Portrait: Florian Hipp

Aus der Not heraus, da er kein Auto mehr hatte – stieg Florian Hipp kurzerhand aufs Rad um. Nicht irgendeins, sondern „was G‘scheites“ sollte es sein. Als ihm ein guter Freund ein altes Fahrrad schenkte, versuchte er sich und päppelte das Rennrad liebevoll auf. Als gelernter Feinmechaniker musste er bei seinem Vorhaben nicht bei Null anfangen – „aber ich habe viel Lehrgeld bezahlt“, erinnert er sich. „Der Arbeitseinsatz Freizeit dauerte zwei Monate. Als ich fertig war, war ich stolz wie Oskar!“ Mit seinem individuellen Rad sorgte der Füssener für Aufsehen und bekam prompt die ersten Kundenwünsche direkt von der Straße. Inzwischen hat er schon einige Fahrräder gebaut und Aufträge aus aller Welt angenommen.

Noch jobbt der 32-Jährige in der Gastronomie, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Abends bedient er im Restaurant, tagsüber bastelt er an vier Rädern gleichzeitig, und das in seiner Füssener Altstadtwohnung. Inzwischen komme er aufgrund von Erfahrungen etwas zügiger voran, in rund 40 Arbeitsstunden entstehen aus alten „Drahteseln“ einzigartige, neuwertige „Starrgang“-Räder. Hippie, wie ihn seine Freunde nennen, erklärt: „Jedes einzelne ist ein mit viel Herzblut gefertigtes Unikat. Und deshalb sind kreativen Kundenwünschen keine Grenzen gesetzt.“ Er nimmt die alten Fahrräder vollständig auseinander, flext alle überflüssigen Teile ab, und baut neue minimalistische Designer-Räder zusammen. Für ihn sind das nicht nur Fahrräder, sondern ein Statement: „Ich möchte aus etwas Altem etwas Neues, Schönes machen. Der Upcycling-Gedanke ist das Größte: Wiederverwenden, Aufwerten, Aufbereiten.“ Das Startup-Unternehmen arbeitet größtenteils mit regionalen Zulieferern aus dem Allgäu – ganz nach dem Motto „Handmade in Füssen“. Wir fragen ihn welches seiner bisherigen Fahrräder sein persönlicher Favorit ist. „Natürlich das Erste das ich gebaut hab, welches auch täglich von mir gefahren wird. Es ist mein Stammrad und kommt nicht weg, obwohl ich schon zwei Käufer dafür gehabt hätte.“

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„Für sein Alter ist er aber schon wirklich sehr weit“, würde man in seinem Fall …

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