Das Tannheimer Tal

Wandern und vieles mehr

Malerische Almwiesen und steile Gipfel, beschauliche Dörfer und historische Bauernhöfe – nicht umsonst genießt das Tannheimer Tal in Tirol den Ruf als „schönstes Hochtal Europas“. Doch das idyllische Tal an der Grenze zum Allgäu, auf 1.100 Metern Höhe, hat noch viel mehr zu bieten als nur eine traumhafte Naturkulisse: Hier warten auf den Gast zahlreiche Wanderwege zwischen Tal und Gipfel, Seepromenaden und Höhenwege, 22 abwechslungsreiche Rennradtouren und ein Familienangebot mit spannenden Freizeitaktivitäten für die Kleinen. Genießer können sich auf hochdekorierte Gourmetrestaurants, authentische Gasthäuser und romantische Berghütten freuen. Ideale Voraussetzungen für ein paar schöne Tage in den Bergen, die dazu auch noch absolut stressfrei sind.

High im Heu

Heu ist bloß getrocknetes Gras. Warum duftet es dann so? Weil das aus Almwiesen gewonnene Heu aus vielen Kräutern besteht, im Tannheimer Tal sind das bis zu 380 verschiedene Sorten von Kräutern und Wiesenblumen. Alle zusammen entfalten sie eine Urkraft, die bei Heubädern oder Heublumenbädern eine besonders anregende und wohltuende Wirkung verschafft. Lässt man sich nach einem Heublumenbad auch noch mit einer Alpenkräutermassage behandeln, ist das Heupackage komplett. Oder noch nicht ganz: Bei einer Fahrt mit den Bergbahnen Tannheimer Tal auf die umliegenden Almen, zum Beispiel aufs Neunerköpfle, kann man die Kräuter in vitaler Frische am Wegrand wachsen und im Frühling auch blühen sehen.

Damit man weiß, um welche Pflänzchen es sich handelt, gibt es am Neunerköpfle im Rahmen eines informativen und unterhaltsamen Erlebnisweges mit mehreren Stationen eine Hinweistafel auf die wichtigsten Heilkräuter der Umgebung: Arnika und Augentrost zum Beispiel. Übrigens kann man noch eine Zutat ins vitalisierende Heupackage geben: Heumilch, Heumilchjoghurt oder Heumilchkäse. Heumilch ist die Milch von Kühen, die kein Silofutter erhalten, sondern nur frisches Almgras oder eben Heu. High macht diese Milch nicht, aber sie ist DER High-Energy-Drink der Alpen.

Ein Blick ins Paradies

Auf der Dreihüttenwanderung, ausgehend von der Bergstation der Doppelsesselbahn Krinnenalpe, kommt man auch auf der zu Nesselwängle gehörenden Edenalpe vorbei. Sie hieß früher „die schöne Alpe“, aber irgendwann mag das einem begeisterten Besucher zu wenig gewesen sein, deshalb wird sie nun schon sehr lange Zeit die Edenalpe genannt. Tatsächlich befindet man sich hier mitten im Paradies, in einem Bergparadies. Die Aussicht auf die umliegende Bergwelt ist atemberaubend, dennoch sind die breiten Forstwege leicht begehbar und auch für Familien mit Kindern und wenig konditionsstarke Menschen bestens geeignet.

Edenalpe – der Name steht für Qualität auch im Angebot. Von der schmackhaften Brotzeit mit Speck und Käse oder einer Gulaschsuppe gibt es bei der Pächterfamilie Pohler alles, was einen zünftigen Wanderer stärkt. Natürlich werden auch selbstgemachte Kuchen serviert, wie zum Beispiel frischer Apfelkuchen. Einen Apfelbaum wie im biblischen Paradies sucht man auf der Edenalpe allerdings vergebens. Die Alm ist umgeben von Fichten und Legföhren. Die zum Paradies gehörende Schlange gibt es jedoch, wenn auch nur in Form einer Sage. Es handelt sich dabei um eine weiße Schlangenkönigin mit einem Krönchen auf dem Kopf. Sie hat einen Mann tödlich gebissen, der sie und andere Schlangen ins Feuer schicken wollte. Dabei gilt die Schlange noch vielerorts als Glückssymbol. Früher waren die Bauern froh, eine Natter im Stall zu haben, sie brachte einem alten Volksglauben zufolge Schutz und Segen.

Vor Schlangen braucht man auf der Edenalpe aber keine Angst zu haben. Verführt werden hier die Gäste vor allem durch die guten regionalen Schmankerln, wie übrigens auch auf den beiden anderen Almen der Dreihüttentour, der Krinnenalpe und der Gräner Ödenalpe. Wer mit der Bergbahn unterwegs ist und dabei auch noch das Bergfreundschaftsticket nützt, kann alle drei Hütten auf bequemen Wegen mit nur geringen Höhenunterschieden erreichen.

Text · Bild: Hubert Riegger

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