nach Urspring, zum alljährlich stattfindenden Fischerfest am letzten Samstag im Juni.

„Drüben überm Lechstausee ist ein Campingplatz. Er heißt Via Claudia. Die Leute kommen schon um 6 Uhr abends zum Fisch essen. Das Fest dauert bis nachts um circa ein Uhr, aber um zehn ist meist alles gar“, sagt Alfred Jörg, Vorstand vom Fischereiverein Urspring.

Es war 1984, als er die Fischerprüfung mit 13 weiteren Männern absolvierte. Unmittelbar danach gründeten sie gleich den Fischereiverein.

Weiterlesen...
 
Enttäuschung und Aufruhr PDF E-Mail

Dialog 2025 oder Alleingang?

Füssen.    Bischof Dr. Konrad Zdarsa hat es zur Zeit nicht leicht. Seine Reform, keine Wortgottesdienste an den Wochenenden in den Kirchen,  scheint bei den aktiven Gläubigen nicht wirklich anzukommen. Enttäuschung hat sich breit gemacht – der viel gepriesene Dialog zwischen den Gläubigern und der Kirche hat nicht stattgefunden und das, obwohl Bischof Dr. Konrad Zdarsa in seinem Hirtenbrief ganz andere Töne anschlägt. „Aufgrund der zurückgehenden Zahl der Priester wird es weniger und weniger möglich sein, in jeder Kirche unseres Bistums Sonntag für Sonntag die Heilige Messe zu feiern. Da aber nicht nur die Zahl der Priester, sondern auch die der Gottesdienstteilnehmer zurückgeht, ... habe ich mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den vergangenen Monaten auf Bistumsebene darüber nachgedacht, wie wir diesem Anliegen durch klar benannte Ziele und die Neuordnung der pastoralen Räume nachkommen können. Das bedeutet nicht, dass gravierende Veränderungen quasi „über Nacht“ und „von oben“ vorgenommen werden. Hier hat nun wirklich der vernünftige, respektvoll vorgenommene Dialog seinen Platz.“

In Österreich gibt es die „Pfarrer-Initiative“, die der Reform nicht ruhig und gelassen entgegen sieht. Noch müssen sie im verborgenen arbeiten, weil sie befürchten, ihr Amt nicht mehr ausüben zu dürfen.
Füssen aktuell sprach mit dem Dekanatsvorsitzenden für den Altlandkreis Füssen, Herrn Manfred Sailer, über die neue Reform, den Dialog und die Kirche.

Weiterlesen...
 
Neue Leitung in der der Gynäkologie am Füssener Krankenhaus PDF E-Mail

Füssen.    Seit 01. April 2012 hat Dr. Winfried Eschholz die Leitung der Abteilung Gynäkologie im Füssener Krankehaus übernommen. Nach langjähriger Tätigkeit am Klinikum Olpe und in Kaufbeuren zog er die Arbeit an einem kleineren Krankenhaus wie in Füssen vor. Positiv beeindruckt haben ihn bei seinem Arbeitsbeginn vor allem der Teamgeist und die Leidenschaft, mit welchen die Mitarbeiter im Krankenhaus Füssen arbeiten. Die politische Entwicklung des Krankenhauses hat er in den letzten Monaten intensiv verfolgt. Als ein positives Zeichen für die Zukunft sieht Dr. Winfried Eschholz die Investitionen in neue Ausstattung und Geräte in der Gynäkologie des Krankenhauses Füssen.

„Ich bin mir sicher, dass mit der bestehenden und neuen Ausstattung und dem vorhandenen Personal eine gute Basis für die gynäkologische Versorgung besteht. Für besonders intensive medizinische Fälle bestehen gute Kontakte zu Spezialisten, an welche dann überwiesen wird“,  so Dr. Winfried Eschholz. Mit dem 50-jährigen Gynäkologen gewinnt die Abteilung einen erfahrenen und leidenschaftlichen Arzt, der sich der grossen Verantwortung seines Berufsstandes bewusst ist. Nur soviel Medizin wie nötig und ein bewusster Umgang mit vernünftigen Behandlungsmethoden liegen ihm am Herzen. „ Die Selbstbestimmung der Frau steht bei meiner Behandlung im Vordergrund. So sehe ich es beispielsweise als wesentlich an, dass die Frau Ihr Kind so entbindet, dass Sie das Erlebnis der Geburt als selbst gestaltet wahrnimmt. Bei Komplikationen stehe ich beratend zur Seite und greife im Notfall ein“, sagt Dr. Winfried Eschholz pflichtbewusst.

