Spieglein, Spieglein an der Wand

Schönheit zu Lasten der Gesundheit?

Ein gepflegtes, jugendlich-schönes Äußeres ist heutzutage ein Muss und das lassen wir uns etwas kosten. Es gibt keinen Grund sich anmerken zu lassen, dass die Jahre und das Leben Spuren hinterlassen und die Kosmetikindustrie mit einem weltweiten Marktvolumen von rund 108 Milliarden US-Dolllar im Jahr 2014 ist uns mit einer Vielzahl an Produkten gern behilflich stets rosig, dynamisch, frisch und wie aus dem Ei gepellt zu erscheinen.

Natürlich spricht nichts gegen ein gepflegtes und adrettes Äußeres. Aber es lohnt sich einmal einen Blick auf Inhaltsstoffe von Bodylotion, Creme & Co zu werfen. Rund 13.000 Chemikalien werden für die Herstellung von Körperpflege- und Kosmetikartikel verwendet, aber nur ca. zehn Prozent davon wurden auf ihre Sicherheit hin überprüft. Den Nachweis für deren Unbedenklichkeit müssen staatliche Prüfstellen bringen und die Kosmetikindustrie ist äußerst knausrig mit der Herausgabe von Daten und Testresultaten zu Chemikalien in ihren Erzeugnissen. Zudem wird die Wirkung von ganzen Cocktails an Inhaltsstoffen so gut wie gar nicht untersucht.

Frauen benutzen im Durchschnitt zwölf Körperpflegeprodukte täglich und verabreichen sich so eine tägliche Dosis von 168 Chemikalien. Männer kommen im Schnitt auf 85 Substanzen, Jugendliche liegen allerdings deutlich höher mit ca 17 Produkten pro Tag, Spitzenreiter sind Frauen im gebärfähigen Alter. Wir alle sind also allein durch Duschen und Hände waschen, Zähne putzen, Eincremen und Parfümieren einem erheblichen Chemiecocktail ausgesetzt. Und das beginnt schon im Mutterleib. Eine Studie der amerikanischen Environmental Working Group (EWG) aus dem Jahr 2005 wies im Nabelschnurblut von Neugeborenen durchschnittlich zweihundert verschiedene Chemikalien und Giftstoffe nach, da jede zugeführte Substanz potentiell auf das Kind übertragen werden kann. Kinder sind aufgrund ihres schnellen Wachstums und der höheren Sensibilität ihrer Organe besonders anfällig für die Wirkung chemischer Stoffe, die zu verzögertem fötalen Wachstum, geringerer Intelligenz, Stoffwechselstörungen u.v.m. führen können.

Leider kann kaum einer beurteilen, was die aufgeführten Inhaltsstoffe von Shampoos, Peelings, Cremes und Deos bewirken. Zu ihnen gehören hormonaktive Substanzen, die, wie der Name schon sagt, in unseren fein regulierten Hormonhaushalt eingreifen, Mikrokügelchen und Nanopartikel von geringster Größe, die über die Haut aufgenommen werden, aber auch eine Vielzahl an Toxinen und Schwermetallen. Beispielsweise in Shampoos sind häufig Parabene, Phtalate und Sodium-Lauryl-Sulfat enthalten. Parabene sind dem Hormon Östrogen sehr ähnlich und werden mit der Entstehung von Brustkrebs in Verbindung gebracht. Phtalate wirken auf der Haut wie in Plastik, nämlich als Weichmacher, sie lagern sich in verschiednen Organen ab, können Heilungsprozesse verzögern und grauen Star verursachen. Wegen ihrer leicht betäubenden Wirkung werden sie gern für den Brennt-Nicht-in-den-Augen-Effekt benutzt. Häufig zugesetzte Produkte auf Erdölbasis für geschmeidiges Haar oder als Duft- und Farbstoffe können Allergien auslösen.

