Erweiterungen der Wertachtal-Werkstätten fast abgeschlossen

Es ist enorm, was sich nur innerhalb eines knappen Jahres alles verändern kann. Denn mit dem Spatenstich im letzten Sommer wurde nicht nur ein neues Kapitel der Füssener Wertachtal Werkstätten eingeläutet. Der Ausbau und die Erweiterungen der Einrichtung mit rund 1700 Quadratmetern bringen zudem auch völlig neue Möglichkeiten mit sich. Bereits ab Herbst können nun zusätzliche Plätze in der Werkstatt belegt werden, die mittlerweile aus allen Nähten geplatzt war. „Angefangen haben wir mit dreizehn Beschäftigen“, erinnert sich Werkstattleiterin Dagmar Rothemund. „Im Laufe der letzten drei Jahre sind es dann schnell mehr geworden. Derzeit beschäftigen wir 35, ab September werden es dann schon 48 Plätze sein.“

Zu der bisherigen Werkstatt und den Verwaltungsräumen kommt nun eine vollständig eingerichtete Holzwerkstatt für Schreinerarbeiten. Für die berufliche Bildung stehen künftig ein Arbeits-, ein Kreativ- und ein Schulungsraum zur Verfügung. Auch die Montage-Gruppe hat sich durch die Erweiterungen enorm vergrößert, zudem können wesentlich mehr Aufträge angenommen werden. In dem eigenen Verkaufsraum sollen die hauseigenen Produkte, die in der Werkstatt hergestellt werden, ausgestellt und angeboten werden. In dem anliegenden Laden-Café können sich Kunden und Besucher schließlich miteinander austauschen.

Eine eigene Hauswirtschaftsgruppe kümmert sich in der neu angelegten Küche künftig um Kuchenangebote und Snacks. „Wir haben uns ganz bewusst für eine offene Gestaltung entschieden, denn wir wollen hier einen Ort für Begegnungen schaffen“, so Dagmar Rothemund. Immerhin wollen die Kunden auch die Gelegenheit bekommen, mehr über die Produkte zu erfahren, die sie erwerben können. Schließlich handelt es sich bei den handwerklich gefertigten Möbeln und Kunstwerken auch um wahre Einzelstücke.

Dazu kommen auch neue Räumlichkeiten für die Förderstätte, die nun mit großzügigen barrierefreien Sanitäranlagen ausgestattet sind. Zusammen mit dem Neubau ist die Einrichtung nun künftig auf rund 60 Plätze ausgelegt. „Wichtig ist für uns, dass wir jetzt neben den Werkstattplätzen und den Plätzen für das Projekt „Integra Mensch“ auch noch mehr Förderstättenplätze für schwer mehrfachbehinderte Menschen zur Verfügung haben. Gerade hier kann ein großes Problem nun gelöst werden, denn bisher mussten einige täglich die Strecke bis nach Kaufbeuren zurücklegen, um einem strukturierten Arbeitsalltag nachgehen zu können.“

Rund vier Millionen Euro wurde für den Erweiterungsbau und die Modernisierung des Bestandsgebäudes veranschlagt, bis Anfang September sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Dem ursprünglich gesteckten Ziel der Wertachtal Werkstätten, bis zum Jahr 2019 rund 60 Arbeitsplätze für behinderte Menschen zu schaffen, wird so bereits in diesem Jahr Realität. „Der Bedarf nach den Plätzen ist sehr groß“, so Dagmar Rothemund. „Unser pädagogisches Konzept ist von Wertschätzung geprägt. Im Focus steht dabei immer die Förderung der individuellen Ressourcen zur Steigerung der Lebensqualität, die oftmals, speziell bei psychisch erkrankten Menschen, völlig verloren gegangen ist.“ Das nächste Ziel der Wertachtal Werkstätten ist allerdings bereits gesetzt, so Dagmar Rothemund. Denn was der Einrichtung noch fehlt ist ein Wohnheim, in dem auch schwer oder mehrfach behinderte Menschen ein eigenes Zuhause finden können.

Wertachtal-Werkstätten GmbH
Werkstatt für behinderte Menschen
Hiebeler Str. 17
87629 Füssen
Telefon: (0 83 62) 939285-10
Telefax: (0 83 62) 939285-99

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