Weiterlesen...
 
Die Streetworker von Reutte PDF E-Mail

Reutte.    Streetworker Andreas Nigg ist wieder einmal unterwegs auf den Straßen von Reutte, in Parks oder anderen öffentlichen Plätzen. Mit seiner zerrissenen Jeans und den langen Haaren, die meist zu einem  Zopf zusammengebunden sind, und der großen Umhängetasche sieht er aus wie Einer von ihnen: Das sind die Jugendlichen, die sich abseits der Schulen oder Kneipen treffen, nicht alleine sein wollen, vielleicht heimlich Alkohol trinken, weil es auf öffentlichen Plätzen in Reutte verboten ist. Der 33-Jährige kennt sie schon lange. Sie vertrauen ihm inzwischen und sind froh, dass einer da ist, der ihnen zuhört bei Liebeskummer, Stress in der Schule, Bewerbung schreiben, sie unterstützt in dem, was sie tun wollen. Aber nicht alle, die herumsitzen, haben Probleme, und auch für sie hat er Zeit, diskutiert, oder hört zu.

2009 wurde die Stelle ausgeschrieben und Andreas Nigg war einer der Bewerber. „Ich habe immer schon gern mit Jugendlichen gearbeitet. Früher war ich Pfadfinder und mit 18 Jahren dann Pfadfinderleiter. Ich nehme mir Zeit für die Jugendlichen, ob als Pfadfinderleiter oder als Jugendarbeiter auf der Straße, und das brauchen sie.“

Weiterlesen...
 
Schuhmachermeister Ulrich Kleber PDF E-Mail

Das Alter kennt keine Pause

Seeg/Lobach.     Wer die einladende Hofeinfahrt im beschaulichen Lobach bei Seeg betritt, würde nie vermuten, was hier seit über 60 Jahren beheimatet ist. Schuhmachermeister Ulrich Kleber, 87 Jahre alt, betreibt auf seinem Grundstück seit 1949 eine traditionelle Schuhmacherwerkstatt. In dem kleinen Raum riecht es nach Leder und in jeder Ecke findet man die Utensilien und Gerätschaften, die man zur Reparatur oder Herstellung von Schuhen benötigt. Immer wieder kommen hier Kunden vorbei, die dem Schuhmachermeister ihre Schuhe und andere Kleinigkeiten zur Reparatur anvertrauen.

„In meinem Alter müsste ich wirklich nicht mehr arbeiten“, erklärt der rüstige Rentner zu Beginn unseres Gesprächs. „Aber ich habe mein Leben lang nichts anderes gemacht. Und den ganzen Tag zu Hause zu sitzen und sich zu langweilen wäre einfach nichts für mich. Heute ist meine Arbeit mehr Beschäftigung als Arbeit, denn es macht mir immer noch Spaß. Ich wollte ohnehin nie etwas anderes machen.“

Weiterlesen...
 
Robert Briechle träumt von einem Hektar Land für jede Familie PDF E-Mail

Der Agrarrebell aus dem Allgäu

Stötten.    Grüne, saftige, fette Allgäuer Wiesen soweit das Auge reicht. Jetzt im Frühling rollen wieder die riesigen, breiten Gummireifen der schweren Traktoren über die weiten Flächen und fangen an mit Gülle, oder wenn man Glück hat mit dickem Kuhmist, zu düngen.

Was die Wenigsten wissen: „Die Löwenzahnwiesen, die im Frühling so schön gelb leuchten, zeigen einen  stark verdichteten Boden und Sauerstoffmangel an. Schuld sind die schweren Maschinen in der Landwirtschaft“, erklärt Robert Briechle, als wir sein Sück Land besuchen.

