Das Barockkloster diente den Mönchen, Einwohnern und Wallfahrern zum Gebet und zu Gottesdiensten, die seither für viele Menschen zu einem Ort der Gottesbegegnung wurde.

300 Jahre Kloster St. Mang

Ein ganz besonderes Jubiläum für Füssen

Am 15. Februar 1717 wurde die Klosterkirche St. Mang nach ihrem Umbau zu einer prunkvollen Barockkirche eingeweiht. Nur wenige Monate später, am 27. Oktober, starb der Baumeister Johann Jakob Herkomer in einem Gästezimmer des neuen Benediktinerklosters.

Das Kloster St. Mang zählt zu den eindrucksvollsten barocken Klosteranlagen im süddeutschen Raum. Dem aus Sameister bei Roßhaupten stammenden und in Italien ausgebildeten Baumeister gelang es, die alten, unregelmäßigen Gebäude der Abtei über dem Lech in ein wohlproportioniertes Gesamtkunstwerk im italienischen Stil zu verwandeln.  Der repräsentative Bau vereint theologische Leitgedanken, religiöses Lebensgefühl und wirtschaftliche Funktion mit höchster Baukunst und wird im Jubiläumsjahr in all seinen Facetten präsentiert, erläutert und gefeiert.

Pfarrer Frank Deuring nennt es ein mutiges und visionäres Unterfangen, was der Konvent des Klosters St. Mang damals geleistet hat.  Der Konvent war es, der den Baumeister Jakob Herkomer damit beauftragte, die aus dem 9. bzw. 11. Jahrhundert entstandene Kirche und das Kloster St. Mang in Füssen neu zu bauen und ein barockes Ensemble entstehen zu lassen. „Wir bauen eine Kirche, dass Gott zu uns kommt- könnte man im weitesten Sinne die Gründe des Baus übersetzen“, erklärt Pfarrer Frank Deuring.  Tatsächlich sind viele Menschen nach Füssen gekommen, schon alleine wegen der Architektur „und ich glaube, dass viele Menschen über Generationen heraus Gott hier erfahren haben“, fügt er hinzu.

Das Kloster und die Kirche waren damals wie heute ein Magnet für die ganze Umgebung. Zudem verhalf es zu Arbeitsplätzen, Ausbildung in handwerklichen Berufen, der Pflege von Kranken und Bedürftigen und es war für viele Menschen ein Segen. Dank des Klosters und der Arbeit der Mönche wurde Füssen immer bekannter und ließ Musiker, Geigenbauer und Orgelbauer ansiedeln. Selbst ein Papst und ein Kaiser waren in Füssen zu Besuch, was der Popularität und den Beziehungen des Klosters zu verdanken war.

Anlässlich des Jubiläums gibt es ein vielfältiges Programm, das die Pfarreingemeinschaft, die Volkshochschule und das Kulturamt Füssen zusammengestellt haben und die Historischen Vereine unterstützen. Vorträge zur Architektur, Spiritualität und Politik des Klosters St. Mang sowie Führungen, Exkursionen, Gottesdienste und Lesungen geben Einblicke in die Erbauungszeit und wie das Barockkloster St. Mang seit seiner Entstehung die Menschen immer wieder in seinen Bann zieht.

Termine

Mittwoch, 15. Februar
19 Uhr Pfarrkirche St. Mang, Gottesdienst zum 300. Weihetag im Mönchschor

20 Uhr Colloquium im Barockkloster St. Mang, Vortrag: Theologie des Barock: Die Lobpredigt von Pater Kaspar Mändl SJ zur Einweihung von St. Mang (15. Februar 1717), Pfarrer Rainer Florie, Augsburg

Sonntag, 19. Februar
10.30 Uhr, Pfarrkirche St. Mang, Colloquium im Barockkloster St. Mang,  Festgottesdienst 300 Jahre Kirchweih mit Abt Theodor Hausmann OSB (Benediktinerabtei St. Stephan, Augsburg). Mit anschließendem Empfang im Colloquium, Kirchenchor St. Mang und Orchester „Messe“ in D-Dur“

Samstag, 25. Februar
15 Uhr, Barockkloster St. Mang, Treffpunkt: Klosterhof, Führung: Klosterräume und Kirche spirituell erschließen, mit Abschlussgebet um 17 Uhr im Chorgestühl, musikalisch begleitet von Albert Frey, Abt Johannes Eckert OSB, Benediktinerabtei St. Bonifaz, München und Andechs

Text: pm· Bild: Hubert Riegger

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