Hautprobleme

Die Haut ist unser größtes Organ, sie erstreckt sich durchschnittlich über 2 Quadratmeter und wiegt in etwa 2 Kilogramm!

Sie schützt uns vor schädlichen Einflüssen, reguliert die Temperatur, ist ein Organ des Tastsinns und lässt uns Wärme und Kälte spüren. Dadurch ist sie natürlich nicht nur anfällig für körperliche, sondern auch für seelische Einflüsse. Wer kennt nicht die Redensarten wie „Ich möchte am liebsten aus der Haut fahren“, „In einer anderen Haut stecken“, „Mit Haut und Haar dabei sein“, „Mit heiler Haut davon kommen“, um nur einige zu nennen. Ist ja schon interessant, welche Gedanken sich unsere Vorfahren zu dem Thema bereits gemacht haben… So ist es nicht unverständlich, dass Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis sehr oft auch eine psychische Komponente beinhalten. Natürlich gibt es auch den allergischen Hautausschlag nach Insektenstichen oder die Entzündung bei einer Schürfwunde – hier hängen Ursache und Auswirkung klar zusammen. Dazwischen gibt es unendlich viele Problemformen, die alle aufzuzählen jeden Rahmen sprengen würde, aber auch sehr vielfältige Hilfe aus der Natur. Einiges devon möchte ich Ihnen diesmal nahebringen.

Stiefmütterchen  (Viola tricoloris)

Selbstverständlich kennen Sie alle die wunderschöne, in vielen Farben und Formen blühende Gartenpflanze aus der Familie der Veilchengewächse. Im Kraut sind u.a. Salicylsäure, Flavonoide, Gerb- und Schleimstoffe und Saponine enthalten. Besonders die Schleimstoffe haben sich als sehr positiv auf die Regenerationsprozesse der Haut erwiesen, aber auch die Salicylsäure mit ihren keimtötenden und entzündungshemmenden Eigenschaften und die Gerbstoffe, die zusammenziehend und heilungsfördernd wirken, sind nicht zu unterschätzen. Umschläge, Bäder oder Teezubereitungen werden gerne verwendet. Aber auch in der Homöopathie wird das Stiefmütterchen eingesetzt, z.B. in Form einer Salbe zusammen mit anderen natürlichen Bestandteilen. Mein Geheimtipp bei Neurodermitis, zur Behandlung von Milchschorf bei Kindern, Ekzemen mit Juckreiz, Schuppen und Borkenbildung, Akne. Auch zur Hautreinigung findet es Anwendung.

Einen Stiefmütterchen-Tee können Sie folgendermaßen zubereiten: 2 TL getrocknetes Kraut (für Kinder reicht 1 TL) mit 250 ml siedendem Wasser übergießen, 10 min. ziehen lassen und abgießen. Erwachsene können 8-10 Wochen 3-4 Tassen trinken, Kinder ca. 8 Wochen morgens und abends 1 Tasse. Danach wird eine 6-wöchige Pause empfohlen. Für die äußerliche Anwendung einfach den Tee auf ein Wattepad geben und Aknepartien, Milchschorf oder Hautschuppen betupfen, an der Luft antrocknen lassen. Mit Ringelblumen oder Kamille in der Teemischung kann man den entzündungshemmenden Effekt noch verstärken. Übrigens: Stiefmütterchen-Teeumschläge helfen auch bei übermäßiger Talgabsonderung.

Hamamelis, Zaubernuss (Hamamelis virginiana)

Kann diese Nuss wirklich zaubern? Ja, irgendwie schon, denn die Früchte bilden sich vor den Blüten! Aus den Früchten entwickelt sich eine Kapsel, die mit einem Knall zerplatzt und zwei schwarze Samen herausschleudert. Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich sowohl in der Rinde als auch in den Blättern: verschiedene Gerbstoffe und ätherisches Öl. Aufgrund dessen kann Hamamelis, besonders in Form von Salben oder Cremes, Juckreiz stillen, Entzündungen eindämmen, leichte Blutungen z.B. nach einer Schnittwunde stillen und Beschwerden abmildern, die durch Hämorrhoiden hervorgerufen werden. Hamamelis-Salbe ist außerdem wunderbar geeignet zur Pflege der trockenen Altershaut, hier ist bereits nach 4 Wochen eine deutliche Verbesserung sichtbar, sowohl im Erscheinungsbild als auch in den unangenehmen Begleitsymptomen! Hierzu gibt es sogar Studien. Auch zur Wundheilungsförderng ist sie ganz hervorragend, sogar in der Geburtshilfe und Babypflege. Zur begleitenden Dammschnittpflege sowie zur Behandlung einer Windeldermatitis sollte man durchaus an sie denken.

Eiche, Eichenrinde (Quercus robur)

Die Rinde der als Heilpflanze verwendeten Stieleiche, übrigens aus der Familie der Buchengewächse, enthält sehr viele Gerbstoffe (bis zu 20%) und komplexe Tannine. Diese Inhaltsstoffe wirken sehr gut zusammenziehend (adstringierend), austrocknend und im Laborversuch sogar hemmend auf das Wachstum von Viren. Gerbstoffe verändern die Struktur von Eiweißen auf der Haut. Dadurch verändern sich die oberen Gewebsschichten – als Folge werden kleine Blutgefäße abgedichtet, Bakterien können schlechter eindringen und Nervenreize – wie schon bei der Zaubernuss beschrieben – werden in der Haut abgeschwächt. Dadurch ergibt sich ein entzündungshemmender, blutstillender, Juckreiz lindernder und antibakterieller Effekt. Durch die juckreizstillende Wirkung empfiehlt sich auch der Einsatz im Genital- oder Analbereich, wie etwa bei Hämorrhoiden. Aber auch bei übermäßigem Schwitzen kann man die Eichenrinde unterstützend einsetzen. Bitte kein Vollbad bei Fieber, Herzschwäche, Bluthochdruck oder großflächigen Hautverletzungen!

Nächstes Mal gibt es noch mehr Pflanzen gegen Hautprobleme!

Ihre Apothekerin
Simone Wagner

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