Er hat es in den letzten 15 Jahren wieder renaturiert, nachdem er einen Hektar  Wiese von seinem Vater geschenkt bekam. Sein Vater gab ihm ein Stück, mit dem er nicht viel anfangen konnte, weil es in einer Senke liegt, unter der das Wasser durch fließt. Aber der jetzt 40-Jährige, den viele für einen Träumer und Spinner halten, auch weil er das ganze Jahr ohne Schuhe unterwegs ist, hat seinen Traum verwirklicht. „Als Kind hatte ich mir gewünscht, in so einem Paradies aufzuwachsen, und jetzt, als Erwachsener, habe ich mir meinen Traum verwirklicht.“ Wieviele Menschen belassen es beim Träumen, ohne sie je zu realisieren. Der Idealist, der von einer Welt träumt, in der jeder Mensch genug Wasser, Wärme, Raum und lebendige Nahrungsmittel erhält, glaubt, dass jeder Mensch genug zu leben hätte auf einem Hektar Land. Darum hat er ein Experiment begonnen, die „Naturwert-Stiftung“ gegründet und angefangen, seinen ersten Hektar Land zu rekultivieren.

Weiterlesen...
 
Florian Pfeiffer – ein großer Mann mit Charme und vielen Ideen PDF E-Mail

Ein Leben für die Gastronomie

Füssen.    Seit drei Generationen führt die Familie Pfeiffer-Tramp nun schon das traditionsreiche Haus in der Füssener Altstadt. Großvater Tramp übernahm 1928 die Herberge und legte damit den Grundstein für eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte. Vor zwei Jahren ist nun sein Enkel Florian Pfeiffer in den Familienbetrieb seines Großvaters mit eingestiegen und hat in dieser Zeit frische Impulse in das Geschäft gebracht, das damit seine Geschichte in einer neuen Generation fortsetzen kann.

Schon im Kindesalter lernte Florian Pfeiffer den Familienbetrieb seines Großvaters kennen. Der 31-Jährige wuchs in Heidelberg auf, absolvierte dort seine Ausbildung und sammelte erste Berufserfahrungen, bevor er in das Geschäft einstieg. „Ich kenne das Hotel von klein auf. Meiner Großmutter half ich damals bereits beim Rouladen-Wickeln. Der Betrieb war quasi meine zweite Heimat“, erinnert sich der sympathische junge Mann.

Nach Erwerb seiner Fachhochschulreife begann er im Alter von 19 Jahren seine Ausbildung zum Koch im Heidelberger Schloss. „Ich hatte irgendwie immer im Hinterkopf, das Hotel zu übernehmen. Anfangs probierte ich mich noch bei diversen Praktika im Bankgewerbe und anderen Bereichen aus, doch mir wurde schnell klar, dass ich in das Gastronomie- und Hotelgewerbe gehöre und in den Betrieb meines Großvaters einsteigen möchte. Ich schätze einfach den Kontakt mit den Menschen und die Abwechslung, die das Gewerbe mit sich bringt.“

Weiterlesen...
 
reingeschaut - Architektur & Wohnen PDF E-Mail

Zu Gast bei Familie Pihusch und Linder in Roßhaupten

Wer  auf der B16 entlang fährt hat sicherlich schon das Fischhaus mit seiner Kapelle gesehen. Ein schönes Anwesen, abseits gelegen und markant in seinem Baustil. Das Haus und die Kapelle sind mit einer Brücke verbunden. Seit fast 100 Jahren gehört das Haus der Familie Linder. Auf etwa 300 Quadratmeter Wohnfläche teilen sich Thomas und Simone Pihusch, geborene Linder, mit ihren beiden Kindern das Haus mit den Eltern. Jeder hat hier seinen eigenen Bereich. Schon die Haustüre macht neugierig, wie es wohl im Inneren des Hauses aussieht. Der große Gang erinnert an Gutshäuser. Links und rechts davon Türen, die in die jeweiligen Räume führen. Sehr schön die bemalten Türen mit den Sichtfenstern oberhalb des Türstocks. Der große Bauernschrank im Flur reicht fast bis an die Decke. Ein schöner Blickfang ist die Treppe, die in das obere Stockwerk zu Thomas und Simone Pihusch führt.

Weiterlesen...
 
