Hautprobleme – Teil 2

Ringelblume (Calendula officinalis)
Im 17. und 18 Jahrhundert erlebte die Ringelblume zusammen mit Arnika eine regelrechte Hochblüte. Die Eigenschaften als Wund- und Brandsalbe trugen sie bis in unsere Zeit als wirkungsvolles Hausmittel. Hört man den Namen „Sonnwendblume“, so wird hier eine ihrer Besonderheiten beschrieben, und zwar die, ihre Blüte im Laufe des Tages immer wieder nach der Sonne auszurichten. Naturheilkundlich verwendet werden nur die Ringelblumenblüten. In ihnen kommen 2 – 10% sog. Triterpensaponine und 0,2 – 0,3% ätherisches Öl vor, sowie Triterpenalkohole, Carotinoide, wasserlösliche Zuckerstoffe und Flavonoide.
Sie werden hauptsächlich in Salben, Cremes und Tinkturen verarbeitet, die auf der Haut oder den Schleimhäuten angewendet werden. Auszüge aus der Heilpflanze bewirken, dass sich eine Wunde schneller verschließt und gut verheilt. Hier ist auch an die Behandlung von Ulcus cruris (offenes Bein) und an die Vorbeugung von Decubitus (Wundliegen) zu denken. Leichte Entzündungen im Mund- und Rachenraum werden gelindert.

Wichtig ist die Ringelblume ebenfalls in der Hautpflege, hier gibt es eine Serie speziell für Babies und Kinder von einer sehr bekannten naturheilkundlichen Firma. Aktuellere Studien zeigten einen guten Erfolg bei Hautschäden durch Strahlentherapie – 3 Wochen vorher beginnen – während der Bestrahlung aussetzen – dann wieder zur Nachbehandlung. Ausnahme: wer auf Korbblütler allergisch reagiert, sollte Zubereitungen aus diesem Heilkraut vorsichtshalber nicht anwenden!

Ballonrebe (Cardiospermum halicacabum)
Die stark wuchernde, krautige Schlingpflanze wächst ursprünglich in tropischen Gegenden und war so den alten Heilkundigen Europas nicht bekannt, allerdings kam sie wohl im 16. Jhd. als Zierpflanze nach Europa. Wegen des hohen Saponingehaltes war ihr fettes Öl in der Seifenherstellung überaus begehrt. In die Homöopathie eingeführt wurde die Ballonrebe durch Willmar Schwabe, der 1956 die ersten Exemplare aus dem damaligen Belgisch-Kongo nach Deutschland brachte und hier anpflanzte. Homöopathisch wird Cardiospermum sehr gerne innerlich, aber auch äußerlich bei allergischen Reaktionen mit Hauterscheinungen wie Juckreiz und Ekzeme eingesetzt.

Mit seinen Wirkstoffen wie Halicarsäure, Trriterpensaponinen, Flavonoiden, Tanninen und Sterinen wirkt die Pflanze sehr gut entzündungshemmend, juckreizstillend und feuchtigkeitsspendend. Meist wird eine homöopathische Urtinktur in 10%-iger Zubereitung mit Creme oder Salbe verwendet. Gut bei akuten, nässenden Hauterkrankungen, Neurodermitis, unangenehmem Juckreiz, in der Abklingphase eines allergischen Kontaktekzems und z. T. bei Schuppenflechte. Auch zur Ergänzung, Unterstützung und zum Ausschleichen einer Kortison-Therapie ist die Ballonrebe gut geeignet. Aufgrund seiner guten Verträglichkeit bietet sie sich hervorragend zur Behandlung von Kindern an.

Mahonie (Mahonia aquifolium)
Die Mahonien sind eine Pflanzengattung in der Familie der Berberitzengewächse. Sie sind hauptsächlich in Asien und Amerika heimisch, sind aber mit ihren honiggelben, duftenden Blüten im Frühjahr und ihren blauen Beeren im Herbst auch bei uns als Zierpflanze in Parks und Gärten zu finden. Zubereitungen aus der Mahonie werden schon seit etwa 3000 Jahren in der chinesischen Medizin eingesetzt, u. a. gegen Leberbeschwerden, Diabetes, Pilz- und Wurmbefall und Hauterkrankungen, bei den Indianern Nordamerikas zur Behandlung von Brechreiz, Durchfall und bei Beschwerden der Galle und der Harnwege. Die weißen Siedler übernahmen viele dieser Anwendungen, vor allem diejenige bei Schuppenflechte.

Nachtkerze (Oenothera biennis)
Sie kommt ursprünglich aus Nordamerika, dort wurde sie von den Indianern sowohl als Nahrungsmittel als auch schon zur Linderung von Hautkrankheiten angewendet. Sie zerkleinerten dazu die Samen und legten das Pulver auf die entsprechenden Stellen. Im 17. Jhd. kam sie dann zu uns und verbreitete sich aufgrund ihrer Heilkräfte schnell in ganz Europa. Die heilsamen Inhaltsstoffe befinden sich in den Nachtkerzensamen, die einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren enthalten. Unser Körper kann diese Inhaltsstoffe nicht selbst bilden, sie müssen daher mit dem Essen zugeführt werden. Omega-6-Fette baut der Körper u. a. in die Haut ein. Dort dienen sie zur Stärkung der natürlichen Barrierefunktion und verringern ebenfalls Feuchtigkeitsverluste. Bei einem Teil der Menschen, die Neurodermitis haben, liegt wahrscheinlich ein Mangel an einem speziellen Enzym vor, das die Omega-6-Fettsäuren im Körper umwandelt. Wer unter diesem Defekt leidet, hat oft die Beschwerden einer atopischen Dermatitis, wie die Neurodermitis auch genannt wird. Durch die Gabe von Nachtkerzenöl wird der natürliche Hautschutz gestärkt und die Feuchtigkeitsspeicherung verbessert. Nachtkerzenöl kann direkt auf die Haut aufgetragen werden, entweder pur oder in Cremes eingearbeitet. Diese Möglichkeit kann zusätzlich zu anderen Therapien eingesetzt werden. Die zweite Möglichkeit wäre, mit dem Öl gefüllte Kapseln einzunehmen, die therapeutische Wirkung beginnt ab einer Dosis von 360 mg der sog. Gamma-Linolensäure. So wird empfohlen

2 x täglich 4-6 Kapseln mit ca. 500 mg zu nehmen, ab 1 Jahr je nach Alter etwa die Hälfte. Übrigens: die abendliche Einnahme von Zink verbessert den Erfolg noch! Natürlich kann es schon einige Wochen dauern, bis der Juckreiz und die anderen Hauterscheinungen sich verbessern, aber die Geduld lohnt sich. Aber Achtung, einige Dinge gibt es bei der Anwendung von Nachtkerzensamenöl zu beachten:
– Am Anfang der Behandlung sind gelegentlich leichte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verdauungsstörungen und Kopf schmerzen möglich.
– Kinder unter 1 Jahr sollten es noch nicht nehmen.
– Patienten mit Epilepsie, die bestimmte Medikamente anwenden, sollten lieber auf die Anwendung verzichten, um Anfälle zu vermeiden.

Fühlt man sich wohl in seiner Haut, dann kann der Frühling doch kommen!

 

Ihre Apothekerin
Simone Wagner

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