Menschen begleiten

Menschen, die auf ihrem letzten Lebensabschnitt angekommen sind, bis zu ihrem Tod zu begleiten, Angehörigen und Betroffenen zu helfen mit dem Schmerz umzugehen und ihnen in der Trauer beizustehen. Diese wertvolle Arbeit leistet der Verein „Hospiz Südliches Ostallgäu e.V.“, der im September 2007 gegründet wurde und nun bereits auf zehn Jahre seines Bestehens zurückblicken kann. „Unheilbar kranke Menschen sollen unabhängig von Herkunft, Religion und politischer Weltanschauung bis zu ihrer letzten Lebensstunde begleitende Hilfe und Trost aus menschlicher Zuwendung und Verantwortung erfahren. Dies geschieht aus einer christlichen Grundhaltung heraus, dabei wird jede Form der aktiven Sterbehilfe abgelehnt“, so schreibt es die Satzung des Vereins.
„Am Anfang der Hospizbewegung und der damit verbundenen Arbeit stand einzig und allein die Begleitung im Mittelpunkt“, erklärt Brigitte Engelhard-Lechner, Vorsitzende des Vereins. „Schnell hat man aber dann gemerkt, dass noch viel mehr notwendig ist, um Menschen in dieser schwierigen Situation beizustehen.“ So entstand der ganzheitliche Palliativgedanke. Die Hospizbegleiter schenken ihre ganze Achtsamkeit, menschliche Zuwendung und Fürsorge den kranken Menschen und geben ihnen die Sicherheit, dass sie nicht allein gelassen werden, in einer schweren und leidvollen Zeit. Genauso stehen sie auch den Angehörigen bei und tragen mit, was oftmals so schwer und schmerzlich über sie hereinbricht. Sie sind da und hören zu, geben Nähe und Geborgenheit.

Etwa 50 bis 60 Begleitungen sind es jährlich, die die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Vereins im Altlandkreis Füssen leisten. „Dabei ist jeder Mensch individuell, manche Begleitungen dauern zwei bis drei Monate, andere zwei bis drei Jahre. Manchmal sind es nur die letzten 14 Tage, manchmal die letzten sechs Monate.“ Es geht also nicht um die Anzahl der Begleitungen, sondern um deren Intensität. Denn auch die Hospizbegleiter müssen mit den jeweiligen Situationen umgehen und leben können. Auch Flexibilität und ein enormer Aufwand an Zeit sind wichtig, denn die Begleiter arbeiten in Senioren- und Pflegeheimen, der Kurzzeitpflege, Privathaushalten oder in Krankenhäusern der Region.

32 ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Begleiter engagieren sich derzeit in dem Verein, weitere 14 sind bereits in Ausbildung, insgesamt zählt der Hospizverein 260 Mitglieder. Männer und Frauen aus ganz unterschiedlichen Alters- und Berufsgruppen bringen dabei den Reichtum ihrer Lebenserfahrungen und ihre persönlichen Charaktere in die Hospizarbeit mit ein. Im Rahmen umfangreicher Seminare und Schulungen werden die Teilnehmer auf ihren fürsorglichen Dienst vorbereitet. Dieser Dienst wird über Spenden und Zuschüsse der Krankenkasse finanziert und ist für die Betroffenen kostenlos.

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