Nalin Bulathsinhala, Hotelfachmann aus Sri Lanka PDF E-Mail

„Wir sind alle Ausländer“

Füssen.      Es war 1990, als der junge Nalin voller Erwartungen nach Deutschland kam. Er wollte einen Neubeginn wagen, weg von der Tourismusbranche, hin zur Gastronomie und Hotellerie. Nalin stammt aus einer typischen mittelständischen singhalesischen Familie mit acht Geschwistern. Sein Geburtsort Kandy liegt im Inland von Sri Lanka und hat bei der einheimischen Bevölkerung den Beinamen „Letztes Königreich“ bekommen. Diese Bezeichnung ist ein Relikt aus vergangenen Kolonialzeiten, als die Europäer in den Inselstaat einmarschierten und die Herrschaft über die Bevölkerung an sich rissen. Die Kolonialisten hielten sich vorwiegend an den Küstengebieten auf, drangen aber nie richtig ins Inland vor. Nur das Königreich Kandy konnte sich über zwei Jahrhunderte behaupten, bis 1815 das gesamte Land zum Teil des Britischen Empires wurde. 

Weiterlesen...
 
Deutschland ist so strukturiert PDF E-Mail

„Ein schöner blauer Himmel“

Schwangau.   „Er ist einfach der Mann an meiner Seite, einen anderen kann ich mir gar nicht vorstellen“. Für Carolin Gonzales Barrenechea, geborene Hackenberg, ist ihr Juan der Mittelpunkt in ihrem Leben. Dabei hat alles sehr nüchtern angefangen. Die blonde Allgäuerin bekam ein Angebot aus Lima, im Suiss Hotel das F&B Management zu übernehmen. „Eine schöne Sache – ich hatte bereits im Ausland gearbeitet und wollte natürlich noch mehr Erfahrung sammeln“, erzählt sie sachlich. Dass sie gerade dort den Mann ihres Lebens finden sollte, hätte sie nie gedacht. Schließlich wollte sie wieder zurück in ihr geliebtes Allgäu, zurück zur Familie und den Freunden. Die Auslandsaufenthalte sollten nur gute Referenzen sein. Juan arbeitete dort als Room Devison Manager und das seit 15 Jahren. Aus gegenseitiger Begeisterung wurde erst Freundschaft, bis beide merkten, dass es doch viel mehr ist, als sie es sich zugestehen wollten. Letztes Jahr im September haben die zwei geheiratet, ganz traditionell in Tracht – so wie es im Allgäu Brauch ist.

Der blaue Himmel

Juans Deutsch ist noch etwas holprig – manchmal sucht er nach Worten, die genau das ausdrücken sollen, was er gerade denkt und fühlt. „Es ist nicht immer leicht“ und schaut dabei seine Frau an. Sie ermuntert ihn weiterzusprechen, sagt ihm Worte und Sätze auf Spanisch, die in meinen Ohren wie Musik klingen. Juan lacht und erzählt von seinem ersten Besuch in Deutschland. „Ich war so überrascht, als ich Caros Papa besucht habe, ich konnte frische Luft einatmen – in Lima ist das ein Luxus. Zum ersten Mal sah ich einen richtigen blauen Himmel mit Wolken  und der Schnee glitzerte“, erzählt er enthusiastisch. Kein Vergleich zu Lima und seinem Himmel, der alle Grautöne in sich vereint. „Es ist der Smog, die viele Industrie, die den Himmel so grau macht“, sagt er nachdenklich. Wer einen blauen Himmel sehen möchte, muss im Umkreis von 50 oder 100 Kilometer außerhalb von Lima suchen.

Weiterlesen...
 
Köche unter uns PDF E-Mail

Michael Bernhard im Wellvital-Hotel Rübezahl

Es ist wohl einer der stressigsten und doch kreativsten Berufe, die in der Gastronomie zu finden sind. „Koch wird man nicht, man ist es. Man muss diesen Beruf leben“ skizziert der 25-jährige Michael Bernhard seinen Beruf. Als 14-Jähriger fing er seine Kochlehre in einem Landgasthof in einem kleinen Ort nahe seines Heimatortes Welden bei Augsburg an. „Mit 17 Jahren war ich mit meiner Ausbildung fertig und ich fragte mich, was nun?“  Nur wenige Monate später lockte München mit einem Angebot, das der damals 18-Jährige sofort annahm. Er war im Team von Alfons Schuhbeck, dem Michelin-Koch, von dem man so allerlei noch lernen konnte. Wer bei Schuhbeck arbeitet, muss stressresistent sein, heißt es unter den Köchen. Lange Arbeitstage sind Normalität und Freizeit nur selten. Wer durch diese harte Schule geht, hat viel gewonnen. Drei Jahre lang war Michael Bernhard dabei. „Es war eine ganz besondere Zeit, die ich nicht missen möchte“, erinnert sich der junge Mann zurück. „Mit Schuhbeck habe ich ganz Europa bereist. Wir waren überall mit dem Catering vertreten oder haben bei Prominenten zu Hause gekocht, wie zum Beispiel in Thomas Gottschalks Schlossküche“. Viel unterwegs war Michael Bernhard auch mit dem FC Bayern. Eine zeitlang war er ihr Leibkoch und musste dafür Sorge tragen, dass sich die Jungs vernünftig ernähren.

