Die Zirbeldrüse

Das Dritte Auge

Die Zirbeldrüse, oder lateinisch „Epiphyse“, hat die Form eines winzigen Kieferzapfens, ist kaum bekannt und liegt mitten in unserem Kopf. Sie ist außerordentlich wichtig für unsere körperliche, geistige und nach Meinung einiger Experten auch für unsere spirituelle Gesundheit. Sie steuert die innere Uhr, reguliert den Schlaf und erhöht unsere Intuition. Lässt sie in ihrer Funktion nach, setzt der physische und psychische Alterungsprozess ein.

Laut Überlieferungen vieler Kulturen steht die Zirbeldrüse in Zusammenhang mit dem Dritten Auge und dem Scheitel-Chakra. Sie ist entscheidend für Wahrnehmungen, die über gewohnte Dimensionen hinaus gehen, wie beispielsweise in Lebensgefahr. In solchen Situationen sind Botenstoffe unseres Gehirns, die in der Epiphyse wirksam sind, in besonders hoher Konzentration vorhanden.

Einer dieser Botenstoffe ist das auch als Zufriedenheitshormon bekannte Serotonin. Aus ihm entsteht das Melatonin, das wichtig für unseren Schlaf und eines der stärksten Antioxidantien in unserem Körper ist. Aus Melatonin wird das Schlafhormon Arginin-Vasotocin produziert, sowie körpereigene Drogen wie das Bewusstseinsmolekül DMT, Dimethyltryptamin. Sie alle sind Voraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden.

Es ist ein spannendes und komplexes Zusammenspiel in unserem Gehirn, das die wichtigsten Abläufe in unserem Körper steuert. Die meisten Effekte, die noch vor einigen Jahren der Zirbeldrüse zugeschrieben worden sind, beruhen auf dem 2008 entdeckten Protein „Klotho“. Es findet sich überall im Körper und wird vor allem in unserem Zwischenhirn produziert. Klotho ist ursprünglich eine griechische Göttin, und zwar, diejenige, die den Lebensfaden spinnt. Und genau das macht der Eiweißbaustein Klotho. Ohne ihn könnten wir nicht leben, er beeinflusst alle Vorgänge in unserem Körper, an denen Calcium und Phosphat beteiligt sind, also fast alle Stoffwechselvorgänge. Es ist ein Hormon und eine Art Durchlässigkeitskanal. Klotho regelt Wachstum und Entwicklung, Fortpflanzung, Körpertemperatur, Nierenfunktion, den Schlaf-WachRhythmus, die Effektivität des Immunsystems, die Kontrolle von Stressoren, die Energieerzeugung in den Zellen, die Gefäßweite und die Schilddrüse. Es fördert die Kommunikation zwischen den Zellen, wirkt bei Brustkrebs und lässt uns langsamer altern. All diese Vorgänge regelt im Normalfall diese kleine Drüse im Hirn. Dabei weiß kaum einer, dass es sie gibt, geschweige denn wozu.

Was aber beeinflusst die Zirbeldrüse?
Sonnenlicht und Vitamin D sind wichtige Faktoren, ebenso wie eine strahlungsfreie und möglichst dunkle Umgebung während des Schlafes, also ggf. dichte Vorhänge, weder WLAN, noch Bluetooth, Handy oder Radiowecker am Bett. Wichtig ist zudem ein ausgewogener  Mineralstoffhaushalt und  Bewegung. Verzichten sollte man auf Fluor, das die Funktion der Epiphyse nachhaltig hemmt, ebenso wie Alkohol und Cannabis.

Wie bereits erwähnt, nennen alte Schriften die Zirbeldrüse das „Dritte Auge“, die uns einen Zugang zu einer anderen Wahrnehmung, anderen Welten ermöglicht. Dieses Tor durchschreiten wir jede Nacht auf dem Weg zu unseren Träumen, aber auch in Ausnahmesituationen oder wenn wir zuversichtlich unserer inneren Stimme folgen.

In traumreichen Tiefschlafphasen produziert unser Körper das Bewusstseinsmolekül DMT, das es uns ermöglicht in andere Welten zu reisen und immer da ist, wenn wir uns sehr glücklich und verbunden fühlen. Unter Einfluss von DMT sinkt die Aktivität in dem für unsere Alltagsbewältigung zuständigen Anteil des Gehirns, dem Neocortex, und steigt in Bereichen, die mit dem Unterbewusstsein verknüpft sind, dem Limbischen System.  Yogis oder Meditierende können große Mengen an DMT produzieren, aber auch Menschen, die dem Tod sehr nahe sind oder in einer Notsituation übermenschliche Kräfte aufbringen.  Hohe Spiegel an Serotonin, DMT, Noradrenalin, Melatonin, Endorphinen und Klotho führen zum Erleben von unwirklichen Dingen aus der Sicht des Alltags. Die Stoffe, die eine gesunde Zirbeldrüse normalerweise produziert, sind bei Depressionen, Burnout oder Schlafstörungen vermindert. Dabei wäre Pinolin, ein Abbauprodukt von Melatonin, ein perfektes Mittel gegen Depressionen ohne bekannte Nebenwirkungen. Es kann das Immunsystem enorm steigern und hebt die Stimmung, indem es den Abbau von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin, den sogenannten Wohlfühlhormonen, hemmt.

Um die Zirbeldrüse zu unterstützen, empfiehlt es sich, den Körper regelmäßig zu entgiften und auf eine ausreichende Zufuhr von Tryptophan, einem Baustein des Serotonins, zu achten, der vor allem in Fisch, Eiern, Hülsenfrüchten, Nüssen und Kakao enthalten ist. Schutz vor Verkalkungen der Zirbeldrüse bietet die tägliche Zufuhr von Zedernnussöl und/oder Kokosöl und die Gabe von Vitamin K2, Curcumin sowie Bentonit oder  Zeolith. Elektromagnetische Strahlung drosselt die Produktion von Melatonin immens, daher macht es Sinn, das Handy möglichst wenig am Ohr zu benutzen, für guten Schlaf und gute Stimmung.

Text: Judith Schwarzenbach
(Ärztin für Gynäkologie, klassischer Homöopathie und Informationsmedizin)
praxis@wisse-die-wege.de

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Ein Kommentar

  1. Nicht weniger gefährlich ist WLAN in Bezug auf Schlafstörungen. Leider hat in Mietwohnungen fast jeder ein WLAN. Ich leide immens darunter.

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