Geschichte zum Anfassen

Die antike Hammerschmiede, direkt gegenüber der St. Anna-Kirche in Vils, ist einzigartig in Tirol und darüber hinaus. Der Maschinenbestand und eine große gemauerte Esse sind weitgehend vollständig erhalten.

Bis zum Mittelalter wurde das Eisenerz in der Umgebung abgebaut. In der großen Esse wurde das Eisen geschweißt und zu brauchbaren Stücken und Formen geschmiedet, wie Tür – und Torbeschläge oder Schneidwerkzeuge. Außerdem war sie auch die Waffenschmiede der Ritter von Hohenegg, die oberhalb in der Burg Vilsegg herrschten. Bis in die sechziger Jahre war die 600 Jahre alte Schmiede in Betrieb. Das Ende kam durch die Industrielle Entwicklung.

Laut Bundesdenkmalamt ist die Hammerschmiede ein Tirol-weit einzigartiges Gebäude, und mit dem Ensemble Ruine Vilsegg und St. Anna unter den 50 top „kulturlandschaftlichen Inseln“ Tirols. Reinhold Schrettl, über 30 Jahre lang Leiter von VilsArt, initiierte die Sanierung der Rarität. Er fand in Lutz Normann einen geeigneten Organisator und Leiter der Restaurierung. Seit über zehn Jahren war der gebürtige Rheinländer in Tirol im Urlaub und wanderte an der Schmiede vorbei. Den gelernten Maschinenbautechniker faszinierten die noch erhaltenen Maschinen und die Geschichte der Schmiede. „Wir leben in einer Zeit, in der das Konsumieren und Verbrauchen von Ressourcen immer selbstverständlicher wird. Immer weniger Menschen machen sich Gedanken darüber, wie diese Ressourcen erschlossen wurden und unter welchen Opfern diese Technologien entwickelt wurden. In der alten Hammerschmiede kann man diese Prozesse nachstellen, wie mühselig das Leben im Mittelalter stattgefunden hat.“, erklärt er. Erst einmal soll das Dach und die Decke saniert werden, um weitere Schäden in Hinsicht auf das undichte Dach zu vermeiden. „Danach wird man sehen, wie viel noch zu machen ist.“, so der Organisator. 25.000 Euro sind bereits zusammen gekommen. Für ein geplantes Biberschwanzdach, die Decke, die Esse und noch nicht absehbare Arbeiten muss mit einem Betrag zwischen 80.000 und 100.000 Euro gerechnet werden. Viele Aktionen des Kulturvereins VilsArt sind geplant, aber auch 3D-gedruckte Spardosen in Form der Schmiede werden überall in Vils aufgestellt. Außerdem hat sich Lutz Norrmann etwas ganz Besonderes überlegt: „Es wird auf www.vilsart.eu einen Auktionskatalog geben! Leute können Sachspenden ab 50€ Wert einstellen, die nach einem Monat an den Höchstbietenden gehen. Ein Highlight wartet im November auf Käufer: Die Riesentorlaufski von Marcel Hirscher vom Winter 2016/17!“ Außerdem sollen auf der Website der aktuelle Kontostand und die derzeitigen Arbeiten an der Schmiede ersichtlich sein. Bis zum Frühjahr sollen so 70.000 Euro gesammelt werden, hoffen die Ehrenamtlichen.

In Zukunft könnte die Hammerschmiede für Vernissagen oder Stehempfänge bei Hochzeiten in der St. Anna-Kirche dienen. Aber auch Schauschmieden soll wieder möglich sein. Zusätzlich zu den Förderungen und Eigenmitteln gibt es eine große Benefiz Veranstaltung mit Künstlern, Auktionen und Tombola Preisen am Freitag, den 17. November. Preise werden u.a. Urlaubsreisen, ein Wellness Wochenende und eine Krippe von Norbert Roth sein. Jedes Los gewinnt! Lose können in der Raiba Vils oder bei VilsArt gekauft werden.

Spendenkonto Hammerschmiede
St. Anna – Museumsverein Vils
Raiffeisenbank Vils
IBAN: AT 23 36345 00000040121
BIC: RZTIAT22345

Text: Julia Siemons · Bilder: privat

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