Weiterlesen...
 
Der Krippenbauer Wilhelm Roth PDF E-Mail

„Nach Weihnachten ist vor Weihnachten“

Füssen.     „Als Krippenbauer betrachtet man die Welt mit anderen Augen“ erklärt Wilhelm Roth. Wo Spaziergänger am Wegesrand beispielsweise nur eine abgestorbene Baumwurzel sehen, sieht er eine Höhle. Abgebrochene Zweige oder Astgabeln könnten Bäume sein und ausgefallene Steine werden vor seinen Augen zu Hügeln und kleinen Bergformationen. Utensilien, die der leidenschaftliche Hobbyschnitzer als Kulisse benötigt. Als Kulisse, um seine in filigraner Handarbeit gefertigten Krippenfiguren in die richtige Szene zu setzen. Denn Wilhelm Roth ist Krippenbauer. Ein Hobby, das der 68-Jährige im Alter von zwölf Jahren für sich entdeckte und dessen Faszination bis heute geblieben ist.

„Bereits mein Vater baute jedes Jahr in der Adventszeit eine Krippe auf. Das Gebäude bestand damals aus kleinen Kanthölzern und einem Blatt Schleifpapier als Dach. Die Figuren waren aus Gips. Es waren ganz einfache Materialien. Eben das, was mein Vater zur Verfügung hatte. Trotzdem war die Krippe immer wunderschön“, erinnert sich Wilhelm Roth noch ganz genau an seine Kindheit. Jedes Jahr freute er sich auf diese Krippe, die für ihn einfach zu Weihnachten dazu gehörte. Im Alter von zwölf Jahren durfte er dann zum ersten Mal selbst die Verantwortung für eine Krippe übernehmen. „Martin Huber, der damalige Vorsitzende des Krippenbauvereins Füssen, betreute die Krippen in der Franziskaner- und  der Spitalkirche. Irgendwann fragte er mich, ob ich die Betreuung der Spital-Krippe übernehmen möchte“, erzählt Wilhelm Roth. Eine große Herausforderung, die der damalige Ministrant gerne annahm. Von diesem Zeitpunkt an kümmerte er sich um den Aufbau der Spital-Krippe in der Adventszeit und auch den Abbau nach Mariä Lichtmess am 2. Februar.

Weiterlesen...
 
Max Eichhorn und sein Musikfachgeschäft PDF E-Mail

Jahre sind Schall und Rauch

Füssen.    Es muss 1959 gewesen sein, vielleicht aber auch 1961, als Max Eichhorn mit dem Musikgeschäft in der Schwangauer Straße anfing. 1965 übernahm er dann letztendlich von dem Vorbesitzer das Geschäft und führt es heute immer noch. Für den 84-Jährigen sind Zahlen schon immer Schall und Rauch gewesen. „Zahlen sind belanglos, was zählt ist das Jetzt und Hier“. Wahrscheinlich ist es diese Einstellung, die den gebürtigen Schweizer selten verzweifeln ließ. „Jeder Tag ist anders“, sagt er lächelnd und freut sich, dass er immer noch Musik machen kann.

Wie 84 Jahre fühlt sich Max Eichhorn nicht. „Es kommt auf die Einstellung an. Es gibt Menschen, die jünger sind als ich und trotzdem uralt. Sie können nicht lachen, haben keine Freude – das ist schade. Ich habe alles was ich brauche“, sagt er zufrieden. Sein Jungbrunnen ist die Musik, die Arbeit und vor allem seine Freunde, die zum größten Teil jünger sind als er. „Sie nehmen mich überall hin mit, da kann man doch nicht alt werden“, meint er lächelnd. Viele Enttäuschungen hat Max Eichhorn erlebt, „doch die haben mich nur stärker werden lassen, ob ich das wollte oder nicht“.

Weiterlesen...
 
<< Start < Zurück 1 2 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 2