Portrait: Dagmar Rothemund

Dass sie einmal Sozialpädagogin werden würde hätte sie nicht gedacht. Sie wollte kreieren, Farben und Schnitte zusammensetzen und die Menschen kleiden. Die Möglichkeit Modedesignerin zu werden klappte nicht, stattdessen fing sie eine Ausbildung als Apothekenhelferin an. „Das war nicht mein Ding, also machte ich mein Abitur und studierte Sozialpädagogik. Es war die beste Entscheidung. Das passt zu mir“, sagt sie heute. Der Mode ist sie treu geblieben und bricht mit dem Klischee, dass Sozialpädagoginnen hennagefärbte Haare haben und alternativer Kleidung tragen müssen.

Seit 14 Jahren arbeitet sie in den Wertachtal-Werkstätten und leitet auch die Einrichtung in Füssen. 38 Menschen stehen in ihrer Obhut und seit dem 1. Juni ist auch eine Förderstätte in den Wertachtal-Werkstätten untergebracht. Fünf schwerstmehrfach behinderte Menschen werden dort tagsüber betreut. „Sie können sich nicht artikulieren. Und trotzdem haben sie was zu sagen“, erklärt die 59-jährige. In ihrem Beruf geht es um Menschen in allen Facetten die das Leben bietet. „Wir wollen, dass sie wahrgenommen werden und arbeiten können. Sie haben viel mitgemacht“, erzählt sie. Dagmar Rothemund ist sozial. Das spiegelt sich auch in ihrem politischen Denken wieder. Sie ist SPDMitglied und seit drei Jahren gehört sie dem Füssener Stadtrat an. „Ich sehe mir die Dinge und Sachverhalte genau an. Ich sage nicht irgendwas damit es gut ankommt oder populistisch ist. Das mache ich auch im Stadtrat nicht. Ich will Sachverhalte verstehen, spüren und dann kann ich mich dazu äußern“, sagt sie von sich selbst, die ihre Ungeduld als Schwäche ansieht. „Ich will immer etwas bewegen, neue Projekte umsetzen und das möglichst gleich und sofort. Ich bin der Meinung, dass man damit auch etwas erreicht, Leute und Projekte weiter bringt.“ Wenn das so ist, würde man sich bei vielen anderen Menschen auch Ungeduld wünschen.

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