1.000 Tage als Gastronomin

Silvia Hübner gehört zu den Menschen, die anpacken können. Etwas bewegen und auch Neues auszuprobieren ist für die 52-Jährige nichts Ungewöhnliches. Sie hat sich ihre Arbeit gekauft, einen schönen Landgasthof mit viel Grund für ihre Tiere. Ihre Entscheidung löste damals bei manchen Kopfschütteln aus, andere wiederum belächelten sie und sie selbst sah es als eine Herausforderung an. Denn dass sie einen Landgasthof betreiben sollte, stand für sie erst einmal gar nicht zur Debatte. Sie wollte lediglich den Grund. Doch der Kauf war damit verbunden, das Restaurant und Hotel auch weiter zu führen. Sie ging darauf ein.

Jetzt, nach über zwei Jahren zieht sie Bilanz. Es gab lustige und weniger prickelnde Momente, Sorgen, nette Gäste und manchmal gab es Zeiten wo sie lieber das „Handtuch“ werfen wollte. Schließlich war sie ja keine Gastronomin und hatte keine Ahnung wie so ein Gästebetrieb läuft. Keiner hätte es ihr übel genommen, jeder hätte Verständnis gehabt. „Doch solche Tiefphasen gibt es überall und bei jedem“, erklärt sie ernst und in ihrem schönen oberbayerischen Dialekt. Stimmt! Denn wenn jeder seine Arbeit aufgeben würde, gäbe es so einige Dienstleister nicht mehr. Die 1000 Tage als Gastronomin hat sie noch nicht zusammen – aber bald. Dann will sie auch ihr Buch fertig haben. Welchen Inhalt es hat, versteht sich von selbst. „Meine 1000 Tage als Gastronomin“, oder so ähnlich könnte dann auch der Titel heißen. Nach über drei Monaten Betriebsruhe macht Silvia Hübner ihren Landgasthof Lindenhof in Steingaden am 1. April wieder auf. „Wir haben eine kreative Pause gebraucht und haben in der Zeit auch unseren Landgasthof wieder auf Vordermann gebracht“, erzählt sie.

Irgendwann will sie die Zimmer modernisieren. Doch jetzt entstehen erst einmal die lauschigen Sitzplätze unter den Pavillons, damit man auch draußen die Spezialität des Hauses genießen kann: den Kaiserschmarrn, für den die Gäste auch gerne eine längere Fahrt in Anspruch nehmen.

Text · Bild: Sabina Riegger

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