Die Liste lässt sich lange fortsetzen. in Make-up-Artikeln wie Lippenstift, Lidschatten, Puder, Mascara usw. sind zu alledem unglaublich viele giftige Schwermetalle enthalten. Tests zeigen, dass in 96 Prozent der Produkte Blei vorkommt, in 90 Prozent Berrylium, Thallium in 61 und Cadmium in 51 Prozent, in 20 Prozent sogar das hoch toxische Arsen. Frauen absorbieren also jedes Jahr allein durch ihr tägliches Makeup zwei bis drei Kilo giftiger Chemikalien und das obwohl der größte Teil am Abend wieder abgeschminkt wird. Auch Permanent-Make-Up ist keineswegs risikofrei. Für die Dauerkosmetik werden ähnliche Farbstoffe wie beim Tätowieren benutzt, die oftmals giftig bis krebserregend sind.

Salopp ausgedrückt tun Gesichtscremes und Bodylotions vor allem dies: Sie polstern auf, sie bleichen, sie konservieren und übertünchen. Aber ist das wirklich Pflege? Und wie findet man wirklich pflegende Produkte?

Über diese Frage nachzudenken macht Sinn, da die Haut das größte durchlässige Organ unseres Körpers ist und so gut wie alles aufnimmt und in den Blutkreislauf weiterleitet, was auf sie aufgetragen wird. Im Prinzip bietet es sich an auf Naturkosmetik zurück zu greifen, aber auch hier wird vieles vertuscht und die Produkte sind teurer als herkömmliche Präparate. Aber unser Auto hätscheln wir ja auch, obwohl es nicht ganz so viele Jahre halten muss wie unser Körper.

Doch wie heißt es so schön: „Wir sind es uns wert!“ Hilfe im Inhaltsstoffe-Dschungel bieten www.kosmetik-check.de oder die ToxFoxApp, oder aber wir stellen einige Produkte einfach selbst her, beispielsweise auf der Basis von Kokosöl, mit Zusatzstoffen wie Natronpulver oder Maisstärke, hochwertigen Pflanzenölen und Duftstoffen wie Lavendel, Ylang-Ylang oder dem antibakteriell wirkenden Teebaumöl.

Und so abgedroschen es klingen mag, wahre Schönheit kommt von innen. Wer sich nicht gesund ernährt und ausreichend bewegt, nicht im Reinen mit sich ist und weder Sinn noch Ziel im Leben hat, kann noch so sehr schmieren und salben. Damit wird sich der säuerliche Gesichtsausdruck, die fahle Haut und die gebückte Haltung nicht ausmerzen lassen.

Text: Judith Anne März
(Ärztin für Gynäkologie,
klassischer Homöopathie und
Informationsmedizin)
praxis@wisse-die-wege.de

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Ein Kommentar

  1. Ein attraktives Erscheinungsbild ist Frauen wie Männern sehr wichtig. Es ist erwiesen, dass ein freundliches und gepflegtes Äußeres Menschen attraktiver erscheinen lässt und damit erfolgreicher machen kann. Wie in anderen Bereichen ist es nie verkehrt, darauf zu achten, mit welchen Produkten bzw. Inhaltsstoffen die Haut gepflegt wird. Zwar ist der Körperpflege- und Kosmetikmarkt, z.B. für Crèmes und Pigmentierfarben (z.b. http://zfmm.de/permanent-make-up-thema-heute-farbe/), in Deutschland reguliert und mit durchaus hohen Qualitätsstandards versehen. Jedoch gibt es aufgrund der Vielzahl von Inhaltsstoffen und der mangelnden Transparenz bei der Offenlegung der Inhaltsstoffe durch die Hersteller durchaus Lücken. Die Verbraucher sind dann auf sich gestellt. Grundsätzlich sollte man als Verbraucher sorgfältig darauf achten, mit welchen Inhaltsstoffen man sich pflegt oder auch welche Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel man zu sich nimmt und dabei gewünschte Informationen beim Anbieter einfordern. Das Zentrum für Medizinische & Ästhetisch Mikropigmentation zum Beispiel setzt bei Farben auf höchstmögliche Qualität und Transparenz und legt die verwendeten Bestandteile offen.

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